Roboter statt Markierungswagen: Die TSG Nordholz hat einen neuen Markierungsroboter, der Spielfelder auf Knopfdruck kreidet und für präzise Linien sorgt. Foto: May
Roboter statt Markierungswagen: Die TSG Nordholz hat einen neuen Markierungsroboter, der Spielfelder auf Knopfdruck kreidet und für präzise Linien sorgt. Foto: May
18.900 Euro investiert

Per App zum perfekten Spielfeld: Nordholz setzt auf Roboter-Technik

von Denice May | 24.06.2026

Stundenlanges Kreiden gehört bei der TSG Nordholz der Vergangenheit an. Ein neuer Roboter übernimmt die Arbeit - schnell, präzise und mit überraschenden Zusatzfunktionen. 

Wenn auf dem Willi-Wicke-Sportplatz oder auf dem Platz "Hinter dem Heidedeich" künftig frische Linien auf dem Rasen erscheinen, steckt dahinter nicht mehr zwangsläufig Handarbeit. Die TSG Nordholz hat sich vor einigen Wochen einen modernen Kreideroboter angeschafft - und dürfte damit in der Region eine Vorreiterrolle einnehmen.

"Ich glaube, wir sind die Einzigen hier im Umkreis, die einen haben", sagt der TSG-Vorsitzende Frank Bretschneider nicht ohne Stolz. Die Investition sei vor allem eine Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen im Vereinsalltag. "Die freiwillige Bereitschaft zum Einkreiden ist nicht mehr so groß wie früher", erklärt er. Gleichzeitig seien die Zeitfenster für die Platzpflege begrenzt. Während der Saison wird auf den Plätzen fast täglich trainiert. "Viele Helfer sind Schüler oder berufstätig und haben vormittags keine Zeit."

Kreideroboter müssen nicht zwingend gekauft werden, denn es gibt auch die Möglichkeit, sie zu mieten. Foto: May

Deshalb übernimmt jetzt der neue Markierungsroboter die Arbeit. Er kann unterschiedliche Spielfeldgrößen und -layouts markieren - vom klassischen Großfeld bis zu den kleineren Jugendspielfeldern. Bislang bedeutete das einen erheblichen Zeitaufwand. "Eine normale Grundkreidung dauert mit Markierungshilfen etwa drei Stunden", berichtet Frank Bretschneider. Sind die Linien noch sichtbar, gehe es schneller. Müssen Felder komplett neu eingemessen werden, können aber auch mal fünf Stunden Arbeit zusammenkommen. Der Roboter erledigt dieselbe Aufgabe deutlich schneller. Ein Standardfeld könnte er sogar in rund 25 Minuten kreiden.

Nach einer einmaligen Vermessung der Außenlinien wird das Spielfeld digital gespeichert. Anschließend setzt das Gerät Strafräume, Mittelkreis oder Elfmeterpunkt selbstständig an die richtige Stelle. Über eine App können verschiedene Spielfeldvarianten gespeichert und jederzeit abgerufen werden. "Man wählt einfach das gewünschte Spielfeld aus - den Rest macht der Roboter", beschreibt Frank Bretschneider die Bedienung.

Auch beim Materialverbrauch macht sich die Technik bemerkbar. Durch die konstante Geschwindigkeit und den gleichmäßigen Sprühdruck wird deutlich weniger Farbe benötigt. Für eine Grundkreidung wurden bislang 13 bis 15 Liter Markierungsfarbe verbraucht, heute sind es nur noch rund sieben Liter. Der Farbverbrauch und die entsprechenden Kosten sinken damit um etwa die Hälfte.

Der Druck der Pumpe kann individuell angepasst werden - je nachdem, wie intensiv das Linienergebnis werden soll. Foto: May

Dabei liefert das rund 50 Kilogramm schwere Gerät, das zusätzlich bis zu 20 Kilogramm Farbe transportiert, äußerst präzise Ergebnisse. "Der Roboter zieht Linien, die man mit der Hand so kaum hinbekommt", sagt der Vorsitzende. Selbst Markierungen auf professionellem Niveau seien möglich. Für den Spielbetrieb in Nordholz genüge allerdings eine "normale" Einstellung.

Der Kreideroboter kann allerdings weit mehr als nur Spielfeldlinien ziehen. Auch individuelle Schriftzüge und Markierungen lassen sich per App erstellen und auf den Rasen bringen. Das stellte das Gerät bereits beim diesjährigen Windmühlenlauf unter Beweis. Dort kreidete der Roboter den Schriftzug "Windmühlenlauf Nordholz" auf die Rasenfläche und sorgte damit für einen besonderen Hingucker.

In der App können die hinterlegten Spielfeldvarianten angeklickt werden. Foto: App-Screenshot

Günstig war die Anschaffung allerdings nicht. Rund 18.900 Euro kostete das Modell des Herstellers FJDynamics, das über die Firma Go Farming vertrieben wird. Finanziert wurde der Kauf aus Vereinsrücklagen sowie mit Unterstützung des Förderkreises. "Das ist natürlich eine hohe Investition", sagt Frank Bretschneider. "Aber man muss das auf mehrere Jahre betrachten."

Grundsätzlich können Vereine solche Markierungsroboter auch mieten. Die TSG Nordholz entschied sich jedoch bewusst für den Kauf. Aufgrund der regelmäßigen Nutzung auf den vereinseigenen Plätzen sei dies langfristig die wirtschaftlichere Lösung.

Seinen ersten offiziellen Einsatz im Spielbetrieb hatte der Kreideroboter bereits vor einem U17-Punktspiel. Die TSG Nordholz sieht sich mit der Anschaffung gut für die Zukunft aufgestellt. Vereine aus der Region, die sich für die Technik interessieren, können sich beim Verein über den Kreideroboter informieren.

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Denice May

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

may@no-spamcnv-medien.de

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