Derby in Cuxhaven: Rot-Weiss schießt sich am Ende den Frust von der Seele
Rot-Weiss Cuxhaven hat den ersten Saisonsieg in der Fußball-Bezirksliga eingefahren - und sich am Ende viel Frust von der Seele geschossen. Im Stadtderby gegen Aufsteiger Duhner SC wurde es spät eine deutliche Angelegenheit.
Die Spieler von Rot-Weiss Cuxhaven lagen sich in den Armen, die Duhner verließen mit hängenden Köpfen den Rasen auf der Kampfbahn. Der Aufsteiger hatte sich viel vorgenommen - und war lange Zeit mindestens ebenbürtig. In der letzten halben Stunde brach die Mannschaft von Trainer Aleksandar Milakovic aber komplett ein. "Wir müssen unsere Chancen einfach nutzen", sagte der DSC-Trainer sichtlich enttäuscht. "Am Ende ist der Rot-Weiss-Sieg verdient, aber um zwei Tore zu hoch", so Milakovic weiter. Das sahen auch die Rot-Weiss-Verantwortlichen so. "Es war einfach wichtig, dass wir den ersten Sieg holen", sagte Helgi Helgason nach dem Spiel. Er vertrat zusammen mit Andreas Haas den abwesenden Cheftrainer Lars Uder an der Seitenlinie. Der 38-Jährige steht eigentlich noch als Spieler im Kader, sprang nun aber in anderer Position ein. Mit Erfolg. Dass es ein so deutlicher 5:1-Sieg werden würde, war aber lange nicht absehbar.
Duhnen spielte von Beginn an mutig mit auf der Kampfbahn, hatte bis zur 60. Minute die besseren Chancen. Rot-Weiss hatte Glück, dass sie nicht in Rückstand gerieten. Vor der Halbzeit schoss Damian Curras-Fonseca aus kurzer Distanz frei stehend über das Tor, nach dem Seitenwechsel scheiterte Bruno da Silva Oliveira zweimal. Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:1. Nach einer halben Stunde ging Rot-Weiss in Führung. Vor allem dank Duhnens Keeper Dennis Glüsing. Er spielte unbedrängt einen katastrophalen Fehlpass in die Füße von Diogo Regufe, der frei vor Glüsing stand und den Ball zur Cuxhavener Führung ins Tor chippte. Ein Geschenk. Doch Duhnen war gut im Spiel, glich keine fünf Minuten später durch einen Schuss aus zwölf Metern von Damian Curras Fonseca aus. Rot-Weiss schaffte es nie, Kontrolle in die Partie zu bekommen. Das wurde erst mit ein paar Umstellungen Mitte der zweiten Hälfte deutlich besser. Nutznießer war Angreifer Gabriel Costa, der fast im Alleingang die Partie zugunsten von Rot-Weiss drehte. Erst scheiterte er noch am Pfosten, wenig später drückte er den Ball nach Vorarbeit von Sebastian Wöhlkens zum 2:1 ins Netz (69. Minute). Nur zwei Minuten später eine fast identische Situation. Wieder flankt Wöhlkens und wieder hält Costa den Fuß rein - und trifft. 3:1. Duhnen wirkte komplett K.o. - und zusehends defensiv überfordert. Spätestens mit dem Treffer zum 4:1 von Wöhlkens (79.) war die Partie entschieden. Der Schlusspunkt war aber Gabriel Costa vorbehalten. Nach Vorarbeit von Luca Mittelstädt knallte der 25-Jährige den Ball mit links unter die Latte zum 5:1‑Endstand. Costa schnürte damit den Hattrick. Wenig später war Schluss. Cuxhaven feierte den Derbysieg noch auf dem Platz ausgelassen. "Das war wichtig", sagte Co-Trainer Haas nach Schlusspfiff.
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