Cuxhaven summt: 15 neue Blühinseln in alten Weinfässern sind tolles Vorzeigeprojekt
Der Imkerverein Cuxhaven schafft mit bepflanzten Weinfässern an Schulen und Kitas neue Lebensräume für Insekten und fördert gleichzeitig das Bewusstsein für Artenvielfalt und Umweltschutz.
Der Imkerverein für Cuxhaven und Umgegend e. V. hat das Projekt "Cuxhaven summt - Bildung pflanzen im Weinfass" erfolgreich umgesetzt. An 15 Schulen und Kindertagesstätten im Cuxhavener Stadtgebiet stehen inzwischen bepflanzte Eichen-Weinfässer, die als kleine Lebensräume für Wildbienen, Honigbienen, Schmetterlinge und weitere Insekten dienen. Gefördert wurde das Projekt durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung.
Ziel ist es, einen praktischen Beitrag zur Förderung der Biodiversität im urbanen Raum zu leisten und zugleich Umweltbildung direkt an Schulen und Kitas zu verankern. Die Weinfässer wurden mit heimischen Wildstauden bepflanzt und sollen als sogenannte kleine Trittsteinbiotope wirken. Sie schaffen zusätzliche Nahrungsangebote für Bestäuber und machen die Bedeutung von Artenvielfalt im Alltag der Kinder sichtbar.

Eine wichtige fachliche Grundlage bildete die Beratung durch Dr. Sabine Schröder-Gravendyck. Sie unterstützte den Imkerverein bei der Auswahl des geeigneten Substrats sowie bei der Zusammenstellung der Pflanzen. Dabei wurde darauf geachtet, ausschließlich einheimische Arten zu verwenden, die an magere, nährstoffarme Standorte angepasst sind. Die unterschiedlichen Blühzeiten der ausgewählten Pflanzen sollen eine möglichst lange Blühzeit vom Frühjahr bis in den späten Herbst gewährleisten.
Zu den verwendeten Arten gehören unter anderem Rundblättrige Glockenblume, Dornige Hauhechel, Echter Dost, Frühlings-Fingerkraut, Wiesen-Schlüsselblume, Tauben-Skabiose und Heil-Ziest. Diese Pflanzen bieten nicht nur Honigbienen Nahrung, sondern sprechen auch zahlreiche Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen, Käfer und weitere Insektenarten an.
In einem Workshop das Rüstzeug erhalten
Vor der Umsetzung an den Einrichtungen nahmen die beteiligten Imkerpatinnen und Imkerpaten an einem Pflanzworkshop mit Dr. Sabine Schröder-Gravendyck teil. Dort wurden die fachgerechte Bepflanzung der Weinfässer, die Bedeutung heimischer Wildstauden für die lokale Biodiversität sowie praktische Pflegehinweise vermittelt. Zudem erhielten alle Beteiligten pädagogische Begleitmaterialien, die von Dr. Schröder-Gravendyck erarbeitet worden waren.

Diese Materialien unterstützen die Einrichtungen dabei, die Weinfässer auch nach den Pflanzaktionen als Lernorte zu nutzen und Themen wie Bestäubung, heimische Wildpflanzen und Insektenschutz altersgerecht vor Ort aufzugreifen. Auf diese Weise wurden die Ehrenamtlichen auf die Pflanzaktionen mit den Kindern vorbereitet und konnten ihr Wissen anschließend weitergeben.
Die Pflanzaktionen fanden direkt an den Schulen und Kindertagesstätten statt. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen wurden die Fässer vorbereitet und bepflanzt. Dabei erhielten die Gruppen eine altersgerechte Einführung in die Bedeutung von Bestäubern und heimischen Wildpflanzen. Die Einrichtungen übernehmen nun die Patenschaft für ihre Fässer und kümmern sich um die weitere Pflege. Der Imkerverein bleibt den Standorten beratend verbunden.
Getragen durch ehrenamtliches Engagement

Getragen wurde das Projekt maßgeblich durch das ehrenamtliche Engagement der Imkerpatinnen und Imkerpaten. Martin Kliebe betreut das Amandus-Abendroth-Gymnasium, die AWO-Kita Westerwisch und die Kita Gnadenkirche. Tjark Makel begleitet die Abendrothschule, den Emmaus-Kindergarten, die Döser Schule und die Schule am Meer. Kevin Carstensen unterstützt das Lichtenberg-Gymnasium, die Grundschule Altenbruch und die Grodener Grundschule. Kristina Burat engagiert sich an der Seeparkschule, Marcel Blanck an der Realschule Altenwalde. Marco Kunde betreut den DRK-Kindergarten Wilhelm-Volkmer-Weg sowie die Grundschule Sahlenburg. Die Kita Mittendrin wird von Silke Tiedemann begleitet.

Durch die Verteilung auf 15 Standorte ist das Projekt im gesamten Stadtgebiet sichtbar. Die Fässer stehen an Bildungsorten, an denen Kinder, Eltern, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Besucher regelmäßig auf das Thema aufmerksam werden. Informationstafeln erläutern die Bedeutung der heimischen Wildstauden und weisen auf den Wert von Insekten für funktionierende Ökosysteme hin.
Auch bei der Materialauswahl wurde auf Nachhaltigkeit geachtet. Die massiven Eichen-Weinfässer sind langlebig und wurden als Upcycling-Material eingesetzt. Zusammen mit dem passenden Substrat und den mehrjährigen Wildstauden sollen sie über mehrere Jahre hinweg als kleine Biotope erhalten bleiben.

Mit "Cuxhaven summt" zeigt der Imkerverein, wie Umweltbildung und praktischer Artenschutz miteinander verbunden werden können. Das Projekt macht deutlich, dass Biodiversität nicht nur auf großen Flächen gefördert werden kann, sondern auch durch kleinere, gut geplante Maßnahmen im direkten Lebensumfeld. Die 15 bepflanzten Weinfässer sind damit nicht nur sichtbare Zeichen für mehr Artenvielfalt, sondern auch dauerhafte Lernorte für Kinder und Jugendliche in Cuxhaven.









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