Otterndorfs Rekord-Triathlon: Olympiasiegerin und kurioser Radwechsel (Video & Fotos)
Beim Otterndorfer Volksbank-Triathlon 2025 war viel los. Es triumphierten nicht nur erfahrene Athleten mit starken Leistungen, sondern auch Neulinge. Eine Olympiasiegerin und ein kurioser Fahrradwechsel sorgten für Aufsehen (mit Video und Fotos).
Im Ziel herrschte Jubelstimmung. Nach und nach nahmen erschöpfte, aber sichtbar glückliche Teilnehmer ihre Medaille entgegen. Auch Tabea Kemme strahlte. Die ehemalige Fußballnationalspielerin und Olympiasiegerin aus Geversdorf war eine von insgesamt 450 Starterinnen und Startern. Ein neuer Rekord. Der 37. Otterndorfer Volksbank-Triathlon war schon weit vor der Veranstaltung ausgebucht. Tabea Kemme startete zum ersten Mal in Otterndorf. Die 33-Jährige ist noch eine Triathlon-Anfängerin.

Erst im vergangenen Jahr widmete sie sich erstmals den drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen. Seitdem ist sie angefixt. "Das ist wie eine Droge", sagt sie. In Otterndorf startete sie über die Sprintdistanz - zusammen mit ihrer älteren Schwester Anna. Schwester Neele sowie Mama Magdalena und Papa Hans feuerten die beiden an. "Das war so geil", sagte Tabea direkt nach ihrem Wettkampf. Nach den 500 Metern Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen kam Tabea Kemme als 22. Frau ins Ziel. Mit einer Zeit von 1:20:18 Stunden. Doch das war ihr danach fast egal. "Ich wollte Spaß haben und durchkommen", sagte sie. Beides hat geklappt.

Nicht ganz so zufrieden war der Lüdingworther Triathlet Jan-Marten Badorrek, der mittlerweile in Lübeck studiert und lebt. Nach einem kleinen Fahrfehler in einer Kurve prallte er mit seinem Hinterreifen gegen einen Kantstein und zog sich einen "Platten" zu. Damit war das Rennen über die olympische Distanz eigentlich für ihn gelaufen. Doch er hatte Glück im Unglück. Der kleine Unfall passierte vor den Augen von Streckenposten Matthias Katt. Der lief schnell nach Hause und holte ein Erstatzrad. In der Zwischenzeit übernahm Jan-Marten Badorrek die Aufgabe des Streckenpostens.
Rund 20 Minuten später stieg Badorrek auf das "neue" Fahrrad und beendete die Radstrecke. Schon beim Wechsel von der Rad- auf die Laufstrecke musste der ambitionierte Triathlet kräftig schmunzeln. Auch mit etwas Wut im Bauch lief er dann die 10 Kilometer in ganz starken 35:52 Minuten. Damit war er der klar schnellste Läufer. Am Ende reichte es trotz der Zwangspause und dem Radwechsel noch zu Platz 28. "Das ärgert mich. Ich hatte richtig gute Beine und bin einfach zu blöd, die Kurve zu bekommen. Aber daraus lernt man", sagte Badorrek im Ziel.

Den Sieg über die olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) sicherte sich - wie bereits im Vorjahr - Ben Cyrol, Triathlet des SC Hemmoor. Er lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Otterndorfer Frank Krügener. Cyrol war nach dem Schwimmen schneller, büßte dann auf dem Rad ein, musste Krügener vorbeiziehen lassen, war dann aber der schnellere Läufer und kam nach 2:03:44 Stunden ins Ziel - knapp eine Minute vor Krügener.


Noch knapper war es bei den Frauen. Dort siegte Kathrin Prigge vom MTV Aurich in 2:17:40 Stunden vor der Cuxhavenerin Anke Schmitz-Elvenich (2:17:57). Schnellster "Sprinter" war am Sonntag Leif Moormann vom 1. TC Oldenburg. Er blieb als einziger Athlet unter der Stunden-Marke und lief nach 59:13 Minuten über die Ziellinie.

Bester hiesiger Teilnehmer war Marius Gillner vom TSV Otterndorf auf Platz drei (1:01:28 Stunden). Schnellste Frau über die Sprintdistanz wurde Rebekka Gerdes vom VfL Wolfsburg (1:04:08). Doch neben den sportlichen Höchstleistungen ragte vor allem die Vielfalt der Teilnehmer heraus.

Von ambitionierten Hobbytriathleten mit eindrucksvollem Equipment bis hin zum blutjungen Anfänger mit dem Trekkingbike war alles vertreten. Vor allem über die vielen Neulinge freute sich Mitorganisator Manuel Haase vom Otterndorfer Triathlon-Team. Das Feedback war durchweg positiv. "Wenn wir eine Veranstaltung machen, dann immer mit Herz", sagte er.











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