Demokratie & Zukunft: Abiturfeier am AAG und Lichtenberg Gymnasium Cuxhaven
Bei 34 Grad versammeln sich die Abiturientinnen und Abiturienten in Cuxhaven, um ihren Abschluss zu feiern. Zwischen bewegenden Reden und festlicher Musik wird die Bedeutung von Demokratie und Verantwortung für eine engagierte Zukunft betont
Bei 34 Grad ist die Aula des Amandus-Abendroth-Gymnasiums am Freitagabend bis auf den letzten Platz besetzt, als die Abiturientinnen und Abiturienten von AAG und Lichtenberg-Gymnasium gemeinsam ihren Abschluss feiern. Aus den Lautsprechern läuft vorab Roger Ciceros "Das ist nicht artgerecht", während sich Gäste mit Programmzetteln Luft zufächeln, mancher zum eigens gefalteten Fächer.
Anzug, Krawatte und Fliege sind trotzdem bei einigen Pflicht. Dreieinhalb Stunden dauert die von Musik wie "The Final Countdown" und "Don't Stop Believin'" begleitete Feier. Schulleiter Wolfgang Deutschmann begrüßt die Gäste auch für seinen Lichtenberg-Kollegen Martin Rehermann und dankt ausdrücklich den Sekretärinnen beider Schulen, die rund 1500 Zeugnisse vorbereitet haben, sowie Hausmeistern und Reinigungskräften für ihre Arbeit im Hintergrund.

Ein Kreuz für die Demokratie
Persönlicher wird es bei Erstem Kreisrat Friedhelm Ottens. Seine Frau stamme aus einem anderen Land, erzählt er, seine Töchter hätten an beiden Schulen Ausgrenzung erfahren. Er überreicht AAG und LiG deshalb ein Kreuz aus der Jugendwerkstatt des Landkreises, das für Demokratie und Menschenwürde stehen soll, und bittet die jungen Leute eindringlich, zur Kommunalwahl zu gehen und sich die Parteiprogramme genau anzusehen.
Vor der Zeugnisausgabe melden sich beide Schulleiter noch einmal gemeinsam zu Wort. Deutschmann erinnert süffisant an die fehlerhaften Abituraufgaben vor zwei Jahren: Die Fehlerdichte sei damals "nicht bei den Schülern" gewesen, diesmal habe nur die Chemie es in sich gehabt. "Chemie war dieses Jahr Hardcore", sagt er und lobt die Gelassenheit nach einer gefälschten Drohung vor der Prüfung: "Auch wenn Sie vielleicht etwas aufgeregt waren, haben Sie diese Situation richtig gut gemeistert."

Rückblick und Verantwortung
Rehermann freut sich derweil über den glimpflich verlaufenen Abigag: "Die Schule sah danach fast sauberer aus als vorher", mahnt aber zugleich mit Blick auf aktuelle Armuts- und Bildungsberichte, Bildungschancen dürften nicht von der sozialen Herkunft abhängen. "Seien Sie klug, mutig und beharrlich", gibt er dem Jahrgang mit auf den Weg und erinnert an die Studie "Die Grenzen des Wachstums" des Club of Rome.
Deutschmann blickt auf den demografischen Wandel durch die Rente der Babyboomer und erinnert an den Satz "Die Rente ist sicher" des früheren Arbeitsministers Norbert Blüm von 1986 ebenso wie an ein bekanntes Lied von Marius Müller-Westernhagen über die Freiheit. Beide würdigen zudem die jüngsten Preisträger des Google Young MINT-Preises aus beiden Schulen und wünschen dem Jahrgang abschließend Kraft, Glück und Erfolg.


Die Besten und ihr Dank
Timo Böhme von der Ehemaligenvereinigung rechnet vor, dass die Schulzeit nur 15 Prozent eines Lebens ausmache, und ermuntert den Jahrgang trotz Corona und Krieg in Europa zu ehrenamtlichem Engagement, bevor er mit einem Ringelnatz-Zitat "Lebe, lache gut, mache deine Sache gut" die Absolventinnen und Absolventen mit der Traumnote 1,0 auf die Bühne ruft und ihnen Präsente überreicht.
Auch vier Schülerinnen und Schüler blicken in eigenen Abschiedsworten zurück, auf Klassenfahrten, Corona-Onlineunterricht und Lernabende, die selbst ChatGPT nicht retten konnte. Ihr "längstes Gruppenprojekt" sei trotz aller Unterschiede erfolgreich geendet. Mit "American Idiot" von Green Day endet ein Abend, der trotz drückender Hitze in Erinnerung bleiben dürfte, nicht zuletzt wegen Ottens Mahnung.


Hier kommen die Namen der erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2026 des Lichtenberg-Gymnasiums:
Marc Albers, Ava Andres, Nick Di Gennaro, Maya Eickmann, Johannes Engl, Lilli Finkennest, Lina-Marie Folgmann, Jule Franke, Tristan Gravendyck, Kaan Günay, Liv Hagen, Anna Harnisch, Emily Heitmann, Marie Hensel, Luna Junge, Raja Junghans, Florentine Klingner, Lena Korecka, Hanna Ludowig, Kay Lüttecke, Vanessa Matthies, Anna-Rosaria Megna, Martha Morgenstern, Luca Picker, Kamila Maria Pietrzak, Angelina Santos Teixeira Borba, Mieke Seibt, Kiara Serrao Miranda, Lovis Stepniak, Max Stracke, Nils Tetzlaff, Fenna Theelke, Romy Wilshusen und Max Wittenberg.



Hier kommen die Namen der erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2026 des Amandus-Abendroth-Gymnasiums:
Oke Aller, Madline Appiarius, Leila Aref, Sami-George Bahow, Julius Blohm, Thalia Blöhm, Tyrese-
Darnell Burkert, Steewen Christmann, Leonie Cibis, Julian Cordts, Patrizia Cordts, Luuk Milo de
Buhr, Emilia Dehne, Nico Dobrunz, Lasse Döhler, Anja Dolas, Jonas Färber, Konrad Fenski,
Eloane Fokou Dadjo, Emma Förtsch, Paul Friedrichs, Samuel Fries, Sarah, Gerhardt, Liv Gerlach,
Constantin Goldman, Janne Hädrich, Ayk Henken, Anni Hennings, Florian Hiegert, Lisa Janßen,
Joey Jarrett, Rim Khaled, Erik Kludaß, Jonah Knaus, Felina Krempel, Tomke Krüger, Larissa
Krumme, Jaane Leister, Florian Lerch, Emma Link, Tjorven Lüdtke, Luca Machnow, Nia-Sophie
Mangels, Mia-Lilly Meyer, Max Nowack, Eduarda Rocha Oliveira, Jason Otremba, Lennja Peters,
Luca Reiche, Joshua Sion Reymers, Josephine Richert, Anna Richter, Sabrina Röder, Nikita
Ruckhaber, Jan Schmiedel, Mia Schmitz, Lotte Schröer, Emely Schüler, Henrike Schwarz,
Mariella-Charlotte Siegers, Arne Sommer, Aeivin Stuhr, Constantin Tamm, Linas tom Suden, Lea
Uhlhorn, Levin Ulrich, Sarah Vorrath, Tara-Sophie Wehmeyer, Leonie Weiland, Tim Wessels,
Julien Witt und Husein Zahra.
Weitere Fotos der Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2026.









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