Seit Jahren ohne eigene Halle: Cuxhavener Voltigierer hoffen auf Trainingsstätte
Seit der Gründung des RFV Holte-Spangen träumen die Voltigierer von einer eigenen Halle. Trotz wachsender Abteilung und hoher Nachfrage bleibt die Finanzierung eine Hürde. Eine Spendenaktion könnte den Weg ebnen.
Viermal pro Woche rollen Anhänger vom Hof der Familie Stelling in Holte-Spangen Richtung Sahlenburg. Eingeladen werden nicht nur die Pferde, sondern auch Gymnastikbälle, Matten und weiteres Trainingsmaterial. Was für viele Reitsportvereine selbstverständlich ist, fehlt den Voltigierern des Reit- und Fahrvereins Holte-Spangen (RFV) seit jeher: eine eigene Reithalle.
Seit der Gründung des Vereins hat die Voltigierabteilung nie über eine eigene Trainingshalle verfügt. Stattdessen mussten sich die Sportler immer wieder in Hallen einmieten. Während der Corona-Pandemie fiel die damals genutzte Halle weg, weil sie anderweitig benötigt wurde. Erneut begann die Suche nach einer Trainingsmöglichkeit. Inzwischen können die Voltigierer die Reithalle des Küstenreiterhofs Fock in Sahlenburg nutzen. "Wir sind dankbar für die Möglichkeit, sonst wäre von November bis Februar gar kein Training möglich. Aber es ist sehr aufwendig, immer die Pferde und Trainingsgeräte einzuladen", sagt Katharina Jothe, Voltigierwartin und Trainerin des Vereins.
Dabei wächst die Abteilung kontinuierlich. Rund 60 Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 19 Jahren trainieren derzeit in sechs Gruppen. Vier Trainingstage pro Woche organisiert der Verein - allerdings häufig unter schwierigen Bedingungen. Der eigentliche Trainingsplatz befindet sich auf dem Hof der Familie Stelling in Holte-Spangen. Dort stehen den Voltigierern ein Reitplatz, eine Scheune und ausreichend Platz für das Vereinsleben zur Verfügung. Doch trainiert wird überwiegend unter freiem Himmel - mit allen Einschränkungen, die das norddeutsche Wetter mit sich bringt.
Sichere Bodenverhältnisse spielen eine entscheidende Rolle
"Wir trainieren draußen, aber das geht nicht bei jedem Wetter. Wenn es kalt und matschig ist, funktioniert es nicht. Wenn es zu trocken ist und staubt, müssen wir den Platz bewässern", erklärt Katharina Jothe. Gerade im Voltigiersport, bei dem gymnastische und akrobatische Übungen auf dem Pferd ausgeführt werden, spielen sichere Bodenverhältnisse eine entscheidende Rolle. Nasse oder rutschige Plätze erhöhen das Verletzungsrisiko deutlich - insbesondere für die jüngsten Sportler, die in Voltigierschläppchen trainieren.
"Für die Kinder wäre es wichtig, eine Halle zu bekommen, um sich ordentlich auf Turniere vorbereiten zu können. Dass die Kleinsten draußen trainieren, funktioniert nicht. Die Kinder in ihren Schläppchen und die Bodenverhältnisse bei schlechtem Wetter sind nicht gut für Kinder und Pferde", betont die Trainerin. Hinzu kommt ein weiterer Nachteil: Wettkämpfe finden nahezu ausschließlich in Reithallen statt. Die Vorbereitung unter freiem Himmel entspricht deshalb nur bedingt den Bedingungen auf Turnieren.

Mit einer eigenen Halle könnte der Verein nicht nur wetterunabhängig trainieren, sondern auch sein Angebot erweitern. Geplant ist eine Halle mit den Maßen 41,5 mal 22 Meter. "Das sind Turniermaße. Außerdem hätten wir dann auch die Möglichkeit, wieder Reitunterricht stattfinden zu lassen", sagt Katharina Jothe. Davon würden nicht nur die aktiven Voltigierer profitieren. Denn die Nachfrage nach Plätzen ist groß. Nach Angaben des Vereins stehen derzeit rund 90 Kinder auf der Warteliste. Ohne zusätzliche Trainingskapazitäten können jedoch keine weiteren Gruppen aufgenommen werden.
Eigenanteil von 40.000 Euro wird benötigt
Die Voraussetzungen für den Hallenbau sind inzwischen geschaffen. Familie Stelling stellt dem Verein das Grundstück neben dem bestehenden Trainingsplatz zur Verfügung. Für den kleinen Reitverein ist das ein entscheidender Schritt, denn ohne ein geeignetes Grundstück wäre das Vorhaben kaum realisierbar. Die Finanzierung bleibt allerdings die größte Herausforderung. Insgesamt werden die Baukosten auf rund 240.000 Euro geschätzt. Der Verein muss diese Summe allerdings nicht allein aufbringen. Um Fördermittel aus Sportstättenbau sowie kommunalen und Landesprogrammen beantragen zu können, muss zunächst ein Eigenanteil in Höhe von 40.000 Euro nachgewiesen werden. Erst dieser eröffnet die Möglichkeit, den weitaus größeren Teil der Baukosten über öffentliche Fördergelder zu finanzieren. Deshalb hat der RFV Holte-Spangen eine Spendenaktion auf "betterplace.org" im Internet gestartet. Gelingt die Finanzierung, könnte nach den Förderentscheidungen und Genehmigungsverfahren frühestens Ende 2027 oder Anfang 2028 mit dem Bau begonnen werden.
Die Voltigierer hätten dann - nach vielen Jahren wechselnder Trainingsorte und wetterbedingter Einschränkungen - erstmals gute Bedingungen für den Trainings- und Wettkampfbetrieb.
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