Sichtbarkeit bedeutet Sicherheit
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Mehr als nur Regenbogen.
Der Pride Month endet in wenigen Tagen. Für viele Menschen ist er vor allem sichtbar durch Regenbogenfahnen, Demonstrationen und Feste. Doch seine Wurzeln liegen in einem Protest. Er erinnert an die Aufstände rund um das Stonewall Inn in New York im Jahr 1969. Das Stonewall Inn ist eine Bar im New Yorker Stadtteil Greenwich Village, die in den 1960er-Jahren als Treffpunkt der LGBTQ+-Community bekannt war. Damals wehrten sich queere Menschen gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Polizeigewalt - und legten damit einen Grundstein für die moderne LGBTQ+-Bewegung.
Auch deshalb geht es beim Pride Month um weit mehr als Sichtbarkeit um der Sichtbarkeit willen. Sichtbarkeit bedeutet für viele Menschen Sicherheit. Zu wissen: Ich bin nicht allein. Es gibt andere wie mich. Es gibt Menschen, die hinter mir stehen. Und genau das macht Solidarität so wertvoll - egal, ob jemand selbst queer ist oder nicht.
In diesem Jahr waren an manchen Orten weniger Regenbogenfahnen zu sehen als in den vergangenen Jahren. Umso wichtiger ist die Botschaft dahinter. Eine Fahne verändert nicht die Welt. Aber sie kann ein Zeichen sein. Für Offenheit. Für Respekt. Für die Gewissheit, willkommen zu sein.
Der Pride Month endet mit dem Juni. Die Menschen, um die es geht, bleiben. Und auch Solidarität kennt kein Enddatum. Sie zeigt sich oft nicht auf großen Bühnen, sondern in kleinen Gesten: im Zuhören, im Widerspruch gegen Ausgrenzung und in der Haltung, dass jeder Mensch seinen Platz in unserer Gesellschaft verdient.
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