Rund um die Uhr wurden die Boote zu Wasser gelassen und aus dem Wasser gehoben. Insgesamt 2700 Ruderinnen und Ruderer waren am Pfingstwochenende bei der 59. Otterndorfer Ruderregatta auf dem Hadelner Kanal am Start. Fotos: Unruh
Rund um die Uhr wurden die Boote zu Wasser gelassen und aus dem Wasser gehoben. Insgesamt 2700 Ruderinnen und Ruderer waren am Pfingstwochenende bei der 59. Otterndorfer Ruderregatta auf dem Hadelner Kanal am Start. Fotos: Unruh
Rudern

Otterndorfer Ruderregatta: Besser hätte es kaum laufen können

von Jan Unruh | 25.05.2026

Bestes Wetter, volle Rennen und zwei EM-Goldmedaillen im Hintergrund: Die 59. Otterndorfer Ruderregatta wurde für den TSV Otterndorf zu einem rundum gelungenen Pfingstwochenende.

Viel besser hätte das Wochenende aus Sicht der Ruderabteilung des TSV Otterndorf nicht laufen können. Bei strahlendem Sonnenschein, wenig Wind und sommerlichen Temperaturen stiegen rund 2700 Sportlerinnen und Sportler bei der 59. Otterndorfer Ruderregatta in ihre Boote. Für die zehnjährige Lotta Thielke war es eine Premiere. 

Die zehnjährige Lotta Thielke war die jüngste Starterin des TSV Otterndorf. Sie belohnte sich und ihre Trainerin Sabrina Heitsch gleich mit einem ersten Platz im Slalom. Foto: Unruh

Erst im vergangenen Jahr probierte die zehnjährige Lotta aus Otterndorf das Rudern aus. Am Pfingstwochenende nahm sie an ihrer zweiten Regatta teil - erstmals vor der eigenen Haustür. Dort, wo sie sonst fleißig trainiert, duellierte sie sich nun mit anderen Kindern in ihrem Alter. Aufgeregt ist sie nicht. Gleich im ersten Slalomrennen ist sie die schnellste Ruderin und landet auf Platz eins. Auf der 300-Meter-Strecke wird sie Zweite, über 500 Meter Dritte. Lotta ist eine von zwölf Otterndorfer Kindern, die am Sonnabend und Sonntag an den Start gehen. Ihre Gegnerinnen kommen von weit her gereist, um in Otterndorf an der traditionellen Regatta teilzunehmen. Fast 1000 Kinderboote zählt Regattaleiter Thorsten Heitsch. Für die Organisatoren bedeutet das aber auch einen ganz vollen Rennplan. Von morgens bis abends werden im Minutentakt die einzelnen Rennen gestartet. Höchstleistung nicht nur für die Sportlerinnen und Sportler, sondern auch für die 17 Schiedsrichter und die vielen Helfer drumherum. "Es läuft prima", sagt Heitsch schon während der Regatta. Die Stimmung unter den Aktiven, Besuchern und Helfern könnte kaum besser sein. Einen großen Anteil daran hat das Wetter. "Die Leute sind einfach alle gut gelaunt", sagt Heitsch. So wie Lotta Thielke. "Erstmal bin ich froh, dass meine Dolle nicht abgefallen ist", sagt sie nach ihrem Slalomsieg. Die sogenannte Dolle dient der Befestigung des Rudern am Boot. Im Training kurz vor dem Wettkampf fiel die kurzerhand mal ab. "Lieber im Training, als im Wettkampf", sagt Trainerin Sabrina Heitsch. Sie betreut die TSV-Nachwuchsruderer an diesem Wochenende. Lotta ist die jüngste Otterndorfer Ruderin, die an der Regatta teilnimmt. "Sie hat das richtig gut gemacht", sagt sie. Die zehnjährige Lotta schätzt vor allem die Gemeinschaft in der Abteilung. Die Wettkämpfe stehen für sie nicht im Vordergrund. Es ist das ganze Drumherum. Das spiegelt auch den Charakter der Otterndorfer Regatta wider. Das Rennwochenende ist auch ein großes Wiedersehen für viele. Auf dem Deich und auf den Feldern wird gecampt, einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer schlafen in der Grundschule Otterndorf, die schon traditionell als Unterkunft dient. 

Auch Johannes Redmann und Hauke Thesen sind gerne bei "ihrer" Regatta am Start. Eigentlich sollten die beiden ambitionierten Ruderer bei der Internationalen Juniorenregatta in Köln starten. Doch durch die zeitgleiche Teilnahme der drei Otterndorfer Ruderer Hannes Herting, Christopher tom Wörden und Thore Eibich sowie ihres Trainers Martin Ramm an den U19-Europameisterschaften und eben der eigenen Regatta in Otterndorf hat der Verein auf den Start verzichtet. "Wir hätten sonst dreigleisig fahren müssen", sagt Sabrina Heitsch. Für Thesen und Redmann kein großes Problem. Sie nutzten die Heimregatta, um weiter an ihrer Form zu arbeiten. Sie sahen es als Training unter Wettkampfbedingungen. Ihre beiden Rennen über 1000 Meter im Doppelzweier gewannen sie an beiden Tagen souverän. Es blieb sogar noch genügend Zeit zwischen den eigenen Starts, einen Blick in den Livestream zu werfen, um zu verfolgen, wie die drei Mannschaftskollegen bei der Europameisterschaft abschneiden. Dass der TSV mit zwei Goldmedaillen von den Titelkämpfen zurückkehrte, war der krönende Abschluss eines perfekten Regattawochenendes für die Verantwortlichen und Sportler des TSV Otterndorf.

Til Redmann war einer von zwölf Otterndorfer Nachwuchsruderern, die an der Regatta teilnahmen. Foto: Unruh

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