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Seit 2017 ist Alexander Fromm beim Deutschen Leichtathletikverband als Trainer aktiv. Foto: Flottmann
Seit 2017 ist Alexander Fromm beim Deutschen Leichtathletikverband als Trainer aktiv. Foto: Flottmann
Leichtathletik

Sein Athlet holte EM-Gold - jetzt hat der Trainer aus Otterndorf Olympia im Blick

von Redaktion | 23.09.2026 Zuletzt aktualisiert: 23.09.2026 15:09 Uhr

Schon als Kind wurde ihm die Sportbegeisterung in die Wiege gelegt. Bei der Leichtathletik-EM im vergangenen August gewann einer seiner Athleten die Goldmedaille. Alexander Fromm wohnt in Otterndorf - seine Arbeit hinterlässt weltweit Spuren.

Als Alexander Fromm 1971 auf die Welt kam, war der Leichtathletikwahn in seiner Familie schon im vollen Gange. Sein Vater Dieter Fromm wurde in diesem Jahr für die DDR Europameisterschaftszweiter über 800 Meter. Zwei Jahre zuvor gewann er sowohl in der Halle als auch im Freien die Europameisterschaft. "Die Begeisterung wurde mir schon in die Wiege gelegt", sagt Fromm. Grundsätzlich hat der Sport im ostdeutschen Umfeld eine hohe Rolle gespielt, besonders der Leistungssport. So ging Fromm auf das Sportgymnasium in Erfurt. Als er sich zwischen Fußball und Leichtathletik entscheiden musste, war sein Vater für den Fußball. "Ich wollte ihm aber unbedingt nacheifern", erklärt der 54-Jährige seinen Einstieg in den Leistungssport der Leichtathletik. 

Lange Zeit als Lehrer aktiv

An derselben Schule, wo Fromm selbst als Athlet aktiv war, arbeitete er dann auch 20 Jahre lang als Lehrer und allgemeiner Leichtathletik-Trainer für vor allem die Klassenstufen Sieben bis Neun. "Das war die schönste Zeit", blickt er zurück. Zusätzlich war er auch für den damaligen Fußballdrittligisten Rot-Weiss Erfurt als Fitnesstrainer aktiv. Besonders an Spiele vor Zehntausenden Zuschauern kann er sich noch gut erinnern. Der Plan war, dass der Leichtathletiktrainer seine Kenntnisse in den Fußball bringt. Doch auch andersherum hat das funktioniert: "Das waren gute Erfahrungen, die man dann in die Leichtathletik bringt", so der Sportbegeisterte. Dass er sportart- und leistungsübergreifend arbeiten könne, sieht "Frommi" als seine große Stärke.

Umzug nach Otterndorf

Nach seiner Zeit in Erfurt zog es ihn dann nach Otterndorf in den Cuxhavener Landkreis. Der Grund dafür war seine Frau. Mit ihr hat der Familienvater zwei gemeinsame Kinder. Auch mit ihnen verbringt er gerne Zeit mit Sport, beispielsweise beim Fußballspielen mit seinem Sohn. Im Norden fühlt sich Fromm "sehr sehr wohl". Unter der Woche ist er meist zu Hause im Homeoffice. Seit 2017 ist Alexander Fromm beim Deutschen Leichtathletikverband (DLV) angestellt. Anfangs noch als Jugendtrainer, mittlerweile als Bundestrainer für die Straße. Die Disziplinen Gehen und Marathon sind sein Hauptberufsfeld, er selbst sieht sich nach wie vor aber als Leichtathletik-Allrounder. Zwei- bis dreimal im Jahr geht es für den Bundestrainer dann in ein dreiwöchiges Trainingslager. Besonders die Höhentrainingslager in der Schweiz oder in Österreich behält Fromm lange in Erinnerung.

Mit seinen Athleten ist Fromm über die gemeinsame Zeit eng zusammengewachsen Foto: Privat

Gold bei EM in Birmingham

Die größten Highlights sind jedoch die ganz großen Turniere. So auch die im vergangenen August stattgefundene Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham. Vor der EM fuhr Fromm mit seinem Trainerteam und den Sportlern für drei Wochen ins Trainingslager in die Schweiz. Direkt von dort stiegen sie in den Flieger Richtung Insel. Das hatte taktische Hintergründe. "Drei Tage nach einem Höhentrainingslager erreicht man das maximale Leistungspotenzial", erklärt der DLV‑Trainer. In Birmingham gab es für den deutschen Athleten Amanal Petros den großen Erfolg. Der Marathonläufer gewinnt Gold auf der Straße. Bereits vergangenes Jahr wurde er bei der Weltmeisterschaft Zweiter. "Das war schon ein ganz besonderes Erlebnis", freut sich sein Trainer Fromm. Demütig verweist er jedoch auch auf Petros‘ persönlichen Trainer: "Das ist nicht nur auf meinem Mist gewachsen", schmunzelt er. Dennoch sei es etwas Besonderes, denn durch den ständigen gemeinsamen Austausch wachse man eng zusammen, beschreibt der Erfolgstrainer. Besonders bei organisatorischen Aufgaben stand er ihm beiseite. 

Nach vier Wochen weg von der Familie kehrte Fromm wieder zurück nach Otterndorf. Dort steht wieder der Alltag an. Im Homeoffice schreibt er viele Mails und telefoniert viel. "Eigentlich ist es verrückt, wie viel ich telefoniere", lacht Fromm. Am Wochenende stehen dann Besuche bei Wettkämpfen an. Außerdem fangen bald auch die Herbstmarathons an, bei denen der Nationaltrainer vor Ort sein wird.

Olympia als großes Ziel

Das große Ziel für die nächsten Jahre bleiben die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Fromm war bis jetzt noch nicht bei Olympia mit dabei. Nach den erfolgreichen vergangenen zwei Jahren hofft er auf eine Medaille. "Ich glaube, Amanal und auch die anderen sind richtig heiß", sagt er. 

Für sich persönlich wünscht sich der ehemalige Lehrer, dass er auch hier wieder mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeitet. Er könne sich gut vorstellen, für talentierte Leichtathleten ein Talentfördertraining anzubieten. "Vielleicht bietet sich ja eine Möglichkeit, dass ich etwas zurückgeben kann", hofft Fromm. Wieder betont er: "Es ist sehr, sehr schön hier oben".

Von Tobias Flottmann

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