450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stürzen sich beim Otterndorfer Volksbank-Triathlon in die Fluten. Foto: Unruh
450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stürzen sich beim Otterndorfer Volksbank-Triathlon in die Fluten. Foto: Unruh
Volksbank-Triathlon 2025

Otterndorfs Rekord-Triathlon: Olympiasiegerin und kurioser Radwechsel (Video & Fotos)

von Jan Unruh | 31.08.2025

Beim Otterndorfer Volksbank-Triathlon 2025 war viel los. Es triumphierten nicht nur erfahrene Athleten mit starken Leistungen, sondern auch Neulinge. Eine Olympiasiegerin und ein kurioser Fahrradwechsel sorgten für Aufsehen (mit Video und Fotos).

Im Ziel herrschte Jubelstimmung. Nach und nach nahmen erschöpfte, aber sichtbar glückliche Teilnehmer ihre Medaille entgegen. Auch Tabea Kemme strahlte. Die ehemalige Fußballnationalspielerin und Olympiasiegerin aus Geversdorf war eine von insgesamt 450 Starterinnen und Startern. Ein neuer Rekord. Der 37. Otterndorfer Volksbank-Triathlon war schon weit vor der Veranstaltung ausgebucht. Tabea Kemme startete zum ersten Mal in Otterndorf. Die 33-Jährige ist noch eine Triathlon-Anfängerin.

Tabea Kemme steigt aus dem Wasser. Foto: Unruh

Erst im vergangenen Jahr widmete sie sich erstmals den drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen. Seitdem ist sie angefixt. "Das ist wie eine Droge", sagt sie. In Otterndorf startete sie über die Sprintdistanz - zusammen mit ihrer älteren Schwester Anna. Schwester Neele sowie Mama Magdalena und Papa Hans feuerten die beiden an. "Das war so geil", sagte Tabea direkt nach ihrem Wettkampf. Nach den 500 Metern Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen kam Tabea Kemme als 22. Frau ins Ziel. Mit einer Zeit von 1:20:18 Stunden. Doch das war ihr danach fast egal. "Ich wollte Spaß haben und durchkommen", sagte sie. Beides hat geklappt. 

Olympiasiegerin Tabea Kemme hat ganz viel Spaß über die Sprintdistanz und freut sich besonders über die Unterstützung von Mama Magdalena und Schwester Neele. Foto: Unruh

Nicht ganz so zufrieden war der Lüdingworther Triathlet Jan-Marten Badorrek, der mittlerweile in Lübeck studiert und lebt. Nach einem kleinen Fahrfehler in einer Kurve prallte er mit seinem Hinterreifen gegen einen Kantstein und zog sich einen "Platten" zu. Damit war das Rennen über die olympische Distanz eigentlich für ihn gelaufen. Doch er hatte Glück im Unglück. Der kleine Unfall passierte vor den Augen von Streckenposten Matthias Katt. Der lief schnell nach Hause und holte ein Erstatzrad. In der Zwischenzeit übernahm Jan-Marten Badorrek die Aufgabe des Streckenpostens.

Rund 20 Minuten später stieg Badorrek auf das "neue" Fahrrad und beendete die Radstrecke. Schon beim Wechsel von der Rad- auf die Laufstrecke musste der ambitionierte Triathlet kräftig schmunzeln. Auch mit etwas Wut im Bauch lief er dann die 10 Kilometer in ganz starken 35:52 Minuten. Damit war er der klar schnellste Läufer. Am Ende reichte es trotz der Zwangspause und dem Radwechsel noch zu Platz 28. "Das ärgert mich. Ich hatte richtig gute Beine und bin einfach zu blöd, die Kurve zu bekommen. Aber daraus lernt man", sagte Badorrek im Ziel. 

Jan-Marten Badorrek und Trainingspartnerin Janne Liermann aus Lübeck haben trotz der Strapazen und eines kuriosen Radwechsels gut lachen nach dem Wettkampf. Foto: Unruh

Den Sieg über die olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) sicherte sich - wie bereits im Vorjahr - Ben Cyrol, Triathlet des SC Hemmoor. Er lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Otterndorfer Frank Krügener. Cyrol war nach dem Schwimmen schneller, büßte dann auf dem Rad ein, musste Krügener vorbeiziehen lassen, war dann aber der schnellere Läufer und kam nach 2:03:44 Stunden ins Ziel - knapp eine Minute vor Krügener.

Im Zielsprint wird nochmal alles gegeben. Foto: Unruh
Otterndorfer Volksbank-Triathlon 2025. Foto: Unruh

Noch knapper war es bei den Frauen. Dort siegte Kathrin Prigge vom MTV Aurich in 2:17:40 Stunden vor der Cuxhavenerin Anke Schmitz-Elvenich (2:17:57). Schnellster "Sprinter" war am Sonntag Leif Moormann vom 1. TC Oldenburg. Er blieb als einziger Athlet unter der Stunden-Marke und lief nach 59:13 Minuten über die Ziellinie.

Otterndorfer Volksbank-Triathlon 2025. Foto: Unruh

Bester hiesiger Teilnehmer war Marius Gillner vom TSV Otterndorf auf Platz drei (1:01:28 Stunden). Schnellste Frau über die Sprintdistanz wurde Rebekka Gerdes vom VfL Wolfsburg (1:04:08). Doch neben den sportlichen Höchstleistungen ragte vor allem die Vielfalt der Teilnehmer heraus.

Torben Schramm schreit es heraus: Er hat den Triathlon in Otterndorf überstanden. Foto: Unruh

Von ambitionierten Hobbytriathleten mit eindrucksvollem Equipment bis hin zum blutjungen Anfänger mit dem Trekkingbike war alles vertreten. Vor allem über die vielen Neulinge freute sich Mitorganisator Manuel Haase vom Otterndorfer Triathlon-Team. Das Feedback war durchweg positiv. "Wenn wir eine Veranstaltung machen, dann immer mit Herz", sagte er.  

Kurz vor der Ziellinie ist die Freude bei manchen Teilnehmern schon groß. Foto: Unruh
In der Wechselzone werden die Fahrräder platziert. Foto: Unruh
Die Bedingungen beim Otterndorfer Volksbank-Triathlon 2025 sind nahezu optimal. Foto: Unruh
Am Streckenrand warten Angehörige mit gebastelten Schildern. Foto: Unruh
Viel Zuspruch gibt es vom Rand für die Athletinnen und Athleten. Foto: Unruh
Die letzte Teildisziplin ist das Laufen. Foto: Unruh
Was befindet sich wo? Der Otterndorfer Volksbank-Triathlon 2025 besticht durch seine Übersichtlichkeit. Foto: Unruh
Zum Start wartet der Sprung ins kühle Nass. Foto: Unruh
In der Wechselzone muss es schnell gehen. Foto: Unruh
Das Radfahren steht an, die zweite Teildisziplin. Foto: Unruh
Rauf aufs Fahrrad: Für einen schnelleren Wechsel sind bei vielen Startern die Schuhe für das Radfahren bereits an den Pedalen angebracht. Foto: Unruh

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