"Blue Night" der Johannisloge: Mythen und Maurerkelle
Geheimbund oder Gemeinschaft? Die Cuxhavener Freimaurer öffnen ihre Türen und versprechen Klartext. Was steckt wirklich hinter den Mythen? Ein Abend voller Geheimnisse und Gemeinschaft erwartet die Besucher. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Am Freitag, 28. März, öffnet das Logenhaus im Grünen Weg wieder seine Türen für Neugierige. Um 19.30 Uhr beginnt die nächste "Blue Night" der Johannisloge "Anschar zum Friedenshafen". Auf dem Informationsabend möchten die Cuxhavener Freimaurer mit Mythen aufräumen und Klartext reden.
Freimaurerei - das klingt für viele noch immer nach Geheimbund, Verschwörung und verschlossenen Türen. Dabei ist das Gegenteil der Fall, sagt Logen-Sekretär Klemens Buchsteiner: "Die Freimaurerei bietet etwas, das man mit Geld nicht kaufen kann: das Angebot, in der Gemeinschaft den Weg zu sich selbst zu finden." Kein Dogma, keine Ideologie - stattdessen ein Rahmen, in dem jeder Mensch frei denken und wachsen kann.
Arbeit am "Rauen Stein": Wachstum statt Perfektion
Im Mittelpunkt der Freimaurerei steht ein altes Bild: der rohe Stein. Im Steinbruch unbehauen und kantig, soll er durch Arbeit zur Form finden. "So verstehen wir auch uns selbst bei der Aufnahme in den Bund", erklärt Buchsteiner. Der Freimaurer sei aufgerufen, an sich selbst zu arbeiten, nicht um perfekt zu werden, sondern um zu reifen. Manche Steine seien hart und eigneten sich als Fundament, andere weich und für die Gestaltung geeignet. Jeder finde seinen Platz.
Das klingt philosophisch und ist es auch. Doch Buchsteiner betont den Alltagsbezug. Güte im eigenen Heim, Ehrlichkeit im Beruf, Höflichkeit in der Gesellschaft, Anständigkeit bei der Arbeit: Das sei die lebenspraktische Ethik der Bruderschaft. Erich Kästner habe es einmal auf den Punkt gebracht: "Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es!" Genau das sei das Grundprinzip der Freimaurerei: Werte nicht nur denken, sondern täglich leben.
Wer in die Loge aufgenommen werden will, muss übrigens einige Voraussetzungen mitbringen: Volljährigkeit, einen unbescholtenen Ruf und vor allem echten Eigenwillen. Standesgrenzen kennt die Bruderschaft nicht. "Herzensbildung ist wichtiger als Herkunft oder Einkommen", sagt Buchsteiner. Bildung, Beruf, Einkommen: alles zweitrangig.
Weltweite Bruderschaft - und doch ganz nah
Was die Freimaurerei ihren Mitgliedern konkret bietet, zählt Buchsteiner nüchtern auf: einen geschützten Raum für Austausch ohne gesellschaftlichen Druck, Entschleunigung in einer hektischen Zeit, geistige Anregung durch Themen aus Philosophie, Geschichte, Kunst und Wissenschaft und ein weltweites Netzwerk, die sogenannte "Weltbruderkette". Soziales Engagement gehört dazu, freilich ohne Aufhebens: Freimaurer helfen still, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Ein Logenbruder habe ihm einmal erzählt, er sei Einzelkind und habe sich immer einen Bruder gewünscht, berichtet Buchsteiner. "Er hat viele Brüder bei uns gefunden." Es sind solche schlichten Sätze, die erklären, warum Menschen Abend für Abend in das Haus am Grünen Weg kommen. Nicht wegen Geheimnissen, sondern wegen Gemeinschaft.
Wer selbst neugierig geworden ist, hat am 28. März die Gelegenheit, sich ein eigenes Bild zu machen. Die "Blue Night" ist kein Werbeabend, sondern ein offener Dialog. Fragen sind ausdrücklich erwünscht. Eine Anmeldung ist erforderlich. Die Plätze sind begrenzt.
Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.zum-freimaurer.de. (jp)
