Olymp-Marathon in der Wingst fordert Profis heraus: "Der Berg wird immer länger"
Der 5. Olymp-Marathon in der Wingst (Landkreis Cuxhaven) fordert selbst erfahrene Läufer heraus. Bei einer Steigung von 18 Prozent kämpfen sie sich auf den Olymp. 65 Läuferinnen und Läufer nahmen die Herausforderung am Sonnabend an.
Die Sonne scheint durch die Bäume, man hört die Vögel zwitschern und es weht ein leichter Wind bei angenehmen 13 Grad Celsius. Tiere aus dem Wingster Waldzoo sind zu hören, wenn man den Anstieg zum Olymp in Angriff nimmt. Bei einer Steigung von 18 Prozent ist man selbst bei normalem Gehen aus der Puste, wenn man oben ankommt. Beim 5. Olymp-Marathon sind die Teilnehmer die Strecke sogar gelaufen - und das mehrmals.
Am Sonnabend (7. März 2026) starteten um kurz nach zehn Uhr elf Läuferinnen und Läufer zum Marathon. Weitere 32 Leute traten zum Staffel-Marathon an - aufgeteilt auf acht Teams. "Wir haben ideale Bedingungen", betonte auch Organisator Thomas Hargus. Vor zehn Jahren hat er den alle zwei Jahre stattfindenden Lauf ins Leben gerufen. In diesem Jahr ging er in die fünfte Runde. Selbst läuft Hargus nicht mehr mit. "Zu alt" sei er inzwischen, sagte er lachend. Auf dem Olymp war er überall - er guckte auf die Zeiten, besorgte den Läufern Essen und Trinken und war für jeden ansprechbar.

Steigung von 18 Prozent
Die Route führte vom Olymp runter, am Wingster Waldzoo vorbei und vom Parkplatz des Zoos wieder hinauf auf den Olymp. Für den Marathon musste die Runde 32-mal bewältigt werden. Die besondere Herausforderung: die Steigung von 18 Prozent auf den Olymp. "Aber die Strecke, die runtergeht, ist auch anstrengend. Dabei muss man sich schon konzentrieren", beschrieb David Fauvel. Er lief bei der Marathon-Staffel mit. Sein Team war das "TSV Otterndorf Triathlon-Team", bestehend aus zwei Frauen und zwei Männern. "Es ist schön, als Team zu starten", sagte Frauke Thielke. "So hat man auch Zeit, um sich zu erholen." Das Team bestand größtenteils aus Olymp-Neulingen, nur ein Teammitglied lief zum zweiten Mal mit. Für den Umgang mit der Steigung müsse jeder seine eigene Taktik finden, waren sich die Teammitglieder einig. "Wenn man schnell geht, ist man genauso schnell, wie wenn man läuft, meinen einige. Ich muss aber die ganze Zeit laufen", sagte Fauvel. Sonst sind die vier Läufer Triathleten: "Es ist quasi eine von drei Trainingseinheiten. Wir sind auch schon mit dem Fahrrad hergekommen", erzählte er. Nur noch das Schwimmen fehle, scherzte der Läufer.

Kurz nach zwölf Uhr wagten sich dann noch 22 Läuferinnen und Läufer auf die Strecke - sie liefen einen Halbmarathon. Vor dem Start wünschte Bürgermeister Patrick Pawlowski den Teilnehmenden viel Erfolg. "Die Steigung hat es wirklich in sich - das ist das Besondere hier", betonte er. Der Wingster Bürgermeister wäre selbst gerne mitgelaufen, verletzungsbedingt musste er jedoch absagen.
Unter den Marathonläufern befanden sich sieben Ultrafriesen. Der Verein setzt sich aus Mitgliedern aus ganz Norddeutschland zusammen. Der Ultrafriese Bennie de Vries kam sogar aus den Niederlanden - am Sonnabend kämpfte auch er sich beim Marathon 32-mal den Olymp hinauf.

Mit vier Staffeln war die Laufgruppe des TSV Otterndorf unter dem Namen "Coast Runners TSV Otterndorf" vertreten. In der Staffel "Coast Runners and Friends" traten zudem weitere Läufer mit Bezug zur Gruppe an. Tobias Wolter, Organisator der Laufgruppe, war bereits zum zweiten Mal beim Olymp-Marathon dabei. "Der Berg wird immer länger", sagte er nach einer weiteren geschafften Runde. Die Steigung des Olymps sei ein besonderer Reiz. "Es ist ein gutes Training und es macht auch einfach Spaß." Er merke aber, dass die Zeiten so langsam schlechter werden.
Startgelder werden gespendet
Die Stimmung auf dem Olymp war durchgängig gut - es lief Musik und die Staffelläufer feuerten sich gegenseitig an. Die Coast Runners hatten eine Glocke dabei, die sie zur Motivation immer wieder läuteten, wenn einer ihrer Läufer den Berg erklomm. Das eingenommene Startgeld spendet Thomas Hargus an den Förderverein vom Wingster Waldzoo. "Daher laufen wir auch mit", erzählte Maaike Hoop vom Förderverein. Zoodirektor Pierre Grothmann war ebenfalls Teil der Staffel.

Eine Woche vor dem Marathon haben sie einmal am Olymp trainiert, erzählte Volker Massmann. "Oha, das kann was werden, dachte ich da schon nach vier Runden", gab der Otterndorfer Coast Runner lachend zu. Das Wetter sei aber auch entscheidend für ihn gewesen. Bei Eis, Schnee oder Regen wäre er wohl nicht angetreten. "Wir haben optimale Voraussetzungen heute, das motiviert, wieder mitzumachen", schloss sich Heike Maßmann ihrem Teamkollegen an.

Ein besonderes Accessoire
"Es macht Spaß und ist eine Herausforderung", sagte auch Waldemar Klauser. Der Halbmarathonläufer fiel durch ein Accessoire besonders auf: eine Tiermütze. "Langsam wärmt es sich auf", gab er lachend zu. "Ich hatte erst überlegt einen Ganzkörperanzug anzuziehen: einen rosa Bunny. Das wäre doch ein bisschen zu warm geworden." Die Mütze sei für ihn ein guter Kompromiss gewesen.

Nach drei Stunden und 18 Minuten wurde mit großem Jubel Tobias Wolter an der Ziellinie in Empfang genommen. Er ist für sein Team die letzte Runde gelaufen - die "Coast Runners TSV Otterndorf 1" sicherten sich den ersten Platz bei der Marathon-Staffel. Vierzehneinhalb Minuten später erreichte auch das "TSV Otterndorf Triathlon-Team" die Ziellinie, keine vier Minuten später beendeten "Coast Runners and Friends" ihren Staffellauf.

Als erster Mann beendet Frank Kupper vom SG Buxtehude-Altkloster den Halbmarathon in einer Stunde und 54 Minuten. Katharina Schröder aus Walsrode ist mit zwei Stunden und 14 Minuten die schnellste der acht Frauen.

In vier Stunden und 13 Minuten legte Holger Milde vom SC Hemmoor Triathlon die 32 Runden für den Marathon zurück. Marcel Koch vom TuS Hemslingen-Söhlingen kam nach vier Stunden, 36 Minuten und 16 Sekunden ins Ziel. Er war damit gerade einmal zwei Sekunden schneller, als Cord Zacharias von den Ultrafriesen.
Für die meisten Läufer stand jedoch der Spaß und die Herausforderung im Vordergrund. "Es macht Spaß und mir geht es einfach nur ums Ankommen", sagte Volker Massmann. Trotz der Anstrengung waren sich die Teilnehmenden einig: Sie können sich vorstellen erneut beim Olymp-Marathon anzutreten. Vorbereitungszeit haben sie auf jeden Fall genug. "Es ist ja nur alle zwei Jahre", sagte Heike Maßmann lachend.










