Wenn es im Straßenverkehr unhöflich wird: Wie ein Aufkleber mehr Geduld bringen kann
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserschaft der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Verständnis für Fahranfänger.
Neulich fuhr ich hinter einem silbernen Kleinwagen her. Auf der Heckscheibe klebte ein Aufkleber: "Fahranfänger".
Sofort war ich vorbereitet. Vielleicht würde es an der nächsten Ampel etwas länger dauern. Vielleicht würde der Motor beim Anfahren abgewürgt. Vielleicht würde der Wagen an einer Kreuzung noch einmal zögern, obwohl die Ampel längst grün war.
Und plötzlich dachte ich: Was für ein guter Aufkleber.
Denn natürlich sollte man im Straßenverkehr immer ein bisschen Geduld haben. Niemand fährt besser, wenn hinter ihm jemand hupt, gestikuliert oder sich am Lenkrad zum Choleriker entwickelt.
Aber wenn man weiß, dass vor einem jemand sitzt, der erst seit wenigen Wochen allein unterwegs ist, fällt das Verständnis vielleicht noch etwas leichter.
Deshalb könnte man darüber nachdenken, den Aufkleber für die erste Zeit nach dem Führerschein sogar verpflichtend zu machen. Drei Monate vielleicht. Oder sechs.
Der Führerschein ist dann zwar bestanden, aber Routine kommt schließlich nicht mit der Prüfungsbescheinigung. Und wenn ein kleiner Aufkleber dafür sorgt, dass hinter einem Anfänger ein paar Leute weniger hupen, hat er seinen Zweck doch schon erfüllt.
Manchmal braucht es eben nicht mehr als ein Wort, damit wir im Verkehr ein bisschen menschlicher bleiben.
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