Lyon (14) und der NBA-Traum: Sohn einer Cuxhavener Basketballgröße geht eigenen Weg
Sein Nachname ist in Cuxhaven bestens bekannt. Sein Vater prägte über Jahre den Basketball der Stadt. Nun macht auch der 14-jährige Lyon auf sich aufmerksam. Der 1,89 Meter große Nachwuchsspieler trainiert künftig bei den BasCats.
Lyon ist 14 Jahre alt, 1,89 Meter groß - und trägt einen Nachnamen, der in Cuxhaven untrennbar mit Basketball verbunden ist: Seward. Sein Vater Edward "Eddie" Seward spielte über viele Jahre für die BasCats, wurde zu einem bekannten Gesicht des Cuxhavener Basketballs und stand in diesem Jahr sogar mit 47 noch einmal auf dem Parkett. Für Lyon ist Basketball trotzdem nicht einfach nur Familiengeschichte. Es ist längst sein eigenes Ding.
Ganz vermeiden lässt sich der Einfluss des Vaters natürlich nicht. Eddie nahm seinen Sohn früh mit in die Welt des Basketballs. "Ich habe schon früh Gefallen daran gefunden und den ersten Kontakt mit Basketball hatte ich schon mit drei Jahren", erzählt Lyon. Mit acht Jahren begann er schließlich, selbst im Verein zu spielen. In der U10 von Rot-Weiss Cuxhaven machte er seine ersten Schritte, blieb dem Verein bis zur U14 treu.

Scout hat Lyon entdeckt
Dass es irgendwann über den lokalen Vereinsbasketball hinausgehen könnte, ahnte Lyon zunächst selbst nicht. Bei einem Spiel wurde er von einem Trainer aus Stade beobachtet. "Daddy hat zwar gesagt, dass manchmal Scouts da sind, aber ich dachte, er sagt das, damit ich besser spiele." Als tatsächlich ein Trainer seinetwegen am Spielfeldrand stand, war die Überraschung entsprechend groß. "Ich war überrascht, dass einer da war, und hab mich gefreut."
Seitdem gehört beides zu seinem Alltag: Training in Stade und Training in Cuxhaven. Und inzwischen kommt noch eine weitere Ebene hinzu. Beim letzten Saisonspiel in Cuxhaven wurde Lyon vom Niedersächsischen Basketballverband angesprochen. Er wurde zu einem Training eingeladen, das für ihn gleichzeitig eine Art Tryout war. Die eigentliche Sichtung hatte Lyon damit praktisch übersprungen. Der Kader stand zu diesem Zeitpunkt nämlich eigentlich schon.
Nächster Schritt: Landesauswahlturnier
Sein Tryout in Bremen dauerte zwei Tage, jeweils sechs Stunden. "Ich hatte da ein gutes Gefühl", sagt er. Eine direkte Rückmeldung des Trainers gab es allerdings nicht. Erst rund einen Monat später kam dann die Einladung zum NBV-Lehrgang nach Hannover. Wieder hieß es: zeigen, was er kann. Lyon setzte sich dort gegen 23 andere Teilnehmer durch und schaffte den Sprung in den Kader für das Landesauswahlturnier in Köln. Nur zwölf Spieler wurden dafür nominiert. Für den 14-Jährigen war das eine neue Erfahrung. "Auf der Fahrt dorthin war ich noch aufgeregt, aber im Spiel hatte ich keine Zeit für Nervosität."

Vielleicht ist genau das eine seiner auffälligsten Eigenschaften: Lyon scheint sich von großen Namen oder neuen Situationen nicht einschüchtern zu lassen. Auch nicht, wenn plötzlich Spieler aus anderen Bundesländern neben ihm stehen und es um mehr geht als um ein normales Vereinsspiel. Denn bei den Landesauswahlturnieren treffen die besten Nachwuchsspieler der Bundesländer aufeinander. Für einige von ihnen kann das ein weiterer Schritt in Richtung der U15-Leistungscamps des Deutschen Basketball Bundes sein. Ob Lyon diesen Weg ebenfalls einschlagen wird, ist offen. Dass er dabei etwas mitnimmt, steht für ihn schon jetzt fest. "Ich lerne neue Systeme und Begriffe. Und das Training ist härter - aber ich mag Disziplin."
Schule, Training in Stade und Cuxhaven
Ein Satz, der zeigt, wie diszipliniert der Neuntklässler ist. Während andere Jugendliche nach einem langen Schultag vielleicht lieber abschalten, scheint Lyon mit den zusätzlichen Anforderungen gut zurechtzukommen. Er muss inzwischen Schule und Training in Stade und Cuxhaven mit den Terminen der NBV-Auswahl verbinden. Es ist ein ziemlich voller Kalender für einen 14-Jährigen. "Das ist viel, aber ich hab da Lust zu."
Und wenn irgendwann doch einmal freie Zeit übrig bleibt? "Dann spiele ich auf dem Basketballplatz." Sein großes Ziel ist ohnehin klar: die NBA. Jetzt geht es aber erst einmal um die nächsten Schritte, um neue Erfahrungen und darum, besser zu werden. Einer dieser nächsten Schritte führt ihn zu den BasCats, bei denen Lyon seit Kurzem mittrainiert. In der kommenden Saison soll er dort bereits Einsatzzeit bekommen. Damit wird er künftig noch häufiger dort zu sehen sein, wo sein Vater über Jahre zu Hause war. Der Name Seward wird bei den Heimspielen der BasCats also weiterhin fallen. Und vielleicht ergibt sich irgendwann sogar ein Bild, auf dem Vater und Sohn gemeinsam auf dem Basketballfeld stehen. Eddie hat schließlich bewiesen, dass Comebacks bei ihm durchaus möglich sind.
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