Ausführlich standen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion den Fragen von KSB-Geschäftsführerin Stefanie Klüver Rede und Antwort. Im Fokus standen die Themen Ganztagsschule und "Ehrenamt am Limit". Foto: Witthohn
Ausführlich standen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion den Fragen von KSB-Geschäftsführerin Stefanie Klüver Rede und Antwort. Im Fokus standen die Themen Ganztagsschule und "Ehrenamt am Limit". Foto: Witthohn
Sportorganisation

Digitalisierung ist ein Zauberwort auch für die Sportvereine im Kreis Cuxhaven

von Herwig V. Witthohn | 25.04.2026

Im Dörphuus Hollen wurde es sehr gemütlich, als zahlreiche Delegierte der Einladung des Kreissportbundes Cuxhaven zum 22. ordentlichen Kreissporttag folgten. Sie erlebten eine Veranstaltung der etwas anderen Art.

75 Delegierte hatten sich eingefunden, um die Interessen der nun 77.408 Mitglieder der dem KSB angeschlossenen Vereine zu vertreten. Und anstatt einen Tagesordnungspunkt nach dem anderen abzuarbeiten, gingen KSB-Vorsitzender Rüdiger Sauer und sein Team einen anderen Weg. Sie starteten nach den ersten Regularien mit einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion. Daniela Behrens (Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung), Eva Viehoff (Landtagsabgeordnete BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Claus Seebeck (CDU-Landtagsabgeordneter), Andre Kwiatkowski (Präsident des Landessportbundes Niedersachsen), Friedhelm Ottens (Dezernent Landkreis Cuxhaven) und Tim Mehrtens (SPD-Vorsitzender Börde Lamstedt) wurden von KSB-Geschäftsführerin Stefanie Klüver mit zwei für den Sport auch in der Region sehr wichtigen Fragen konfrontiert: "Ganztagsschule" und "Ehrenamt am Limit".

Andre Kwiatkowski sieht eine Hauptursache der Problematik beim Thema "Ehrenamt am Limit" bei der Tatsache, das es immer schwieriger für die Vereine wird, Ehrenamtliche zu finden. Dazu komme das Thema "überbordende Bürokratie". Er dankte Ministerin Behrens dafür, dass die bürokratischen Prozesse bereits verschlankt wurden, doch das reiche noch nicht aus. Friedhelm Ottens betonte die Aufgabe des Trägers, gut zu beraten. "Wir sind euer Dienstleister." Daniela Behrens sieht steigende Mitgliederzahlen in den Sportvereinen, aber sinkende Zahlen, was Ehrenamtliche betrifft. "Wir haben dem LSB im vergangenen Jahr 52 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Wir unterstützen den Sport, so gut wir können." Eva Viehoff fordert die Arbeitgeber auf, das Ehrenamt mehr zu fördern und Wert zu schätzen. "Bildungsurlaub sollte es auch für den Sport geben." Tim Mehrtens sieht vor allem bei kleinen Vereinen die Bürokratie als Hemmnis. "Die Verwaltung muss bei Antragstellungen helfen." Claus Seebeck betonte, dass bereits viel bewegt wurde, auch im Landkreis Cuxhaven. Aber die Ehrenamtlichen sollten mehr Wertschätzung erfahren. "Entbürokratisierung und Digitalisierung sind die Herausforderungen, die schnell gemeistert werden müssen."

Das unterstrich auch KSB-Geschäftsführerin Stefanie Klüver. "Die Digitalisierung ist ein Zauberwort, wir müssen Ebenen miteinander verknüpfen, um optimale Abläufe zu erreichen." Andre Kwiatkowski betonte: "Wir sind auf dem richtigen Weg, aber nicht am Ziel." Daniela Behrens versprach für den Kreissporttag 2028, dass die Aufgaben der Digitalisierung bis dahin erledigt sein werden. Bei der Ganztagsschule waren sich alle Podiumsteilnehmer einig, das Kinder einen Anspruch auf Betreuung haben. Einige sahen große Chancen, andere aber auch Risiken, gerade was Vereine im dörflichen Bereich betrifft. Das trilaterale Modell Träger, Schule, Verein muss funktionieren. Ministerin Behrens weiß, das es bei der Umsetzung 2026 "ruckeln wird". Es gäbe zu wenig Lehrer, Kultur, Soziales und Sport sind wertvolle Ergänzungen. "Wir sind gut aufgestellt, in einzelnen Gemeinden sogar top. Es gibt ja den einen Ansprechpartner, den Träger", stellte Friedhelm Ottens fest. Andre Kwiatkowski mahnte, dass die Hallenkapazitäten der Schlüssel für den Erfolg seien. Claus Seebeck hätte sich in diesem Zusammenhang gefreut, wenn die Gelder aus der Sport-Milliarde in Niedersachsen nicht in Tablets gesteckt worden wären, sondern in Neubauten und Renovierungen von Sporthallen investiert worden wären.

Nach der spannenden Podiumsdiskussion konnte Rüdiger Sauer auf zwei spannende Jahre zurückblicken. Viele Projekte konnten finanziell gefördert werden, zahlreiche Veranstaltungen im Kreis Cuxhaven sorgten für Aufmerksamkeit. Sauer freute sich über die gestiegenen Zahlen bei den Sportabzeichen-Aktionen und steigende Mitgliederzahlen beim KSB. Auch die "Küstensterne des Sports", gemeinsam mit dem Landkreis Cuxhaven durchgeführt und organisiert, sind ein Erfolg geworden. Rüdiger Sauer betonte, dass der Kreissportbund ein Dienstleister für die angeschlossenen Vereine ist und die Interessen der Vereine gegenüber Politik und Verwaltung intensiv vertritt. Und was wichtig ist: "Cuxhaven soll eines der Pilotprojekte werden, was die vereinfachte Antragstellung für Fördermaßnahmen im Sportstättenbau betrifft."

Bei den Wahlen gab es einstimmige Ergebnisse. Frank Bretschneider und Claudia Gundermann wurden als stellvertretende Vorsitzende bestätigt, ebenso Annette Butzke als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit. Neu im Team sind Hanna Pilawa (Bildung/Lehrwesen) und Azise Subasic (Gleichstellung). Mit einem herzlichen Dank verabschiedet wurde Edmund Roes, der 22 Jahre lang als Vorstandsmitglied für Bildung und Lehrwesen aktiv war. Geehrt wurde Michael Vathke, der seit 25 Jahren als Sportreferent beim KSB Cuxhaven aktiv ist.

KSB-Vorsitzender Rüdiger Sauer blickte auf ein erfreuliches Jahr 2025 zurück, weiß aber um die Herausforderungen, die auf die Vereine zukommen. Foto: Witthohn
Geehrt wurde Michael Vathke, der seit 25 Jahren als Sportreferent beim KSB Cuxhaven aktiv ist. Der Eishockey-Fan freute sich über ein Trikot der Fischtown Pinguins Bremerhaven. Foto: Witthohn

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