Traumtor und Diskussionen: Rassiges Cuxhavener Stadtderby ohne Sieger (mit Fotos)
Eisige Temperaturen, ein perfekter Rasen und ein packendes Duell zwischen FC Cuxhaven und Rot-Weiss Cuxhaven. Doch das eigentliche Drama spielte sich vor dem Anpfiff ab, als Sticheleien rund um den Platz für hitzige Debatten sorgten.
Punkt gewonnen oder doch zwei Punkte verloren? Darüber waren sich der FC Cuxhaven und Rot-Weiss Cuxhaven uneinig. Dass das 2:2-Unentschieden am Ende leistungsgerecht war, fanden dennoch beide Trainer. Diskussionen gab es trotzdem - vor allem vor dem Spiel.

Rund 400 Zuschauer wollten das Cuxhavener Stadtderby in der Bezirksliga sehen. Bei eisigen Temperaturen, aber anfangs strahlendem Sonnenschein, war es zunächst ein Abtasten beider Teams. Gesprächsthema Nummer eins war der Rasenplatz selbst. Der war nämlich in einem hervorragenden Zustand - trotz des vielen Regens in der Woche zuvor und den zuletzt anhaltenden Minusgraden. "Ein Lob an die Stadt Cuxhaven", sagte FC-Vorsitzender Mentor Grapci nach der Partie. Noch am Vormittag hatte das Stadtgartenamt den Platz final hergerichtet. Auch FC Cuxhavens Trainer Timo Szybora packte selbst mit an. Es hat sich gelohnt. Die Bedingungen waren einem Derby mehr als würdig. Dennoch war Szybora nach der Partie sichtlich erregt. "Das ganze Theater, das die im Vorfeld abgezogen haben, finde ich immer noch lächerlich", sagte er. Im Vorfeld sollen einige Rot-Weiss-Verantwortliche die Bespielbarkeit des Rasenplatzes in Groden angezweifelt haben. Diese kleinen Sticheleien im Vorfeld sorgten letztlich aber nur für eine kleine Randnotiz in diesem Derby. Nach einer vorsichtigen Anfangsphase beider Mannschaften brachten zwei Standardsituationen kurz vor der Halbzeit Bewegung in die Begegnung.

Nach 38 Minuten zirkelte Kevin Ujvari einen Freistoß scharf vor das Tor. Niko Grabowski verlängerte und A-Jugendspieler Vasco Roberto Olivera da Silva drückte den Ball aus einem Meter über die Linie zum 1:0 für die Gastgeber. Der Jubel war gerade verstummt, da klingelte es schon wieder im Kasten von Rot-Weiss. Diesmal segelte ein Eckball in den Fünfmeterraum. Torhüter Dustin Lammerich ging halbherzig zum Ball und Innenverteidiger Nikhil Thomas stocherte diesen zum 2:0 ins Tor. Der FC Cuxhaven hatte Oberwasser, Rot-Weiss kam der wenig später erfolgte Halbzeitpfiff sehr gelegen. In der kurzen Pause schien RW-Trainer Philipp Schlüter die richtigen Worte gefunden zu haben. Er stellte das System etwas um und brachte mit David Thalmann und Tarek Söhle zwei neue Spieler. Rot-Weiss, die ohne Topstürmer Luca Mittelstädt (Urlaub) antraten, war nun offensiv etwas gefährlicher - brauchte aber auch eine Standardsituation zum Anschlusstreffer. FC-Akteur Stefan Cordts foulte Joshua Flemming ungestüm genau am Strafraumeck. Den fälligen Elfmeter verwandelte Kapitän Lennard Gersonde sicher. Nun drängten die Gäste auf den Ausgleich. Die größte Chance vergab Jenrik Bunck eine Viertelstunde vor Schluss. Er lief der FC-Defensive davon, machte noch einen Haken vor Torhüter Tjark Mertha und knallte den Ball dann aus wenigen Metern über den Kasten. Kurz davor hätte Niklas Menke aber das 3:1 für den FC erzielen müssen, als er allein vor dem Tor an RW-Keeper Dustin Lammerich scheiterte.

Doch Rot-Weiss blieb am Drücker - und belohnte sich mit einem Traumtor. Wieder war Jenrik Bunck auf und davon, diesmal klärte die FC-Verteidigung - jedoch genau vor die Füße von Okungbowa Bright. Sein Schlenzer flog in den Winkel des FC-Tores zum 2:2-Ausgleich (81.). Rot-Weiss wollte mehr, doch Torchancen gab es auf beiden Seiten keine mehr. So blieb es bei der Punkteteilung. "Mit der ersten Halbzeit bin ich zufrieden. Mit der Art und Weise wie wir in der zweiten Halbzeit mit der 2:0-Führung umgehen, nicht", sagte Timo Szybora. Sein Gegenüber war am Ende glücklich über den einen Punkt. "Damit können wir leben. Wir haben Moral bewiesen", sagte RW-Coach Philipp Schlüter.









