Marathon, Halbmarathon, zehn oder fünf Kilometer: Das Loslaufen zählt
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Laufen.
Vor gut zehn Monaten habe ich angefangen zu laufen. Mein Ziel war von Anfang an ziemlich ehrgeizig: Beim 26. Sparkassen-Küstenmarathon wollte ich die zehn Kilometer in weniger als 45 Minuten schaffen. Mein erster Versuch lag damals bei 59 Minuten. 14 Minuten trennten mich also von meinem Ziel. Das fühlte sich nach ziemlich viel an - Inzwischen sind es nur noch 22 Sekunden. Die 45-Minuten-Marke ist also noch nicht geknackt. Aber es fehlt nicht mehr viel - und genau das macht die Vorfreude auf den Küstenmarathon umso größer.
In den vergangenen zehn Monaten habe ich dabei etwas gelernt, das eigentlich ziemlich banal klingt: Laufen kann jeder. Es spielt keine Rolle, ob man langsam läuft, fünf Kilometer schafft, einen oder zwei Kilometer läuft oder irgendwann einen Marathon. Entscheidend ist, überhaupt loszulaufen.
Genau das macht für mich auch den Reiz von Laufveranstaltungen aus. Natürlich gibt es Zeiten, Platzierungen und persönliche Bestleistungen. Aber im Mittelpunkt steht eben nicht nur die Leistung. Da läuft der Anfänger neben dem ambitionierten Läufer, der erste Zehner neben dem hundertsten.
Was mir allerdings auffällt: Der Marathon scheint für viele das große Ziel zu sein, am besten möglichst schnell. Kaum hat man mit dem Laufen begonnen, kommt irgendwann die Frage: "Und wann läufst du deinen ersten Marathon?"
Mein Eindruck nach zehn Monaten: Dafür sollte man sich Zeit lassen. Der Körper muss sich an die Belastung gewöhnen. Und vielleicht ist es auch einfach schön, sich Ziele nicht sofort zu nehmen, sondern sie wachsen zu lassen.
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