Polizeiorchester Niedersachsen verzaubert Publikum beim Benefizkonzert in Cuxhaven
Einen ganz besonderen Auftritt erlebten die Zuhörer in der St.-Petri-Kirche Cuxhaven beim Benefizkonzert des Polizeiorchesters Niedersachsen. Zu hören gab es Werke von Komponistinnen der letzten 150 Jahre.
Leises Stimmen der Instrumente, gedämpfte Gespräche und erwartungsvolle Blicke nach vorn. Noch bevor das Konzert mit dem Polizeiorchester Niedersachsen begann, herrschte im Kirchenschiff der St.-Petri-Kirche Cuxhaven eine besondere Atmosphäre.
Nach und nach nahmen musikbegeisterte Besucher auf den Bänken Platz, während sich die rund 40 Musiker auf ihren Auftritt vorbereiteten. Im Eingangsbereich boten Mitglieder des Lions Clubs Cuxhaven-Alte Liebe Getränke an: eine Gelegenheit für die Gäste, sich auszutauschen und auf ein besonderes Kirchenkonzert einzustimmen.
In der St.-Petri-Kirche seien die Bedingungen für das Benefizkonzert mit dem Polizeiorchester Niedersachsen ideal, freute sich der Präsident des Lions Clubs Sascha Hogrefe. "Neben der hervorragenden Akustik bietet der Raum auch genügend Platz für ein Orchester dieser Größe."
Pastorin Martina Weber zeigte sich "begeistert von dem außergewöhnlichen Programm, das der Dirigent erneut zusammengestellt hat und das ganz den Komponistinnen der vergangenen 150 Jahre gewidmet ist". Auch Carsten Bode, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Cuxhaven, hob hervor, dass das Orchester nach der Corona-Zeit jedes Jahr mit einem neuen Programm zu Gast gewesen sei. "Auch das heutige Kirchenkonzert erklingt zum ersten Mal."

Die musikalische Reise begann mit einem schwungvollen Auftakt der temperamentvollen Fanfare Esprit aus dem Jahr 2024 von der amerikanischen Komponistin Carol Brittin Chambers. "Sie erleben heute den 'Stapellauf‘ unseres Mottos 'Komponistinnen'", gab Dirigent Martin Spahr bekannt, bevor er die Zuhörer gedanklich nach Cornwall entführte. Nach einer Wanderung an der rauen Südwestküste Englands im Jahr 1886 kam der britischen Komponistin und Frauenrechtlerin Ethel Smyth die Idee zu ihrer Oper "The Wreckers". Sie thematisiert das moralische Dilemma von Küstenbewohnern, die Schiffe in die Irre führen, um sie anschließend zu plündern. Die Ouvertüre erklang in einem Arrangement von John Ivor Holland.
Das Polizeiorchester begeisterte mit den mitreißenden Melodien der "Four Indian Love Lyrics" aus dem Jahr 1902: "The Temple Bells", "Less Than Dust", "Kashmiri Song" und "Till I Wake" von der englischen Komponistin Amy Woodforde-Finden. "Die Tempelglocken klingen, die Hochzeit liegt schon nah …" - durch die deutsche Übersetzung, vorgetragen von Martin Spahr, gewannen die Liebesgedichte zusätzliche Tiefe und Ausdruckskraft. Die Texte stammen aus der Feder der englischen Dichterin Adela Florence Nicolson, die unter dem Pseudonym Laurence Hope veröffentlichte.
Mit fein nuancierten Interpretationen des Orchesters von Titan, Alexandra Iosifovna und die Ballade aus Siorées Musicales Op. 6 von der großen Klaviervirtuosin Clara Schumann wechselten die Musiker zu Filmmusik, die man "ein Leben lang auf den Hüften trägt". Von der Britin Rachel Portman, eine der bedeutendsten Filmkomponistinnen der letzten Jahrzehnte, erklang Filmmusik aus dem Film Chocolat. Und als Zugabe ein Stück von Anna Magdalena Bach aus Bachs Familienbetrieb.
Begeisterten Applaus als großes Dankeschön nahm das Polizeiorchester Niedersachsen mit auf seinen Heimweg. Es war ein Abend voller unvergleichbarer Musik, deren Erlös schulischer und frühkindlicher Förderung im Stadtteil Ritzebüttel zugutekommt.
Von Heidi Giesecke