Cuxhavener Kilian Brockhoff startet letzten Abschnitt seines College-Traums
Der Cuxhavener Kilian Brockhoff steht vor seiner letzten College-Saison in den USA. Mit großen Zielen im Visier möchte er den Sprung in den Profi-Basketball schaffen. Familie, Freunde und Heimat geben ihm dabei Kraft. Von Tobias Flottmann
Seit drei Jahren studiert der in Cuxhaven geborene Kilian Brockhoff dank eines Stipendiums in den USA und spielt für verschiedene Universitäten Basketball. Nun geht es in seine letzte Saison auf dem College. Anschließend hat der 22-Jährige nur ein Ziel: Er möchte Profi werden.
Kilian Brockhoff hat die kurze Pause in der Vorbereitung auf die neue Saison genutzt, um Familie und Freunde in Cuxhaven wiederzusehen. Für den 22-Jährigen sind die Heimatbesuche wie Urlaub. "Erst wenn man nicht mehr jeden Tag hier ist, merkt man, wie schön der Strand und das Wasser sind", sagt er. Hier kann er abschalten, mal nicht jeden Tag an Basketball denken.
Für den 22-Jährigen beginnt in den nächsten Tagen seine mittlerweile vierte Saison am College. Nach zwei schwierigen ersten Jahren mit wenig Spielzeit und Verletzungspech bei Santa Barbara und in St. Louis schaffte er es, vergangene Saison bei William&Mary im Bundesstaat Virginia auf sich aufmerksam zu machen. "Das letzte Jahr war für mich persönlich sehr gut", zieht er Bilanz. Durchschnittlich 10,7 Punkte, 3,6 Rebounds und je fast einen Block und einen Steal steuerte der 2,06 Meter große Power Forward zum Erfolg seiner Mannschaft bei. Sie erreichten den fünften Platz in ihrer Conference. Die Conferences teilen die NCAA (Verband der Colleges in den USA) in Regionen und Niveaus ein.
Für sein letztes College-Jahr wechselte der Cuxhavener nun zu Eastern Michigan in die Stadt Ypsilanti im Südosten des Bundesstaates Michigan. Die "Eagles" treten in der Mid-American Conference an und spielen gegen namhafte Universitäten wie die Miami University aus Oxford oder die University of Akron.
Ziel ist, wie immer, der Conference-Sieg und die Teilnahme am March-Madness-Turnier. Hier spielen die besten Colleges der USA aus, wer das beste Team der Vereinigten Staaten ist. Die Vorbereitung läuft laut Brockhoff gut. Beide bis jetzt bestrittenen Testspiele wurden gewonnen und die vielen Trainingseinheiten (drei am Tag) zahlen sich aus. Auch gute Grundlagen für Zusammenhalt im Team seien bereits gelegt worden.
Für den Studenten persönlich geht es in erster Linie darum, viel auf dem Parkett zu stehen. "Es ist immer das Wichtigste, einfach zu spielen", sagt er. Auch akademisch steht einiges an. Denn planmäßig schließt Brockhoff zum Ende der Saison sein Bachelor-Studium in Business-Management ab. Schon vergangenes Jahr wurde der Basketballer für seine Leistungen im Klassenraum geehrt. Ein guter Notenschnitt und gleichzeitig viel Zeit auf dem Parkett setzten ihn auf die Ehrenliste für akademische Athleten in seiner Conference.
Nach seiner Zeit auf dem College steht jedoch erst einmal der Basketball im Fokus. Brockhoff verfolgt das klare Ziel vom Profi-Geschäft. Wo genau es für ihn hingeht, weiß er noch nicht. Falls sich eine Möglichkeit bietet, könne er sich vorstellen, für die sogenannte Summer League in den USA zu bleiben. Hier haben Talente für ein paar Wochen die Möglichkeit, mit und gegen schon aktive NBA-Spieler, die erst ein Jahr in der Liga sind oder frisch verpflichtet wurden, zu spielen und dabei auf sich aufmerksam zu machen. "Da hätte ich extrem Bock drauf", meint der Cuxhavener. Den leichtesten Weg in den Profi-Bereich hätte er wohl in Deutschland, da entsprechende Regeln den Vereinen vorschreiben, nur eine gewisse Anzahl von Nicht-Deutschen Spielern im Kader zu haben.
Großes Vertrauen der Jugendtrainer
Angefangen mit dem Basketball hat der damals 12‑jährige Brockhoff bei Rot-Weiss Cuxhaven in der Jugend. Besonders erinnert er sich an seinen damaligen Trainer Jens Krummenerl. "Ohne das Vertrauen von ihm wär ich vielleicht jetzt nicht da, wo ich bin", blickt er auf die erste Station seiner Karriere zurück. Gleiches gelte für Matthias Weber. Der damalige Trainer der Niedersachsenauswahl hatte den auffällig großen Basketball-Neuling schon nach ein paar Monaten im Blick, sorgte schnell für eine Kaderberufung und vermittelte Brockhoff im Alter von 14 zu RASTA Vechta, wo er dann mit 16 Jahren zu einer Gastfamilie zog. Während des Durchlaufens der Jugendteams in Vechta spielte er außerdem mehrere Jugend-Europameisterschaften für Deutschland und sammelte erste Profi-Erfahrungen in verschiedenen Herrenteams.
In der Zeit in Cuxhaven konnte der 22-Jährige noch einmal Kraft tanken vor dem anstehenden Saisonstart mit seinem neuen Team. Ab November wird es wieder ernst - sowohl sportlich als auch im Studium. Die Entscheidung, Deutschland zu verlassen, bereut er auf jeden Fall nicht. "Die College-Erfahrung ist schon sehr cool", sagt Kilian Brockhoff.
Diese Zeit neigt sich nun dem Ende entgegen. Die letzte Saison am College dürfte auch für den Cuxhavener richtungsweisend sein, um seinem Traum vom Profi-Basketballer einen weiteren Schritt näherzukommen.
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