Günnis großer Triumph: Springpony aus dem Kreis Cuxhaven wird Bundeschampion
Beim Bundeschampionat in Warendorf treten die besten deutschen Pferde gegeneinander an. Das fünfjährige Springpony Günni aus Hemmoor schaffte dieses Jahr mit Besitzerin und Reiterin Jordina Schefczyk die große Sensation.
"It all starts with a dream". Alles fängt mit einem Traum an. Unter diesem Motto bestreitet Jordina Schefczyk ihre Reitkarriere. Bereits mit vier Jahren saß sie das erste Mal auf einem Pony. Nicht viel später kam dann auch Reitunterricht dazu. Zwei bis drei Jahre später bekam sie ihr erstes eigenes Pony. Mit "Benito" ging es auf die ersten Turniere. Seit über 20 Jahren pflegt Schefczyk ihn. "Der lebt mittlerweile sein Rentnerleben", lacht sie. Als sie mit dem Reitsport anfing, wusste sie noch nicht, wohin sie die Reise führen würde.
Familie Schefczyk züchtet erstes Pony
Vor fünf Jahren stand für Familie Schefczyk ein neues Projekt an. Mutter Martina Schefczyk kam auf die Idee, ein Fohlen großzuziehen. Drei Jahre später ritt Jordina Schefczyk "Günni" dann an. Er zog auf den Hof einer Freundin. Dort lebt er in einem Offenstall mit ein paar anderen Pferden. Hier gibt es keine großen Reithallen und auch keine dauerhaft stehenden Parcours. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, auszureiten. "Er war immer auf meiner Seite. Das war mein großes Glück", erklärt die Steuerfachangestellte ihre Bindung zum Pferd. Für sie ist die Haltung in einem Offenstall ein Vorteil. "Er ist es gewohnt, viel in Bewegung zu sein, und ist sein Leben lang draußen gewesen", sagt sie.
Mit gemischten Gefühlen zum Bundeschampionat
Und "Good Vibes Only S", so wird Günni im Wettkampf genannt, lieferte auf Turnieren ab. Mit Schefczyk als Reiterin gelang die Qualifikation zum Bundeschampionat in Warendorf. "Damit war ich schon überglücklich", erzählt sie stolz. Voller Aufregung fuhr sie das erste Mal nach Warendorf. Dort traten die beiden für den Reitverein Bülkau vor 40.000 Zuschauern gegen andere Ponys an, um das beste fünfjährige Springpony Deutschlands zu ermitteln. Die konkurrierenden Ponys kamen vor allem aus großen Zucht- und Ausbildungszentren. Schefczyk hatte großen Respekt vor der bevorstehenden Prüfung. "Wir sind mit gemischten Gefühlen hingefahren", gesteht sie. Dementsprechend angespannt lief die erste Prüfung. Durch Punktabzüge wegen einer Zeitstrafe gab es nur eine Endnote von 7,5. In der Qualifikation für das Finale lief es dann besser. Beide traten wesentlich gelassener auf. Mit einer Note von 8,1 qualifizierte sich "Good Vibes Only S" für das Finale. "Ich hab' geweint, weil ich so glücklich war", erzählt die Reiterin strahlend. Doch damit nicht genug.
Im anschließenden Finale wartete die Springponyprüfung der Klasse L. Für Günni und Schefczyk ging es in ihre erste gemeinsame L-Prüfung. Entsprechend groß war die Aufregung. Doch den Parcours meisterten sie mit Bravour. Die 8,4 Notenpunkte setzten sie an die Spitze, es kamen allerdings noch andere Starter. Keiner von ihnen konnte jedoch die Note toppen, sodass Jordina Schefczyk und "Good Vibes Only S" und der mitgereiste Anhang die Goldmedaille bejubeln durften. Die Sensation war perfekt. Der größte Erfolg ihrer Karriere wäre ohne die Unterstützung ihres Umfelds nicht möglich gewesen, meint sie: "Familie, Freunde, Trainer und Mentoren haben mir alle dabei geholfen", freut sich Schefczyk. Auch ihr Partner habe eine große Rolle gespielt: "Ohne den wäre es nicht möglich gewesen."
Nach seiner großen Leistung hat Günni erst mal eine Woche freibekommen. Jetzt geht es fürs Erste ganz normal weiter. Ausritte stehen an und das Wichtigste sei, dass der Spaß nicht verloren geht. Für nächstes Jahr könne sich Schefczyk vorstellen, mit Günni bei den sechsjährigen Springponys anzutreten. Doch bis dahin genießen die beiden erst einmal den beschaulichen Alltag nach all dem Trubel.
Von Tobias Flottmann
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