Reiten in der Wingst: Pferde, Sieger und ein Suppentopf
Das 118. Dobrock-Turnier vom 13. bis 16. August vereint Tradition und Spitzensport mit über 50 Prüfungen im Springen und in der Dressur. Reitsportbegeisterte können zusätzlich am Freitagabend eine spannende Fohlenauktion erleben.
Pokale sind bei Reitturnieren inzwischen etwas aus der Mode gekommen. Heutzutage geht's vor allem um Schleifen, Geldpreise und Abschwitzdecken, manchmal auch um Kränze. Vor 100 Jahren war das noch anders. Da gab es noch richtig große Siegerpokale, die aufwendig verziert und graviert waren.
Mannschaftssiegerpokal aus dem Jahr 1926 aufgetaucht
Ein solches stattliches Exemplar hat jetzt der Unterelbesche Renn-, Reit- und Fahrverein rechtzeitig vor dem 118. Dobrock-Turnier erhalten. Der Eigentümer des Pokals hatte diesen einst geerbt und ihn nun dem URRFV überlassen. Der Pokal, der eher einem großen Suppentopf ähnelt, stammt aus dem Jahr 1926, ist also genau 100 Jahre alt. Er war der Preis für den Sieg im Wettkampf der Reitvereine beim damaligen Dobrock-Turnier.
Genauso ehrgeizig wie schon damals werden auch in diesem Jahr Reiterinnen und Reiter vom 13. bis 16. August um Preise und Ehren wetteifern. Weit mehr als 50 Prüfungen im Springen und in der Dressur sowie weiteren Reitwettbewerben und nicht zuletzt in den Disziplinen des Working Equitation können an den vier Turniertagen absolviert werden.
4. Fohlenauktion wird ein Publikumsrenner
Eher nicht um Siege und Platzierungen, sondern um hohe Geldsummen, geht es bei der 4. Fohlenauktion auf dem Dobrock. Sie beginnt am Freitag gegen 19.30 Uhr. Der Hauptpferdezuchtverein Land Hadeln bietet als Veranstalter zwölf hochkarätige Nachwuchstalente für den Dressur- und Springsport auf. Die Auktion erfreut sich beim Publikum aber auch in fachkundigen Kreisen inzwischen großer Beliebtheit. Die Vorstellung der Fohlen mit ihren Müttern, kommentiert und versteigert von Auktionator Dr. Günter Friemelt ist ein Ereignis für sich. Im vorigen Jahr erzielte "Deluxe" das höchste Gebot. Der springbetonte Diacontinus-Sohn aus der Zucht von Thorsten Föge aus der Wingst wurde für 13.500 Euro versteigert.
Spannend und völlig offen bleibt natürlich die Frage, wer in diesem Jahr den Großen Preis des Landkreises Cuxhaven und der Weser-Elbe Sparkasse im Springen gewinnt. Der abschließende Höhepunkt des Turniers am Sonntagnachmittag ist mit einem Preisgeld von 15.000 Euro zugleich die am höchsten dotierte einzelne Prüfung auf dem Dobrock. Im vorigen Jahr gewann die schwedische Reiterin Karin Martinsen mit Tailormade Conita Blue das Stechen des S***-Springens.
Prominente Starter in der Konkurrenz um den Sieg
Ein aussichtsreicher Starter könnte Karsten-Otto Nagel sein, der inzwischen in Lilienthal beheimatet ist, wo er gemeinsam mit seiner Frau Mylene und deren Schwester Mynou eine Reitanlage betreibt. Nagel ist einer der erfolgreichsten deutschen Springreiter der vergangenen Jahrzehnte. Auf dem Dobrock siegte er 2014 mit Lex Lugar im Großen Preis. Mylene Nagel wird ebenso wie ihre Schwester Mynou Diederichsmeier auf dem Dobrock an den Start gehen. Beide haben ebenfalls beeindruckende Laufbahnen als Springreiterinnen vorzuweisen.
Auch Steffen Engfer aus Rosengarten, der bereits zweimal den Großen Preis in Elmlohe gewann, ist zum Favoritenkreis zu zählen. Nicht zu vergessen Hergen Forkert aus Oberneuland, dem der Sieg auf dem Dobrock 2011 gelang. Ein ganz heißer Kandidat für den Sieg könnte diesmal der dreimalige Sieger im Deutschen Springderby in Hamburg-Klein Flottbeck, Toni Haßmann, werden. Und auch Guido Klatte Jun., Sieger im Großen Preis von 2024, sollte nicht außer Acht gelassen werden. Aber auch der gebürtigen Südafrikanerin und heute für Zypern startenden Alexa Stais ist einiges zuzutrauen. Das gilt natürlich auch für ihren Stallkollegen aus dem Oldenburger Münsterland, Patrick Stühlmeyer, Deutscher Meister 2024, der 2017 auf dem Dobrock zum Sieg ritt. Auch Harm Wiebusch aus Fredenbeck, Sieger von 2019, ist immer eine Überraschung zuzutrauen. Aber vielleicht kommt es auch ganz anders. Am Sonntag, 16. August, gegen 17.30 Uhr nach Ende des Springens sind alle schlauer.
Elsbeth Poit ist weiterhin in der Meldestelle tätig
Am Donnerstag zum Turnierbeginn liegt der Niederelbe-Zeitung und den Cuxhavener Nachrichten das Dobrock-Journal mit allen wichtigen Informationen zum Turnier bei. Darin befindet sich allerdings auch ein Fehler. Elsbeth Poit aus Osterbruch wurde aus dem Ehrenamt, das sie über Jahrzehnte in der Meldestelle versehen hat, verabschiedet. Das ist allerdings nicht richtig. Elsbeth Poit wird weiterhin in der Meldestelle auf dem Dobrock tätig sein. Wir bedauern diesen Fehler und bitten um Entschuldigung.

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