"Aus der Geschichte können Menschen lernen"
Der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken, das ist am Volkstrauertag, guter Brauch. An den öffentlichen Gebäuden waren deshalb auch die Flaggen am Sonntag auf halbmast gehisst. Am Nachmittag fand in Brockeswalde die zentrale Gedenkfeier statt.
In Anbetracht der aktuellen politischen Lage mit ihren kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und in Israel bekannte Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer, die Welt sei aus den Fugen geraten. Deshalb sei die Gedenkfeier ein sichtbares Zeichen der Erinnerung, die ein Symbol setzte für den Schmerz und die Hilflosigkeit der Menschen im Angesicht von Krieg und Verlust. "Wir stehen heute hier und gedenken gemeinsam unserer Toten und halten die Erinnerung wach", sagte Uwe Santjer.
Der OB erinnerte am Beispiel der französischen Gemeinde Oradour-sur-Glane, an die Verbrechen des SS-Panzergrenadier-Regiments 4 "Der Führer", die ob ihrer perfiden Durchführung zum Sinnbild des grausamsten Verbrechens der deutschen Besatzer in Westeuropa wurde. Am Beispiel des Schicksals einer französischen Schülerin berührte dieses Stück dunkler Geschichte, die Besucher der zentralen Gedenkfeier ganz besonders.
"Am heutigen Volkstrauertag gedenken wir nicht nur der Kriegsopfer vergangener Kriege. Wir denken an alle Menschen, die heute auch außerhalb Europas in kriegerische Handlungen verwickelt sind und darunter unendlich leiden. Nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat ein Krieg in Nahost begonnen, der uns zutiefst erschüttert. Seitdem sind Tausende Menschen gestorben, Millionen geflüchtet - und ein Ende ist nicht in Sicht", reflektierte Uwe Santjer auf das aktuelle Geschehen und fügte hinzu: "Bisweilen scheint es, als ob Menschen und Gesellschaften nicht aus der Geschichte lernen würden." Doch Geschichte sei kein Schicksal. Aus Erzfeinden können beste Freunde werden, wie die deutsch-französische Annäherung nach 1945 beispielhaft zeige.
Kapitän zur See Holger Schmitt vom Marinefliegerkommando sprach in der Kapelle die Totenehrung. Den musikalischen Rahmen gestaltete die Musikschule Cuxhaven, die auch die Nationalhymne spielte, bevor im Beisein diverser Gäste und Verbände an der Gedenkstätte für die Opfer der Kriege auf dem Friedhof die Kränze niedergelegt wurden. Begleitet wurde die Zeremonie von der Superintendentin Kerstin Tiemann, die nach der Kranzniederlegung ein Gebet sprach.



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