Football boomt: Northstars Cuxhaven erleben extremen Zulauf
Cuxhaven. Football liegt voll im Trend - das merken auch die Cuxhaven Northstars. Die Mitgliederzahl des Vereins hat sich nach nur kurzer Zeit verdoppelt. Sie bezeichnen sich selbst als "große Familie". Doch es gibt noch einiges zu tun.
Vor rund drei Jahren wurden die Northstars Cuxhaven wieder ins Leben gerufen - als eigener eingetragener Verein. In diesem Jahr haben sie ihre erste Saison gespielt. Das Ergebnis: Kein Sieg, aber jede Menge positive Erlebnisse. Egal ob auf oder neben dem Platz. "Wir haben jede Menge Aufmerksamkeit erlangt. Darum ging es in erster Linie", sagt Carsten Schierhorn, neuer zweiter Vorsitzender des Vereins hinter Matthias Schmidt-Prestin. Seine und die Bilanz aller Vorstandsmitglieder fällt ausnahmslos positiv aus. Allein der Zuwachs an Vereinsmitgliedern sei enorm. Mittlerweile ist die Zahl der Mitwirkenden im Verein auf 90 gestiegen. 60 von ihnen betreiben aktiv den Sport. Bei der Gründung vor knapp drei Jahren waren es noch weniger als die Hälfte. "Das ist bombe", freut sich Schierhorn über den riesigen Zulauf.
Da sei es auch zu verkraften, dass die Northstars die erste Saison in der Landesliga ohne eigenen Sieg beenden. Zum Abschluss holten sie im letzten Spiel aber immerhin noch einen Punkt beim Unentschieden gegen die Jade Bay Buccaneers aus Wilhelmshaven. "Im nächsten Jahr darf es gern auch mal ein Sieg sein", sagt Schierhorn mit einem Augenzwinkern. Er selbst hat seine aktive Karriere nach nur einer Saison beendet, kümmert sich nun als zweiter Vorsitzender mit vielen anderen helfenden Händen um das ganze Drumherum. Eine klare Aufgabenverteilung sei wichtig. Schließlich will der Verein weiter wachsen. Und der Aufwand wächst mit. Verpflegung der Spieler, Schiedsrichter stellen und bezahlen, Ausrüstung und vieles mehr. Die Liste ist lang. "Die Ausgaben sind extrem", sagt Chiara Böwing, dritte Vorsitzende des Vereins. Sie gehört bei den Spielen zum Helferteam, sorgt für einen reibungslosen Ablauf und kümmert sich um die Sponsorensuche. "Wir sind wie eine Familie", sagt sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Auf und auch neben dem Platz, ergänzt sie. Das sei schon etwas ganz besonderes, was sie und auch Schierhorn so noch nicht erlebt hätten. "Wir sind erst im zweiten richtigen Jahr, das darf man nicht vergessen", sagt Carsten Schierhorn. Trainiert wird immer dienstags und donnerstags auf dem Brockeswalder Sportplatz. "Der Platz ist ideal für uns", so Schierhorn. Er und seine Mitstreiter haben dort ein Zuhause gefunden. Zu den ersten Heimspielen dieses Jahres pilgerten bis zu 500 Zuschauer. Einigen gefiel es so gut, dass sie mittlerweile auf dem Platz stehen.
"Bei uns kann jeder mitmachen - egal ob 1,50 oder 2,20 Meter groß, egal ob 50 oder 150 Kilogramm. Wir finden für jeden was", sagt Böwing. Ab März beginnt die Vorbereitung auf die neue Spielzeit mit den ersten Freundschaftsspielen, im Mai wird es dann wieder ernst. Die Lizenz wurde den Cuxhavenern erteilt, aber mit Auflagen. Eine davon ist es, dass die Northstars eine Jugendmannschaft stellen. Die Pläne dafür sind schon weit fortgeschritten. Dieses Jahr soll eine Nachwuchsmannschaft der Cuxhavener auf Punktejagd gehen - im sogenannten Flag-Football. Es wird ohne Körperkontakt gespielt, die Spieler sollen erst einmal die Regeln kennenlernen und sich ohne große Risiken mit der Sportart vertraut machen. Denn eines haben auch die Northstars in der ersten Spielzeit kennenlernen müssen: Verletzungen gehören zum Football dazu. Bänderrisse, Schulterprellungen oder gebrochene Finger - die Spieler kamen mit so einigen Blessuren vom Platz. Daher sei ein ausgewogenes Training aber auch eine gewisse Breite im Kader notwendig. Die Northstars sind guter Dinge, dass dies in der zweiten Saison besser werde. "Wir lernen jede Saison dazu", so Schierhorn.
Dazu gehöre auch eine bessere Verteilung der Saisonspiele, damit die Spieler sich auch regenerieren können. Es gibt noch jede Menge zu tun, doch der Grundstock für die nächste erfolgreiche Football-Ära in Cuxhaven wurde gelegt. Schon das erste Jahr war von zahlreichen Höhepunkten geprägt. Nächstes Jahr soll es noch intensiver werden. "Wir lassen uns immer was einfallen. Und das spricht sich immer mehr rum", sagt Chiara Böwing.
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