Abriss der Rundturnhalle Cuxhaven hat begonnen: Asbest sorgt für aufwendigen Rückbau
Die legendäre Rundturnhalle in Cuxhaven, einst Schauplatz großer Sportereignisse, wird abgerissen. Der komplexe Rückbau des Betonkolosses stellt eine besondere Herausforderung dar und markiert das Ende einer Ära. Die Fotos aus dem Inneren der Halle.
Die Basketballkörbe hängen verlassen von der Decke herunter. Ein Spielfeld gibt es nicht mehr. Der Linoleumboden in der Rundturnhalle ist verschwunden. Viel Staub und ganz viel Leere prägen die einst so imposante Halle an der Beethovenallee. Ihre Tage sind gezählt. Schon in wenigen Wochen wird der Botonklotz endgültig abgerissen. Die ersten Maßnahmen haben begonnen. "Zunächst werden die in den Baukonstruktionen vorhandenen Schadstoffe entfernt und im Anschluss beginnt der eigentliche Rückbau", sagt Simone Starke von der Pressestelle des Landkreises Cuxhaven. Keine einfache Aufgabe.

Denn es ist zwingend erforderlich, mehrere Schleusen aufzubauen und die erforderlichen Bereiche hermetisch abzuriegeln, sodass in diesen Bereichen die Schadstoffe gemäß der technischen Regeln für Gefahrstoffe entfernt werden können. Durch dieses Vorgehen soll außerdem die Freisetzung von Schadstoffen an die Umgebungsluft verhindert werden.
Die Beseitigung der Schadstoffe wird sich über mehrere Monate erstrecken, da insgesamt eine Fläche von 8.500 Quadratmetern betroffen ist. Besonders aufwendig ist dabei die Hallendecke, da rund 1.500 Quadratmeter Spritzasbest in einer Höhe von neun bis zwölf Metern saniert werden müssen. Auch der Rückbau von insgesamt 5.000 asbesthaltigen Abstandhaltern in den Stahlbetondecken sowie der Ausbau von rund 500 Metern PCB-haltigen Fugen zwischen Stahlbetonteilen zeigt den erforderlichen Aufwand dieser Maßnahme. "Da es sich um gebundene Schadstoffe handelt, bestand keine Gefährdung während der normalen Nutzung der Halle", betont der Landkreis Cuxhaven.

Erst danach beginnt der eigentliche Rückbau der Halle mit schwerem Gerät. Und der ist durchaus besonders. "Die nach innen geneigten Betonstützen sowie die Dachkonstruktion selbst sind statisch eine große Herausforderung", sagt Starke. In Kombination mit der mittig auf dem Dach platzierten Technikzentrale, mit einem Gewicht von über 20 Tonnen, sei der Rückbau noch komplexer. Insgesamt werden im Zuge des Rückbaus rund 13.000 Tonnen Material zurückgebaut und entsorgt. Im zweiten Quartal 2027 soll dieser abgeschlossen sein. Wenn alles glatt läuft.
Schon beim Vergabeverfahren für den Abriss der Halle wurde betont, dass der Rückbau durch die Komplexität jederzeit Verzögerungen bereithalten kann. "Leider sind kaum Erfahrungswerte vorhanden", teilt der Landkreis Cuxhaven mit. Deutschlandweit sind bislang lediglich zwei bauähnliche Rundsporthallen zurückgebaut worden - und zwar in Landau und in Frechen. Nach Aussage des Landkreises sollen Ende des Jahres die Bagger anrücken, um das Stahl-Beton-Konstrukt kontrolliert zum Einsturz zu bringen. Dann endet eine über 50-jährige Sportära in Cuxhaven.

Die Rundturnhalle stand in den vergangenen Jahren neben dem Schulsport vor allem für Spitzensport und große Veranstaltungen. Zu den besten Zeiten der Cuxhaven BasCats in der 2. Basketball-Bundesliga ist durch mobile Zusatztribünen eine Kapazität von 1531 Plätzen zu den Heimspielen entstanden. Doch schon vor längerer Zeit war regelmäßig die marode Bausubstanz ein Thema.
Immer mal wieder musste die Halle für einen gewissen Zeitraum gesperrt werden - zuletzt im Januar 2026 wegen einer zu hohen Schneelast auf der Dachkonstruktion. Die Zeiten sind nun vorbei. Der Schul- und Vereinssport hat sich bereits in die direkt nebenan errichtete Cuxlandhalle verschoben. Im November findet mit der Sportgala auch die erste Großveranstaltung in der neuen Halle statt. Im Januar 2027 soll der Masters-Cup folgen. Eine neue Sporthallen-Ära in Cuxhaven hat also schon begonnen ...

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