Mehr Gewaltvorfälle im Amateurfußball - doch im Kreis Cuxhaven bleibt es ruhig
Bundesweit ist die Zahl der Spielabbrüche im Amateurfußball erstmals wieder leicht gestiegen. Im Kreis Cuxhaven gab es in der vergangenen Saison dagegen keinen einzigen Abbruch wegen Gewalt oder Diskriminierung.
Emotionen gehören zum Fußball. Ein hitziges Duell, eine lautstarke Diskussion mit dem Schiedsrichter oder eine Beleidigung nach einem Foul sind auch auf den Plätzen im Kreis Cuxhaven keine Seltenheit. Doch wenn aus Ärger Gewalt wird, oder Spieler und Schiedsrichter diskriminiert werden, ist eine Grenze überschritten. Dass es im Kreis Cuxhaven in der vergangenen Saison vergleichsweise ruhig zuging, zeigt das aktuelle Lagebild des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
"In der Saison 2025/2026 hatten wir keine Spielabbrüche", sagt Thorsten Holz, Vorsitzender des NFV-Kreis Cuxhaven. Wegen Gewalt oder Diskriminierung musste im gesamten Kreisgebiet keine Partie vorzeitig beendet werden. "Gott sei Dank ist es sehr friedlich und wir haben im Moment keine Probleme. Hoffen wir, dass es so bleibt", sagt Holz.
Beleidigungen kommen auch hier vor
Ganz ohne unschöne Szenen geht es allerdings auch im Cuxland nicht. Beleidigungen kommen vor, berichtet der Kreisvorsitzende. Bislang seien diese Situationen aber von der Spielleitung zu bewältigen gewesen. Zu Spielabbrüchen hätten sie nicht geführt. Entscheidend sei, dass die Verantwortlichen auf dem Platz solche Situationen im Griff behielten und Konflikte nicht weiter eskalierten.
Thorsten Holz vermutet, dass auch die ländliche Struktur der Region eine Rolle spielen könnte. Dass es im Kreis vergleichsweise wenig schwerwiegende Vorfälle gebe, könne damit zusammenhängen. Eine eindeutige Erklärung dafür gibt es allerdings nicht. Fest steht für den Kreisvorsitzenden aber, dass die Lage derzeit keinen Anlass zur Sorge gebe. Das sei eine erfreuliche Entwicklung - gerade mit Blick auf die Diskussionen um Gewalt und Respektlosigkeit im Amateurfußball.
Niedersachsen: Zahl der vorzeitig beendeten Partien erstmals wieder leicht gestiegen
Der Blick auf die übergeordneten Zahlen zeigt, dass die Entwicklung nicht überall so entspannt ist. Bundesweit registrierte der DFB in der Saison 2025/2026 insgesamt 842 Spielabbrüche. In der Vorsaison waren es noch 825. Damit ist die Zahl der vorzeitig beendeten Partien erstmals wieder leicht gestiegen. Die Zahl der Spiele, bei denen Gewalt- oder Diskriminierungsvorfälle im elektronischen Spielbericht vermerkt wurden, sank dagegen zum dritten Mal in Folge - von 5570 auf 5450. In Niedersachsen mussten 84 von insgesamt 138.635 Spielen wegen eines Gewalt- oder Diskriminierungsvorfalls abgebrochen werden. Das waren sechs weniger als in der Vorsaison. Gleichzeitig stieg die Zahl der Begegnungen mit mindestens einem gemeldeten Vorfall von 532 auf 547. Der landesweite Trend fällt damit unterschiedlich aus: Weniger Spielabbrüche stehen mehr gemeldeten Vorfällen gegenüber.
Besonders auffällig ist dabei die unterschiedliche Betroffenheit. In Niedersachsen wurden bei 185 Spielen Schiedsrichter als Geschädigte gemeldet, bei 348 Partien waren Spielerinnen oder Spieler betroffen. Während die Zahl der Fälle mit betroffenen Unparteiischen gegenüber der Vorsaison zurückging, nahm sie bei den Spielern zu.
Zahl der Spielabbrüche lag bei null
Die Zahlen machen deutlich, dass Konflikte nicht nur zwischen Spielern entstehen, sondern auch diejenigen treffen können, die auf dem Platz für die Einhaltung der Regeln sorgen. Für den Kreis Cuxhaven lässt sich aus den vorliegenden Angaben keine vergleichbare Entwicklung ableiten. Der wichtigste Befund bleibt deshalb die Zahl der Spielabbrüche: Sie lag in der vergangenen Saison bei null.
Auch wenn Beleidigungen auf den Plätzen weiterhin vorkommen, blieb es in der vergangenen Saison bei Situationen, die sich im Spielverlauf regeln ließen. Für Thorsten Holz ist vor allem wichtig, dass es so bleibt. Denn auch wenn der Kreis in der aktuellen Statistik gut dasteht, ist das kein Grund, das Thema aus den Augen zu verlieren.
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