Ein Jogger ist am Morgen unterwegs, während im Hintergrund die Sonne aufgeht. Foto: Thomas Warnack/dpa | Ringfoto Schattke
Ein Jogger ist am Morgen unterwegs, während im Hintergrund die Sonne aufgeht. Foto: Thomas Warnack/dpa | Ringfoto Schattke
Moin Cuxhaven

Produktiv in den Tag starten: Das verändert die Gedanken für mehrere Stunden

von Joscha Kuczorra | 24.08.2026

Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserschaft der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: wie man morgens gut in den Tag startet.

Es gibt diese seltenen Morgen, an denen man schon Dinge erledigt hat, bevor der eigentliche Tag überhaupt richtig begonnen hat. Eine Runde zu Fuß an der frischen Luft, ein bisschen Sport, vielleicht noch schnell zum Amt, zur Post oder irgendein anderer Behördengang, den man sonst gern vor sich herschiebt. Wenn die Zeit dafür da ist, fühlt sich das erstaunlich gut an. Nicht, weil man besonders produktiv gewesen wäre, sondern weil etwas von der Last verschwindet, die sonst den ganzen Tag irgendwo im Hinterkopf herumliegt. Man hat etwas abgehakt, bevor überhaupt die erste große Aufgabe des Tages begonnen hat.

Und plötzlich nimmt man die Stunden danach anders wahr. Der Kaffee schmeckt ein bisschen besser, der Weg zur Arbeit fühlt sich weniger gehetzt an, und selbst das, was noch erledigt werden muss, wirkt nicht mehr ganz so schwer. Vielleicht liegt es daran, dass man am Morgen bereits etwas für sich getan hat. Man war draußen, hat sich bewegt, hat den Kopf frei bekommen und dabei vielleicht sogar ein paar Gedanken sortiert, ohne sie bewusst sortieren zu wollen.

Es ist ein schönes Gefühl, wenn der Tag nicht sofort etwas von einem verlangt. Wenn man stattdessen das Gefühl hat, ihm schon ein kleines Stück voraus zu sein. Dann entsteht Raum im Kopf. Und in diesem Raum ist plötzlich Platz für Dinge, die im Alltag sonst gern untergehen: einen Gedanken, einen Blick aus dem Fenster, ein Gespräch, ein bisschen Müßiggang. Vielleicht ist genau das der eigentliche Luxus eines guten Morgens: nicht mehr Zeit zu haben, sondern die vorhandene Zeit bewusster zu erleben.

Man geht dann anders durch den Tag. Und vielleicht genießt man ihn gerade deshalb mehr, weil man weiß: Ein paar Dinge sind schon geschafft. Der Rest darf ruhig noch ein bisschen warten.

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