Das Feuerwerk beim 50. "Sommerabend am Meer" in Cuxhaven war ein besonderes. Foto: Potschka
Das Feuerwerk beim 50. "Sommerabend am Meer" in Cuxhaven war ein besonderes. Foto: Potschka
Beim "Sommerabend am Meer" 2024

Himmelsspektakel über Cuxhaven: Der Mann, der hinter dem Sommerabend-Feuerwerk steckt

von Jens Potschka | 04.08.2024

Für das spektakuläre Feuerwerk beim 50. "Sommerabend am Meer" über der Grimmershörnbucht von Cuxhaven ist ein Pyrotechniker mit langer Erfahrung verantwortlich, der ein "Skript" geschrieben hat. Das ist der Mann hinter dem Feuerwerk.

So schwärmerisch haben die Cuxhavener schon lange nicht mehr über ein Feuerwerk gesprochen. Zum 50. Geburtstag des Saisonklassikers "Sommerabend am Meer" erlebten die Besucherinnen und Besucher am vergangenen Sonnabend ein im wahrsten Sinne des Wortes atemraubendes Himmelsspektakel über der Grimmershörnbucht. Der Schöpfer dieses fein komponierten Abends ist ein erfahrener Pyrotechniker aus Lüneburg.

Einige Stunden bevor die Pyro- und Laser-Show von einem Schwimmponton in der Bucht abgefeuert und gestartet wurde, sprach Mirco Lorkowski vom "Feuerwerk Depot Nord" mit unserem Medienhaus über seine Profession. "Wir präsentieren in Cuxhaven eine musiksynchrone Show mit vielen atemraubenden Laserparts. Unsere ganze Show ist direkt auf die Musik programmiert", sagt Mirco Lorkowski. Musik und Feuerwerk laufen dabei nicht einfach so nebeneinander her. Schon viele Wochen vor der Show hat sich der Pyrotechniker unzählige Musikstücke angehört und überlegt, welche Kompositionen er seinem Publikum darbieten möchte.

Pyrotechniker aus Leidenschaft: Mirco Lorkowski hat für den 50. "Sommerabend am Meer" in Cuxhaven einen guten Job gemacht hat. Foto: Potschka

"Diesmal habe ich Musik für Film-Trailer und aus bekannten Fernsehproduktionen ausgesucht. Danach schreibe ich das Feuerwerk. Das bedeutet, dass ich den entsprechenden Musikstimmungen die passenden Feuerwerkskörper zuordne. Wir haben uns für Cuxhaven ein generationenübergreifendes Programm einfallen lassen", sagt Lorkowski, der am Wochenende gleich mit einer Mannschaft von vier Leuten an die Nordseeküste gereist ist, um die mit dem Titel "Eine abenteuerliche Reise" überschriebene Show professionell aufbauen und präsentieren zu können.

Am Machulez-Kai in Cuxhavens Neuem Fischereihafen laden Pyrotechniker die Mörser, Kugelbomben und andere Ausrüstungsgegenstände auf den Schwimmponton. Foto: Potschka

Visualisierungsprogramme helfen beim Schreiben

Bevor das Programm steht, erstellt der Fachmann eine sogenannte Wave-Visualisierung. "Das heißt, wir sehen die ganzen Auftakte, wir sehen die stillen Momente und wir sehen die komplette Musik als einen Zeitstrang auf einem Monitor abgebildet. Mithilfe dieser Technik können wir die einzelnen Programmpunkte ganz genau ansteuern. Dort, wo wir einen Höhepunkt setzen wollen, der Himmel sozusagen brennen soll, suchen wir die jeweiligen Pyro-Effekte aus unserer Datenbank heraus und ordnen sie dem Programm zu", beschreibt Mirco Lorkowski die genaue Arbeitsweise. Die Datenbank, die der Pyrotechniker im Laufe vieler Jahre aufgebaut hat, wird regelmäßig aktualisiert. So kann der Fachmann aus unzähligen Effekten auswählen.

Der Schwimmponton "Braune" bezieht am Sonnabendnachmittag Position in der Grimmershörnbucht. Stunden später wird von dem dann trockengefallenen Fahrzeug die Pyro- und Lichtshow abgefeuert und ausgestrahlt. Foto: Potschka

Mirco Lorkowski hat ein gutes Händchen für Emotionen. Gibt die jeweilige Musik eine freundliche Stimmung wieder, programmiert er bunte Effekte. Sind die Musikmomente tragend oder eher theatralisch gehalten, setzt er auf goldfließende Effekte. So baut sich eine ganze Komposition Stück für Stück zusammen und wird letztendlich zu einem kleinen pyrotechnischen Musical. "Es macht schon einen Unterschied, ob ich die Musik nebenbei laufen lasse oder ob die Musik das Feuerwerk schreibt. Dazwischen liegen Lichtjahre", schmunzelt Mirco Lorkowski.

Helfer der DLRG-Ortsgruppe Cuxhaven brachten den Fachmann für die Laser-Show, Rüdiger Hagedorn (r.), mit dem Rettungsboot "Grimmershörn" an Bord des Schwimmpontons "Braune". Foto: Potschka

Für Cuxhaven hat der Pyrotechniker ein zwölfminütiges Feuerwerk vorbereitet. Das sei eine ideale Länge für ein Feuerwerk, zu dem die Besucher anreisen. Feuerwerke, für die die Veranstalter einen Eintritt verlangen, würden entsprechend länger ausfallen. "Unser Anspruch ist hoch. Ich möchte bei unseren Zuschauern ein Gänsehautfeeling verursachen. Die Härchen im Nacken sollen sich aufstellen", sagt der Lübecker Unternehmer.

Mirco Lorkowski hat einen guten Job gemacht

Beim 50. "Sommerabend am Meer" hat er gemeinsam mit dem Laser-Spezialisten Rüdiger Hagedorn aus Kiel den Nerv der vielen Cuxhavener und Urlauber getroffen. Selten gab es bei rund 30.000 Besuchern so viele Momente andächtiger Stille in der Bucht. Der abschließende starke Beifall, die vielen gezückten Handys und die zwischenzeitlichen Bewunderungsausrufe dürfen als sicheres Zeichen dafür gelten, dass diese Show Gefallen gefunden hat. "Die Standzeit dieser Pyrotechnik ist außerordentlich gut. Wenn sich die Bombe am Himmel entzündet, steht sie in der Regel doppelt so lange wie ein Vergleichsprodukt aus der chinesischen Produktion", erklärt Mirco Lorkowski, der in Cuxhaven einen guten Job gemacht hat.

Die DLRG Cuxhaven war der "Retter in der Not": Mit dem Rettungsbbot "Grimmershörn" brachte die Crew zu spät eingetroffnes Equipment für die Laser-Show an Bord des Schwimmpontons "Braune". Foto: Potschka

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