FC Cuxhaven belohnt sich mit erstem Punkt - und darf sich trotzdem ärgern
Der FC Cuxhaven holt im sechsten Saisonspiel der Fußball-Landesliga gegen den TV Jahn Schneverdingen den ersten Punkt. Trotz eines dramatischen Last-Minute-Ausgleichs ist der Ärger über verpasste drei Punkte groß.
Mit gemischten Gefühlen gingen die Cuxhavener vom Feld nach dem Heimspiel gegen den TV Jahn Schneverdingen. Einerseits waren sie glücklich, dass sie im sechsten Saisonspiel der Fußball-Landesliga den ersten Punkt ergattert haben, andererseits durften sie sich ärgern, dass es nicht drei wurden.
Die nächste Hiobsbotschaft bekam FC‑Trainer Timo Szybora beim Warmmachen. Alessandro Fitter verletzte sich am Oberschenkel und musste kurzfristig ersetzt werden. Für ihn startete Leandro Carbajales Fernandez im Mittelfeld. Nicht der einzige schmerzhafte personelle Ausfall aus Cuxhavener Sicht. Auch die angeschlagenen Tim Klowat und Marvin Pannhorst wurden nicht rechtzeitig fit. Davon ließ sich der Tabellenletzte aber nicht entmutigen. Szybora stellte sein Team ein wenig um. Niklas Menke begann in der Innenverteidigung, Nikhil Thomas rückte ins Mittelfeld. Der FC‑Trainer erhoffte sich dadurch mehr Stabilität - und bekam sie auch. Schneverdingen hatte nach einem Eckball zwar die erste richtig gute Chance (Milan Szybora rettete nach einem Kopfball auf der Torlinie), doch der FC Cuxhaven zeigte ein ganz anderes Gesicht als noch unter der Woche im Pokal in Stade. Griffig, zweikampfstark und mit offensiven Nadelstichen waren sie das gefährlichere Team. Und im Vergleich zu den Vorwochen schafften sie es auch, eine der ersten Chancen zu nutzen. Nach einem langen Abschlag von Torhüter Tjark Mertha, lief Stefan Cordts alleine auf Schneverdingens Torhüter Michel Voß zu, umkurvte diesen und schoss den Ball mithilfe der Unterkante der Latte zum 1:0 für die Cuxhavener ins Tor. Im sechsten Saisonspiel die erste Führung für den FC.
Diese hielt anschließend Tjark Mertha mit zwei starken Paraden innerhalb weniger Sekunden fest, sodass es mit dem 1:0 in die Pause ging. Aus dieser kamen die Gäste aus Schneverdingen mit Wut im Bauch. Die Halbzeitansprache von Trainer Karim Attia war nach Aussage von Szybora so laut, dass sie in der Cuxhavener Kabine deutlich zu hören war. Die Cuxhavener überstanden die erste Drangphase des TV Jahn unbeschadet - auch mit etwas Glück, da Schneverdingens Maurice Bahnemann einen zumindest zweifelhaften Foulelfmeter neben das Tor setzte. Bis 15 Minuten vor dem Ende hielt die Cuxhavener Führung, dann war Jan-Robert Kuhle zur Stelle und drückte den Ball aus kurzer Torentfernung zum 1:1 über die Linie. Schneverdingen wollte mehr. Cuxhaven hielt dagegen. Es ging hin und her. In der 89. Minute bekam Schneverdingen einen Eckball zugesprochen. Bahnemann stieg in der Mitte am höchsten und nickte zum 1:2 ein. Ein Nackenschlag für den FC. Doch die Reaktion war bemerkenswert. Statt hängender Köpfe zeigten sie Kampfgeist - und wurden belohnt. Niklas Menke spitzelte in der dritten Minute der Nachspielzeit den Ball vorbei am Gästekeeper zum viel umjubelten 2:2‑Ausgleich. Damit nicht genug. Wenige Sekunden später traf Menke nach einem Freistoß per Direktabnahme erneut, doch Schiedsrichter Paul-Moritz Kauff pfiff, nachdem der Ball im Tor war, ab und entschied auf Stürmerfoul des eingewechselten Till Ubbers. Sehr zum Unmut der Cuxhavener. "Für mich war das kein Foul", sagt Szybora nach dem Spiel. So blieb es beim Unentschieden. "Die Reaktion nach dem 1:2 war überragend", sagte er und ergänzte: "Am Ende ärgere ich mich über die nicht geholten drei Punkte."
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