Besuch aus Island in der Oberschule Cuxhaven-Mitte: Bryngeir Valdimarsson  (l., hier mit Schulleiterin Clarissa Schröer und Lehrerin Annika Thüre), Lehrer für Kreativität und Innovation, brachte neue Ideen für den Unterricht mit.
Besuch aus Island in der Oberschule Cuxhaven-Mitte: Bryngeir Valdimarsson (l., hier mit Schulleiterin Clarissa Schröer und Lehrerin Annika Thüre), Lehrer für Kreativität und Innovation, brachte neue Ideen für den Unterricht mit.
Für mehr Bildungsgerechtigkeit

Besuch aus Island an der Oberschule Cuxhaven-Mitte: Begegnung befeuert neue Talente

von Maren Reese-Winne | 30.01.2026

Wenn eine Schülerin mitten bei der Arbeit seufzt: "Ach, kann Schule nicht länger gehen...", dann wissen Lehrkräfte, dass etwas gerade richtig gut läuft. Dabei war die Aufgabe für die Fünftklässler der Oberschule Cuxhaven-Mitte doppelt anspruchsvoll.

Neben ihrem kreativen Auftrag mussten sie mit dem isländischen Gast Bryngeir Valdimarsson auch noch Englisch sprechen. Sie taten das so mutig und vertraut, dass Schulleiterin Clarissa Schröer beim Anblick ihrer oft so schüchternen Schüler kaum aus dem Staunen herauskam. 

Seit einem Jahr ist die Cuxhavener Oberschule im EU-Programm "Erasmus+" aktiv. Nach zwei Lehrerexkursionen gab es nun den ersten Besuch aus Island. Bryngeir Valdimarsson unterrichtet auf der Insel (gleich neben Cuxhavens Partnerstadt Hafnarfjördur) "Kreativität und Innovation", das in Island in der Mittelstufe (Klassen 5 bis 10) ein ganz normales Schulfach ist.

In Teams Ideen entwickeln und dann gleich losbauen

In Cuxhaven baute er mit den drei fünften Klassen sowie Lehrkräften einen "Makerspace" auf. Wortwörtlich: Platz zum Machen, ein offener Lernraum. Die Aufgabe war, aus Verpackungsmaterialien eine Stadt aufzubauen, die zeigt, was Jugendlichen wichtig ist. Die Kinder sollten in Teams Ideen entwickeln und dann gleich losbauen. Teil des Auftrags war, sich auch mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. 

Teamarbeit war bei dem dreitägigen Projekt großgeschrieben.

Erste Aufgabe: ein Haus für sich selbst. Dann ging es an die Gemeinschaftseinrichtungen. Ein Fußballstadion und ein Freibad waren besonders schnell da. Geschäfte, eine Feuerwache - immer neue Ideen sprudelten aus den Kindern heraus. Die in drei Tagen gebaute Stadt soll noch einen Namen erhalten und zukünftig immer wieder in verschiedenen Fächern zum Einsatz kommen. 

Das Projekt stellt nur ein Beispiel dafür dar, wie die Oberschule das Lernen weiterentwickeln, Motivation und selbstorganisiertes Lernen fördern will. Im Jahrgang 7 ist das bereits in vollem Gang - sogar mit der Konsequenz, dass Klassenverbände aufgehoben worden sind. In der Außenstelle an der Schulstraße wird inzwischen auch in Jahrgang 5 die Arbeit mit Wochenplänen geübt. Die Methode gibt Kindern Freiraum bei der Gestaltung des Lernens. Das alles natürlich nicht orientierungslos, sondern durch die Lehrkräfte begleitet.

Natürlich brauchte die neue Stadt auch einen Leuchtturm.

Kräftiger Schub für das Selbstbewusstsein

Auch das Erasmus+-Programm gibt Teilhabe und Selbstbewusstsein einen kräftigen Schub. Der Programmbeauftragte der Schule, Christian Kamps, geht fest davon aus, dass auch bald der erste internationale Schüleraustausch bevorsteht - womöglich sogar nach Island.

Die OBS Mitte ist außerdem eine der Schulen, die im Rahmen des bundesweiten Startchancen-Programms besonders durch das Bundesbildungsministerium gefördert werden. Das Programm richtet sich an Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler. Neben dem gezielten Ausgleich struktureller Benachteiligungen und der personellen und organisatorischen Stärkung soll die Förderung ausdrücklich Schulen in die Lage versetzen, neue Wege des Lernens zu gehen. 

Ganz bewusst sollte für das Projekt nichts Neues eingekauft werden.

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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