Match-Tiebreak-Fluch besiegelt Cuxhavens Abstieg
Schwarz-Weiß Cuxhaven verabschiedet sich aus der Tennis-Oberliga: Auch im letzten Saisonspiel bleiben die entscheidenden Match-Tiebreaks das große Problem. Gegen den Bremer TC reicht es nur zu einem 3:3 - der Abstieg stand da allerdings bereits fest.
In dieser Saison war der Wurm drin. Der SC Schwarz-Weiß Cuxhaven steigt aus der Tennis-Oberliga ab. Schon vor dem letzten Saisonspiel hatten sie keine Chance mehr auf den Klassenerhalt. Dennoch wollten sie sich erhobenen Hauptes aus der Liga verabschieden, schafften das auch, doch am Ende wurden einmal mehr die Entscheidungssätze zum Verhängnis.
In diesen blicken die Cuxhavener auf eine miserable Bilanz zurück. Von den elf sogenannten Match-Tiebreaks gewann Schwarz-Weiß nicht einen einzigen. Der Match-Tiebreak entscheidet im Tennis bei Satzgleichstand (1:1) das Match anstelle eines dritten Satzes. Er wird auch Champions-Tiebreak genannt und endet, wenn ein Spieler/Doppel zuerst zehn Punkte erreicht, jedoch mit mindestens zwei Punkten Vorsprung. Auch im letzten Saisonspiel gegen den Bremer TC musste in zwei Matches der Match-Tiebreak entscheiden - und erneut gingen beide verloren aus Sicht der Schwarz-Weißen. "Die Bilanz ist natürlich grauenvoll", sagte Cuxhavens Kapitän Felix Palmen schon vor einigen Wochen. Sie hat sich nicht verbessert. Am Ende machten genau diese knappen Spiele den Unterschied zwischen Klassenerhalt und Abstieg aus. Im Spiel gegen Bremen wäre ein Erfolg jedoch zu spät gewesen. Dennoch hätten die Cuxhavener gerne den Fluch beendet. Es sollte nicht sein. In den Einzeln gewannen Christian Winter (2) und Kai Mangel (4) ihre Spiele deutlich. Felix Palmen an Position eins sah sich als amtierender Nord-Ostdeutscher Ü30-Meister dem aktuellen Deutschen Ü30-Meister Victor Kostin gegenüber. Der Bremer war an diesem Tag der bessere Spieler und setzte sich in zwei Sätzen gegen Palmen durch. Matthias Reichert ereilte dann der Fluch des Match-Tiebreaks. Der Cuxhavener gewann Satz eins (6:3), um dann Satz Nummer zwei zu verlieren (3:6). Im Entscheidungsdurchgang zeigte sein Gegner Simon Weil die besseren Nerven (7:10). So stand es nach den Einzeln 3:3-Unentschieden.
Auch im Doppel war Reichert an diesem Tag die tragische Figur an der Seite von Dennis Haack. Die beiden Cuxhavener waren ganz nah dran am Sieg, hatten im Match-Tiebreak auch Matchbälle, doch verloren diesen denkbar knapp mit 11:13. Da Mangels und Palmen in ihrem Doppel keine Mühe hatten und sicher mit 6:2 und 6:2 gewannen, stand am Ende ein 3:3-Unentschieden zu Buche. Ein Ergebnis, das für beide Teams nicht mehr ausschlaggebend war. Cuxhaven war bereits abgestiegen, Bremen hatte den Klassenerhalt schon vor dem Spiel sicher. Damit ist auch die Hallensaison endgültig beendet. Nun beginnt die Vorbereitung auf die Sandplatzsaison. "Wir freuen uns, wenn es draußen losgeht", sagt Felix Palmen. Die Plätze werden aktuell hergerichtet, ab April wird wieder unter freiem Himmel gespielt. Dann starten die Cuxhavener erneut in der Oberliga - in gewohnter Konstellation und mit einem neuen Gesicht. Der Bremerhavener Marlon Huber wird im Sommer für Schwarz-Weiß spielen. Derzeit schlägt der 20-Jährige am US-College auf, kehrt zur Sommersaison aber nach Deutschland zurück. "Es wird - wie jedes Jahr - hart. Aber wir sind guter Hoffnung, dass es klappt mit dem Klassenerhalt", sagt Felix Palmen.