Olaf von Kamp

Landwirt investiert in innovative Energie

30.04.2014

Dornsode. Wer mit Olaf von Kamp (42) über dessen Hof in Dornsode geht, hat historischen Boden unter den Füßen. Bis ins Jahr 1500 reicht der Familienstammbaum der von Kamps. 1846 ging der Hof durch Freikauf in das Eigentum der Familie über. Heute bewirtschaftet von Kamp den Betrieb im Armstorfer Ortsteil Dornsode mit 250 Milchkühen.

Kein einfaches Geschäft, wie sich gerade wieder erweist: Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) will die Weidewirtschaft fördern und mehr Kühe vom Stall aufs Grünland bringen. Doch das sei bei großen Herden kaum zu managen, zudem sei die Kuhbetreuung im Stall aus hygienischer Sicht besser im Vergleich zur schwankenden Witterung auf der Weide, sagt Olaf von Kamp.

Gründliche Reinigung

Um Melkstände und Tank nach jedem Melken zweimal täglich gründlich zu reinigen, braucht der Landwirt allerdings viel heißes Wasser und damit viel Energie. Mithilfe des Himmelpfortener Haustechnik-Unternehmens Stöver hat Olaf von Kamp jetzt die Kosten für die aufwendige Reinigung erheblich gesenkt und zugleich auch die Heizung seines Wohnhauses und der Ställe umgestellt. Die Spezialisten für das Heizen mit erneuerbaren Energien planten und verwirklichten eine Lösung, die genau auf den Hof von Kamps zugeschnitten ist: „Statt Öl und Elektrizität erzeugen Hackschnitzel die Wärme für Wohnhaus und Stallungen“, sagt Diplomingenieur Dietmar Groß, Stöver-Experte für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien.

Clou des Konzepts

Der Clou des Konzepts in Dornsode sind zwei unterirdische Fernleitungen, über die das im Hackschnitzel-Kessel erhitzte Wasser 180 Meter weit in die Ställe und in das Wohnhaus transportiert wird.

Die Hackschnitzel landen automatisch über eine Zuführschnecke aus dem Lager neben der Heizanlage im Brennraum des Kessels. Das Holz stammt aus den Wäldern des Hofs: „Wir lassen unser nicht vermarktungsfähiges Holz zu Hackschnitzeln verarbeiten“, sagt von Kamp.

Das Lager für die Beheizung des Kessels muss im Sommer nur alle vier Wochen aufgefüllt werden, im Winter alle zwei Wochen. Die Hackschnitzel ersetzen 12 000 Kilowattstunden Elektrizität, die bisher für die Heißwasserbereitung zur Reinigung der Melkstände und des Tanks benötigt wurden.

Die Ersparnis: 3000 Euro. Weitere 9000 Euro werden eingespart, weil 10 000 Liter Öl für die Warmwasserbereitung für die Kälber und für die Wohnhaus-Heizung durch die Hackschnitzel abgelöst werden. Olaf von Kamp ist mit der Firma Stöver denn auch hochzufrieden, zumal die „Einsparungen steigende Tendenz zeigen“. Der Landwirt muss sich also um die Energieversorgung keine Sorgen mehr machen. Bleibt im Augenblick nur Minister Meyer mit seinem Programm für Weidemilch.

„Auf der Weide finden die Kühe kein über das Jahr stabiles Futter mit ausgewogener Energie- und Proteinversorgung. Das Füttern im Stall mit Silage sichert dagegen eine gleichbleibend hohe wiederkäuergerechte Qualität“, sagt von Kamp. (red)

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