Wildes Stadtderby in Duhnen: Vier Tore, Platzverweis und Ausgleich in letzter Sekunde
Verrückte Schlussphase im Stadtderby der Fußball-Bezirksliga: In Unterzahl dreht Aufsteiger Duhnen die Partie gegen Altenwalde. Doch der TSV kommt in der Nachspielzeit zurück - und beweist einmal mehr Moral.
Ein Spiel mit zwei komplett unterschiedlichen Halbzeiten endete am Ende leistungsgerecht unentschieden - auch wenn sich die Duhner deutlich mehr ärgern über die Punkteteilung. Für den Duhner SC war es bereits das zweite Stadtderby der aktuellen Fußball-Bezirksliga-Saison. Vor drei Wochen setzte es eine deutliche 1:5-Niederlage gegen Rot-Weiss Cuxhaven. Gegen den TSV Altenwalde wollten sie ein anderes Gesicht zeigen. Doch die Gäste aus Altenwalde waren vor mehr als 200 Zuschauern auf dem Sportplatz in Duhnen die bessere Mannschaft. Sie hatten die deutlich reifere Spielweise und auch Chancen, um in Führung zu gehen. Doch es dauerte bis zur Nachspielzeit der ersten Hälfte, als der schnelle TSV-Angreifer Laurin Kimmich im Duhner Strafraum von Kevin Fürst klar gefoult wurde. Den fälligen Elfmeter verwandelte Ramazan Topcu gewohnt sicher zum 0:1. Es war bereits das achte Saisontor des Stürmers - sieben davon erzielte er vom Elfmeterpunkt. Die Halbzeitführung war verdient für den TSV. Das mussten auch die Duhner anerkennen. In der Pause schien Trainer Aleksandar Milakovic aber die richtigen Worte gefunden zu haben. Nach einem kurzen Abtasten beider Teams, wurden die Duhner deutlich gefährlicher. In der 54. Minute traf Damian Curras-Fonseca nur den Pfosten, vier Minuten später durfte er aber jubeln. Nach Zuspiel von Burak Malkoc landete sein abgefälschter Schuss im Tor zum Ausgleich. Duhnen blieb am Drücker, Altenwalde wirkte in dieser Phase angeschlagen. Curras-Fonseca und Kevin Fürst vergaben gute Chancen zur Führung beziehungsweise scheiterten am guten TSV-Keeper Dennis Rademacher.
Genau in dieser Drangphase ließ sich Duhnens Innenverteidiger Felix Wohler zu einer Unsportlichkeit hinreißen. Mit gelber Karte vorbelastet, schubste er seinen Gegenspieler nach einer kleinen Rudelbildung. Dafür gab es die zweite Gelbe Karte und Wohlers musste mit Gelb-Rot den Platz verlassen. Eine unnötige Aktion, die seiner Mannschaft aber offensichtlich wenig schadete. Duhnen blieb auch in Unterzahl die gefährlichere Mannschaft. Altenwalde war um Spielkontrolle bemüht, schaffte dies aber nicht. "Wir haben uns vom Spiel der Duhner anstecken lassen", sagte Cristiano Da Cruz Cunha nach dem Spiel. Der Altenwalter Trainer war mit dem Auftritt seiner Mannschaft nach der roten Karte gegen Wohlers überhaupt nicht einverstanden. Schon in der 80. Minute hätte Bruno da Silva Oliveira die Duhner in Führung bringen müssen, doch sein Kopfball aufs leere Tor ging knapp vorbei. Zwei Minuten vor Schluss belohnten sich die Gastgeber. Curras-Fonseca flankte punktgenau auf den eingewechselten Joshua Milakovic - und der hämmerte den Ball direkt und völlig freistehend aus fünf Metern zum 2:1 ins Tor. Der Siegtreffer in Unterzahl? Vieles sprach dafür, doch Altenwalde kam tatsächlich noch einmal zurück. Da Cruz Cunha beorderte Innenverteidiger Thomas Riske in den Sturm und bewies damit ein glückliches Händchen, denn Riske markierte in der Nachspielzeit den 2:2-Ausgleich - mit gütiger Hilfe der Duhner Defensive. Nach einem langen Ball waren sich Kevin Fürst und Torhüter Dennis Glüsing nicht einig. Beide verpassten den Ball, Riske bedankte sich und schob diesen zum Ausgleich ins leere Tor. Danach war Schluss. "Natürlich ist das ärgerlich", sagte Duhnens Trainer Aleksandar Milakovic nach der Partie. Dennoch war er mit dem Punkt zufrieden. "Wir nehmen den Punkt mit", sagte auch Cristiano Da Cruz Cunha. Seine Mannschaft habe wieder einmal Moral bewiesen, auch wenn die letzten 20 Minuten in Überzahl nicht nach seinem Geschmack waren. "Da haben wir zu einfach wenig gemacht", sagt er.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.