Mit dem Mähdrescher wird das Getreide gedroschen, sodass nur die Körner ohne den Halm geerntet werden. Foto: Grell
Mit dem Mähdrescher wird das Getreide gedroschen, sodass nur die Körner ohne den Halm geerntet werden. Foto: Grell
Landwirtschaft 

Dieser Cuxhavener trägt einen wichtigen Teil zum Bier auf dem Deichbrand-Festival bei

10.07.2024

Das Deichbrand-Festival rückt näher. Schon am kommenden Mittwoch werden die ersten Besucher ihre Zelte aufschlagen. Und darin darf vor allem eines nicht fehlen: das Bier. Darin ist dank eines Altenbrucher Landwirts sogar ein Stück Heimat zu finden. 

Seit rund vier Jahren baut der Altenbrucher Landwirt Gerriet Gerdts auf insgesamt 25 Hektar Braugerste an. Diese verkauft er an die Radeberger Gruppe und schließlich, fließt ein Teil seines Getreides in die Produktion des Jever-Bieres, das auch auf dem Deichbrand-Festival verkauft wird, mit ein. Doch bis das fertige Bier gebraut ist, investiert der 42-Jährige viel Arbeit und Zeit in den Anbau und die Ernte seiner Braugerste.

Für die Ernte des Getreides ist es zunächst wichtig, dass das Wetter mitspielt. Denn die Braugerste darf letztendlich nur einen Feuchtigkeitswert von 14,5 Prozent haben. Wenn das Wetter beständig ist und es nicht mehr regnet, muss es schnell gehen. "Ab hier beginnt ein Wettrennen gegen das Wetter und die Zeit", weiß der erfahrene Landwirt. Am ersten Erntetag durchlebt der Altenbrucher eine Achterbahn der Gefühle. Ein Mix aus Freude, Anspannung und Nervosität macht sich breit, als er die erste Getreideprobe entnimmt. Freudestrahlend reckt Gerdts die Faust in die Luft und liest laut den Wert vom Messgerät ab: "14,9 Prozent. Das ist ein sehr guter Wert. Durch das Belüften der Gerste im Lager kann ich noch 0,5 Prozent Feuchtigkeit rausbekommen." Neben der Feuchtigkeit werden auch Qualitätsmerkmale wie Eiweiß, Bruchkorn sowie Ausputz und Dreck überprüft. 

Gerriet Gerdts prüft mit einem speziellen Messgerät den Feuchtigkeitsgehalt in seiner Gerste. Foto: Grell

Von der Ernte auf dem Feld bis hin zum fertigen Bier

Bevor Gerdts die gedroschene Gerste auf seinem Hof ins Lager fährt, macht er noch einen Zwischenstopp bei seinem Nachbarn. "Hier wiege ich ab, wie viel Getreide im Hänger ist. Das ist wichtig zu wissen, denn der Erlös hängt davon ab, wie viele Tonnen ich ernte", erklärt der Landwirt. Von der Waage geht es weiter ins Lager auf dem Hof des 42-Jährigen. Hier wird das Getreide vom Hänger in die Getreideschnecke gefüllt. Diese befördert die Braugerstenkörner durch ein breites Metallrohr bis ans Ende der großen Lagerscheune und lässt sie dort von oben auf den Boden fallen. "So verteilt sich das Getreide am besten", ist sich Gerdts sicher. 

Die Getreideschnecke transportiert die Braugerstenkörner möglichst weit nach hinten in das Lager. Foto: Grell

In seinem Lager muss der Landwirt das Getreide immer trocken und kühl lagern, damit sich weder Schimmel noch Pilze bilden können. Nach der Ernte bleibt die Braugerste bis etwa Ende Februar auf dem Hof von Gerriet Gerdts. Dann kommt ein Kontrolleur der Brauerei und prüft die Qualität des Getreides. Ist diese einwandfrei, wird die Braugerste nach Hamburg transportiert. "Dort wird das Getreide zu Malz verarbeitet. Das wird dann nach Jever in die dortige Brauerei geliefert", erklärt der 42-Jährige. In der Jever Brauerei wird schließlich das Bier gebraut, das auch auf dem Deichbrand-Festival zu finden ist. 

Ein wichtiger Beitrag zum Deichbrand-Festival 

Gerriet Gerdts ist stolz darauf, dass seine Braugerste durch das Jeverbier wieder den Weg in die Heimat - oder zumindest in die Nähe - nach Wanhöden zum Festival findet: "Es gibt jetzt einmal ein Endprodukt, bei dem ich genau weiß, dass hier mein Erzeugnis drin ist. Meine anderen Erzeugnisse verlassen den Betrieb anonym über die sonst üblichen Absatzwege. Es ist ein schönes Beispiel für regionale Kreisläufe." 

Doch das ist nicht der einzige Beitrag, den die Landwirtschaft für das Deichbrand-Festival leistet. Gerdts weiß: "Die Landwirte stellen die Park- und Campingflächen zur Verfügung, transportieren gemeinsam mit Lohnunternehmern die Fäkalien in Güllefässern nach Cuxhaven in die Kläranlage und bergen bei schlechtem Wetter die Autos. Und überhaupt sorgen sie für gute Laune."

Gerriet Gerdts schaut sich die erste Getreideladung noch einmal genauer an. Foto: Grell

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