Am Tag nach dem brutalen Angriff in Altenwalde sind Reste von Löschmittel am Straßenrand zu sehen. Foto: Lütt
Am Tag nach dem brutalen Angriff in Altenwalde sind Reste von Löschmittel am Straßenrand zu sehen. Foto: Lütt
Versuchtes Tötungsdelikt

Versuchter Mord in Cuxhaven-Altenwalde: Mann auf der Straße angezündet (mit Video)

13.09.2024

Altenwalde wurde am Donnerstagabend Schauplatz eines schockierenden Angriffes: Ein Mann wurde mitten auf der Hauptstraße mit Benzin übergossen und angezündet. Die Polizei und eine Augenzeugin berichten über die brutale Tat.

Zu einem schockierenden Vorfall kam es am Donnerstagabend, 12. September 2024, gegen 21 Uhr in Cuxhaven-Altenwalde. Ein 37-jähriger Mann aus Cuxhaven übergoss einen 68-jährigen Cuxhavener mit einer brennbaren Flüssigkeit und setzte ihn in Brand. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes. 

Das Opfer erlitt Verbrennungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der genaue Gesundheitszustand des Opfers ist derzeit noch unbekannt.

Nach offiziellen Angaben der Polizei floh der Beschuldigte vom Tatort, konnte jedoch in den frühen Morgenstunden des folgenden Tages im Stadtgebiet Cuxhaven durch ein Spezialeinsatzkommando vorläufig festgenommen werden. Angaben zu den Staatsangehörigkeiten der Beteiligten oder der Art der verwendeten brennbaren Flüssigkeit macht die Polizei nicht.

 

Augenzeugin schildert dramatische Szenen

Die genauen Hintergründe der Tat sind noch unklar, doch ersten Erkenntnissen zufolge befand sich das Opfer nach Feierabend auf dem Gehweg vor einer Arztpraxis, als es plötzlich angegriffen wurde. Der Mann konnte sich glücklicherweise selbst aus der brennenden Kleidung befreien, und war nach der Tat ansprechbar. Rettungskräfte wurden umgehend alarmiert, als Passanten die Flammen bemerkten und Hilfe riefen.

Eine Augenzeugin aus Cuxhaven, die zufällig zur Tatzeit durch Altenwalde fuhr, schilderte die schockierenden Szenen: "Ich kam gerade von meiner Schwiegermutter und sah auf der rechten Straßenseite ein Feuer. Zuerst dachte ich, es sei eine Feuershow, wie bei Feuerschluckern, aber dann erkannte ich, dass ein Mann in Flammen stand. Seine Kleidung und Haare brannten. Ich sah, wie er sein T-Shirt wegwarf, doch sein Kopf brannte noch."

Nur noch wenige Spuren sind am Freitag am Bürgersteig zu sehen. Foto: Lütt

Vorgeschichte zwischen Täter und Opfer

Das Opfer, das nach Aussage der Zeugin zum Umfeld der nahegelegenen Arztpraxis gehört, gab an, dass es bereits am Dienstag zu einer Auseinandersetzung mit dem mutmaßlichen Täter gekommen sei, bei der er ebenfalls angegriffen wurde. "Der Mann konnte sprechen und erzählte, dass ihn der Mann bereits geschlagen hatte." In welchem Verhältnis die Männer zueinander stehen, ist bislang nicht bekannt. "Der Geruch von Benzin und verbranntem Stoff war extrem. Es war schwer zu ertragen", berichtet die Zeugin von dem traumatischen Erlebnis.

Aktuelle Lage am Tatort

Am Morgen nach der Tat sind nur noch wenige Spuren auf dem Bürgersteig zu sehen. Am Vorgartenzaun klebt noch weißes Löschmittel. Einige Patienten, die die entsprechende Arztpraxis aufsuchen wollten, konnten vergeblich am Vorgartentor rütteln - offenbar ist die Praxis am Tag nach der Tat geschlossen. Abgesehen vom Löschmittel sind keine weiteren sichtbaren Hinweise auf das tragische Ereignis vom Vorabend zu erkennen.

Von Frank Lütt und Tamina Francke

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