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So bekommt man Triathletin Laura Peschutter selten zu Gesicht - eigentlich fegt sie auf ihrem Zeitfahrrad in einem Affentempo vorbei.. Foto: Masorat
So bekommt man Triathletin Laura Peschutter selten zu Gesicht - eigentlich fegt sie auf ihrem Zeitfahrrad in einem Affentempo vorbei.. Foto: Masorat
Ironman im Visier

Triathletin Laura Peschutter (19) aus dem Kreis Cuxhaven jagt den Profi-Traum

von Redaktion | 13.10.2026

Laura Peschutter trotzt Wind und Wetter und stellt ihren Profisporttraum über alles. Die junge Triathletin aus Köhlen sammelt Siege, gönnt sich kaum Pausen und hat Großes im Visier. Die Altersklassen-WM soll nur der Anfang sein.

Von Michelle Fincke

Vom Klappergestell auf die Zeitfahrmaschine: Triathletin Laura Peschutter aus Köhlen sammelt Siege am Stück. Für den Profi-Traum stellt sie ihr Studium zurück und absolviert 20 Trainingseinheiten pro Woche. Was die 19-Jährige am meisten motiviert.

Laura Peschutter ist eine von der ganz schnellen Sorte und dennoch gelassen. Hupkonzerte ungeduldiger Autofahrer sind für sie kein Problem - sie antwortet einfach mit einem freundlichen Winken. "Dabei fahre ich schneller als jeder Traktor", sagt sie lachend.

Schließlich hat es einen triftigen Grund, dass sie auf die Landstraßen ausweicht: Viele Radwege sind zu holprig, um im Affenzahn Kilometer abzureißen. Die 19-Jährige weiß, wovon sie spricht, denn sie kennt den Asphalt im Cuxland wie ihre Westentasche: Als Triathletin sitzt sie tagtäglich gleich mehrere Stunden im Sattel.

Triathlon - ein vielseitiger Ausdauersport

Triathlon ist eine Ausdauersportart, die es in sich hat. Sie besteht aus den drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen - und ist für Laura mehr als nur ein Hobby nebenbei. Das zeigt etwa der Blick auf ihre Wettkampferfolge. Die junge Frau aus Köhlen hat sich schnell in der Szene etabliert: "Diese Saison war echt ziemlich gut. Ich hatte nie einen schlechten Tag, habe entweder gewonnen oder war auf dem Podium."

Immer wieder ganz oben auf dem Treppchen

Jüngste Beispiele gefällig? Beim BerlinWoMan, bei dem alle zwei Jahre überregionale Sportlerinnen und Sportler am Wannsee zusammenkommen, holte Laura im September den Gesamtsieg bei den Frauen. In der Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen/90 km Radfahren/Halbmarathon über 21,1 km) erreichte sie nach 4:34:29 Stunden das Ziel.

Beim Otterndorfer Triathlon trotzte die Jugendliche wenige Wochen zuvor dem regnerischen Schietwetter und wurde über die olympische Distanz (1,5 km Schwimmen/40 km Radfahren/10 km Laufen) Erste bei den Frauen in 2:10:14 Stunden. Auch bei ihrem Mitteldistanz-Debüt in Hamburg-Vierlanden im Juni lief es für Laura trotz 30 Grad im Schatten wie am Schnürchen; sie siegte in 4:25 Stunden. "Auf langen Distanzen kann ich mein hohes Tempo extrem gut halten", sagt sie eher nüchtern.

Überschwänglich dagegen freute sie sich über ihren Siegpreis: "Ich stand auf dem Treppchen, las 'Startplatz für den Ironman Hamburg 2027‘ und dachte: Was? Das nehme ich auf jeden Fall mit!"
Dieses Rennen brachte Laura einen absoluten Motivationsschub und so hat sie etwa die Altersklassen-WM über die Mitteldistanz in den USA ins Visier genommen. "Mein Traum ist es, auf Mittel- und Langdistanz irgendwann Profi zu werden. Ich will wissen, was noch in mir steckt." Dass das nicht nur so dahergesagt ist, wird schnell deutlich. Die 19-Jährige, die im Sommer ihr Abitur am Niedersächsischen Internatsgymnasium in Bad Bederkesa absolvierte, wird sich ein ganzes Jahr lang voll auf ihren Sport einlassen, bevor sie ein Studium anpeilt.

Fast täglich stehen zwei bis drei Einheiten an. Während ihr Laufen und Radfahren im Blut liegen, feilt sie aktuell an ihrer Schwimmtechnik: Rund fünfmal pro Woche springt sie in Bremerhaven oder Bederkesa ins Becken - überwiegend um sechs Uhr morgens. Denn auch wenn die Athletin für den TSV Otterndorf und zukünftig zudem für das Erdinger Active Team bei Wettbewerben an den Start geht, trainiert Laura momentan überwiegend für sich allein. Unterstützung erhält sie dabei von ihrem Vater.

Ralf Peschutter, früher selbst Triathlet, war es auch, der den Stein während der Corona-Pandemie ins Rollen brachte. "Man war so viel zu Hause. Da habe ich mir gedacht: Jetzt fange ich mal an zu laufen", erinnert sich Laura. Es klappte auf Anhieb. Kurz darauf bot ihr Vater ihr sein ausgemustertes Rennrad an. "Ich dachte nur: Oh Gott, ich und Rennradfahren, das ist ja ganz schlimm!", erinnert sie sich lachend. Doch sie traute sich. Fehlte also nur noch das Schwimmen: "Davor hatte ich die meiste Angst", gesteht sie. Doch auch diese Hürde überwand sie.

Vor drei Jahren zog die Familie von Baden-Württemberg in den Landkreis Cuxhaven nach Köhlen. Hier wagte sich Laura dann auch an ihren allerersten Triathlon. Zuvor war sie als Dressurreiterin unterwegs, doch im Ausdauersport fand sie sich eher wieder. Glücklicherweise hat sie für das Radfahren Gleichgesinnte gefunden. So trainiert der Teenager regelmäßig mit der Team-Langen-Gruppe: "Das sind gefühlt zehn liebe Opis, die mich unterstützen. Wenn ich vom Wettkampf komme, rufen alle: 'Die Maschine ist wieder da!‘ Zu wissen, dass sie an mich glauben, pusht unglaublich."

Denkt sie an ihren ersten Triathlon 2024 in Otterndorf zurück, muss sie schmunzeln, denn sie wurde ungewollt zum Hingucker - dank des betagten Vintage-Rennrades des Vaters, mit dem sie antrat: "Ein altes Klappergestell mit uralter Rahmenschaltung, wo jeder guckte: Wow, was ist das denn?", erinnert sie sich.

Vom Klappergestell zur Zeitfahrmaschine

Lauras Ansporn war groß, was nichts damit zu tun hatte, dass ihr Papa versprochen hatte, bei einem Podestplatz gebe es ein "echtes" Wettkampfrad. Dass Laura bei ihrem Debüt dann gleich ganz oben auf dem Treppchen stand, besiegelte schließlich den Deal.

Die Familie kaufte ein Triathlon-Zeitfahrrad. "Wenn man auf so einer Maschine sitzt, denkt man sofort: Okay, jetzt wird schnell gefahren. Man tritt gefühlt gleich ein paar Watt mehr", beschreibt Laura den Wechsel. Wie anfangs bereits gesagt: Auf der Landstraße überholt sie damit locker jeden Traktor.

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