Abfallbilanz mit Überraschungen: So viel Hausmüll erzeugen Cuxhavener im Durchschnitt
Einblicke ins Müllverhalten der Bevölkerung: Eine kürzlich vorgelegte Statistik des städtischen Regiebetriebs birgt Überraschungen, beispielsweise beim Verhältnis zwischen Rest- und Biomüll und vor allem bei der Entwicklung der Wertstoff-Volumina.
Wie viel Müll jeder Einzelne von uns produziert, entzieht sich gemeinhin der persönlichen Vorstellungskraft. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, kommt bestenfalls überschlagsmäßig zu einem Ergebnis, über Kilogrammzahlen lässt sich aber nur spekulieren.
Die Stadtverwaltung setzt dem Rätselraten ein Ende: In Gestalt der Abfallmengenbilanz präsentierte Horst Müller, Leiter des Referats 600 (Technische Dienste), im Fachausschuss ein Zahlenwerk, aus dem sich belastbare Werte ableiten lassen: Hausmüll, Biomüll, Altpapier - in welchem Maße der Durchschnitts-Cuxhavener in 2025 die jeweiligen Behälter "fütterte", geht aus den über eine Verwaltungsvorlage bereitgestellten Tabellen hervor.

Die Altpapiermengen sind zurückgegangen
Der erste Blick richtet sich fast automatisch auf das Volumen an Hausmüll: Pro Kopf gerechnet wurden im vergangenen Jahr rund 149 Kilogramm über die Schwarze Tonne entsorgt. Im Mittel, wie gesagt; Manche unter uns mögen höhere Restmüll-Mengen produzieren, andere hingegen mehr Abfälle für die Biotonne erzeugen. Apropos Biotonne: Bei 68,25 Kilogramm liegt die jährliche Füllmenge im Pro-Kopf-Durchschnitt; das ist der zweithöchste Wert vor Altpapier (67,6 kg) und Wertstoffen (54 kg) für den längst von Tonnen ersetzten Gelben Sack.
Die im Stadtgebiet eingesammelten Altpapiermengen sind im Zehn-Jahres-Vergleich übrigens trotz allem deutlich gesunken. Sprach man 2016 noch von einer Gesamtmenge in einer Größenordnung von nicht ganz 4.800 Tonnen, waren es im jüngsten Erhebungsjahr etwa 30 Prozent weniger (also nur noch 3.350 Tonnen). Die Frage, inwieweit die Digitalisierung für diesen Rückgang verantwortlich ist, wurde auch im Ausschuss für Technische Dienste diskutiert. Dort gab Müller allerdings zu bedenken, dass die Menge an Kartonagen (bedingt durch den Siegeszug der Online-Versender) eher zu- als abgenommen haben dürfte.

Deutlicher Zuwachs im Altkleider-Bereich
Tatsächlich gestiegen ist - Thema Wertstoffe - das Volumen an Altkleidern, das 2025 bei durchschnittlich 8,6 Kilogramm pro Kopf lag und sich (bezogen auf die Gesamtsammelmenge im Vergleich zu 2024) um rund 58 Prozent erhöht hat. Eine EU-Regelung, nach der eine Entsorgung von Textilien über den Hausmüll nicht länger erlaubt ist, könnte - so die Verwaltungsannahme - für diese Zunahme mitverantwortlich sein. Wenig Veränderungen gab es hingegen bei den sogenannten Leichtstoffverpackungen (Wertstoffe, die im Gelben Sack beziehungsweise der Gelben Tonne landen). Ihre Menge blieb mit 54 Kilo pro Einwohner und Jahr weitgehend stabil. Der Umfang des von Bürgerinnen und Bürgern angelieferten Elektroschrotts ist mit elf Kilogramm pro Nase marginal geschrumpft. Gleiches gilt für das Thema Sperrmüll, der mit einem Pro-Kopf-Wert von 42 Kilo pro Einwohner immer noch eine relativ stattliche Größe darstellt.
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