Rotary-Benefizkonzert 2026 in Cuxhaven: Bühne wächst für eine musikalische Weltreise
Das Rotary-Benefizkonzert 2026 in Cuxhaven überraschte mit einer Bühne, die spontan wachsen musste, und einem Programm, das von der Shanty-Romantik bis zu mexikanischen Rhythmen reichte. Ein Abend voller musikalischer Überraschungen.
Über 800 Gäste, ausverkaufte Ränge, eine Bühne, die extra wachsen musste: Das Rotary-Benefizkonzert 2026 in der Döser Kugelbake-Halle sprengte am Dienstagabend (1. September 2026) fast den Rahmen. Das Marinemusikkorps Wilhelmshaven ist mittlerweile auf rund 60 Musikerinnen und Musiker angewachsen. Die Verantwortlichen mussten die Bühne kurzfristig vergrößern. Der Preis dafür: 54 Sitzplätze weniger im Saal. Wer trotzdem einen Platz ergatterte, sah ein Konzert, das seinem Titel alle Ehre machte: "Eine Reise um die Welt".

Rotary-Präsident Jörg Itjen begrüßte die Gäste mit sichtlicher Freude über das volle Haus. Sein Dank galt vor allem Oliver Ottmüller und Holger Kliem, die das Konzert zum fünften Mal organisiert hatten, sowie den Sponsoren, ohne die der Abend nicht möglich gewesen wäre. Mit einem Augenzwinkern verglich Itjen den Wind an diesem Abend (Windstärke 6) mit dem rauen Empfang, den Gäste aus Wilhelmshaven an der Küste sonst erwarten müssten. Die Nordsee, sagte er, verbinde Cuxhaven und Wilhelmshaven ohnehin.

Shanty-Fieber aus England
Dirigent Fregattenkapitän Matthias Prock schickte sein Orchester zunächst auf heimischem Boden los: Der Marsch "Frei weg!" des Wilhelmshavener Komponisten Carl Latann eröffnete den Abend. Dann ging die musikalische Reise über die Nordsee nach England. Prock ließ das Publikum raten, welche Shantys es kenne. "Wellerman" und der "Hamburger Veermaster" fielen prompt. Haydn Woods "The Seafarer" brachte die raue Poesie der Segelschifffahrt auf die Bühne, vom kraftvollen Arbeitslied bis zur wehmütigen Ballade der Mannschaft.

Japans Klänge im Fagott
Es folgte ein persönlicher Programmpunkt: Fagottistin Masami Masong, gebürtige Japanerin, hatte Yasuhide Itos "Festal Scenes" schon in ihrer Schulzeit gespielt. Das vierteilige Werk nahm das Publikum mit von der traditionellen Shamisen-Laute über jodelnde Flötenklänge bis zum Laternenfest von Aomori, bei dem die Musik langsam anschwoll wie ein Umzug, der sich der Bühne nähert. Danach ging es nach Mexiko: Franco Cesarinis "Mexican Pictures" verband feurige Trompeten mit raffinierten Taktwechseln, eine zärtliche Romanza mit dem tänzerischen Finale einer Charreada, dem mexikanischen Rodeo.

Drachen und tanzende Füße
Nach der Pause, in der sich das Publikum im Foyer schon begeistert austauschte, ging es über Österreich mit Klaus Strobls Marsch "Mit vollen Segeln" weiter nach Norden: John Powells Filmmusik zu "Drachenzähmen leicht gemacht" ließ Ohnezahn und seine Artgenossen musikalisch aufleben.

Bei Bill Whelans "Riverdance" zitierte Prock schmunzelnd den Sicherheitshinweis der Partitur, der vor unkontrollierten Fuß- und Beinbewegungen im Publikum warnt. Zum Abschluss des offiziellen Programms würdigte das Orchester mit "The Story of Glenn Miller" den amerikanischen Big-Band-Pionier, dessen Musik bald wieder aktuell wird: Das Marinemusikkorps reist in Kürze selbst nach New York und Washington, unter anderem zur Steuben-Parade und zum Tag der Deutschen Einheit in der deutschen Botschaft.
Abschied mit stehenden Ovationen
Bevor der letzte Ton verklang, nahm das Orchester Abschied von zwei Musikern: Carmen Lücke wechselt zum Luftwaffenmusikkorps nach Münster, der dienstälteste Musiker Volker Reesing geht nach Jahrzehnten in den Ruhestand. Beide verabschiedete das Orchester mit dem Stück "Und tschüss". Als Zugabe erklang "Lili Marleen", bevor die Nationalhymne den Abend beschloss und weite Teile des Publikums stehend mitsangen.

Alle Instrumentengruppen verschmolzen an diesem gelungenen Konzertsabend zu einem mitreißenden Gesamtklangerlebnis. Von den maritimen Shanty-Klängen über die fernöstliche Filigranarbeit bis zu den feurigen mexikanischen Rhythmen bewies das Orchester an diesem Abend seine ganze stilistische Bandbreite.

Am Ende stand ein Klangerlebnis, das Zuhörerinnen und Zuhörer weit über die Kugelbake-Halle hinaus in Erinnerung behalten dürften. Am Ende gab es stehende Ovationen für ein Orchester, das in der Kugelbake-Halle längst zu Hause ist und 2027 gerne wiederkommen darf.
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