Nach 43 Gegentoren nun erstmals die Null: Was beim FC Cuxhaven jetzt anders läuft
Erster Punkterfolg für den FC Cuxhaven ohne Gegentor in der Landesliga. Doch was bedeutet dieser kleine Erfolg für den Tabellenletzten und seinen neuen Trainer Kai Dombrowski? Ein Schritt in die richtige Richtung?
Hinter Kai Dombrowski liegt eine turbulente Woche. Viele Gespräche mit Spielern, die Vorbereitung auf sein erstes Spiel als Cheftrainer und die Aufgabe, einer verunsicherten Mannschaft wieder Halt zu geben. Die Woche war von Nervosität geprägt. Als Dombrowski am Sonnabend den Grodener Sportplatz betrat, legte sich diese Anspannung jedoch. Was folgte, dürfte dem neuen Trainer zusätzlich Mut machen: Der FC Cuxhaven trotzte dem MTV Treubund Lüneburg ein 0:0 ab und zeigte dabei ein anderes Gesicht als zuletzt.
FC Cuxhaven - MTV Treubund Lüneburg 0:0 (0:0): Bei stürmisch-regnerischem Wetter hatten sich nur wenige Zuschauer auf den kurzfristig als Spielort festgelegten Kunstrasenplatz in Groden eingefunden. Tore bekamen sie zwar nicht zu sehen, dafür aber einen FC, der sich deutlich stabilisiert präsentierte. Genau das hatte Dombrowski vor seinem Debüt gefordert.
Dass die Mannschaft nicht sofort ihren Rhythmus fand, zeigte sich allerdings in der Anfangsphase. In den ersten 15 Minuten stimmten die Abstände noch nicht, die Cuxhavener waren nicht eng genug an ihren Gegenspielern. Mit zunehmender Spielzeit bekam der FC die Partie jedoch besser in den Griff. Die Abstände wurden kleiner, nach Ballverlusten setzte die Mannschaft konsequenter nach und eroberte sich Bälle zurück. Auch die Körpersprache stimmte über weite Strecken, selbst wenn sich zwischendurch alte Muster einschlichen.
Die Cuxhavener präsentierten sich zunehmend als Einheit - und das war auch an der Seitenlinie zu spüren. Dombrowski verfolgte das Geschehen mit vollem Einsatz, gab seinen Spielern lautstark und mit Handzeichen Anweisungen. Nach dem Abpfiff fiel sein Fazit entsprechend positiv aus: "Die Mannschaft hat meine Erwartungen mehr als erfüllt und ein anderes Gesicht gezeigt. Ihre Geschlossenheit hat mir gefallen", sagte der neue Cheftrainer.
Ganz ohne Möglichkeiten blieb die Partie auf beiden Seiten nicht. Die größte Chance des FC hatte wohl Tim Klowat im zweiten Durchgang, als sein Abschluss am Pfosten landete. Auch der MTV Treubund Lüneburg kam zu Gelegenheiten, ließ diese aber ungenutzt. Weil auf beiden Seiten die entscheidende Aktion fehlte, blieb es beim torlosen Remis.

Für Cuxhaven war das Ergebnis dennoch mehr als nur ein Punkt. Nach elf Spielen mit insgesamt 43 Gegentreffern blieb der FC erstmals in dieser Saison ohne Gegentor. Die defensive Stabilität war damit ein Zeichen dafür, dass die Mannschaft die Forderungen ihres neuen Trainers zumindest über weite Strecken umsetzen konnte. Dombrowski sah das 0:0 deshalb als Grundlage für die weitere Arbeit: "Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Die Mannschaft hat jetzt eine Basis, an der wir weiterarbeiten können", sagte er.
Ein kleiner Wermutstropfen blieb allerdings: Wieder sammelte Cuxhaven fünf Gelbe Karten. Dombrowski wollte diesen Punkt nach der gezeigten Leistung jedoch nicht in den Vordergrund stellen. "Da kann ich heute aber drüber hinwegsehen", sagte er. Nach dem Schlusspfiff nahm der Trainer zahlreiche Glückwünsche entgegen. Auch die Spieler waren mit ihrem Auftritt zufrieden - haderten aber zugleich damit, dass am Ende nicht sogar ein Sieg möglich gewesen war.
Nach dem Rücktritt von Timo Szybora und dem schwierigen Saisonverlauf ging es für den FC zunächst vor allem darum, wieder als Mannschaft aufzutreten. Gegen den MTV Treubund Lüneburg ist das über weite Strecken gelungen. An der schwierigen Ausgangslage des Tabellenletzten ändert der Punkt zwar nichts. Doch das erste Zu-null-Spiel der Saison und der sichtbar geschlossene Auftritt geben FC-Trainer Kai Dombrowski Ansatzpunkte für die kommenden Wochen.
FC Cuxhaven: Tjark Mertha (im Tor), Niklas Menke, Alessandro Fitter (23., Leandro Carbajales Fernandez), Kevin Kreth, Yannick Lassmann (74., Finn Deike), Vasco Roberto Olivera da Silva (89., Maximilian Denker), Ferris-Piers Emmeluth, Tim Klowat, Nikhil Thomas (74., Till Ubber), Stefan Cordts (84., Junes Szybora), Marvin Pannhorst.
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