Campingplatz in Altenbruch soll weiter wachsen
Bis zum ersten Spatenstich für das Erweiterungsprojekt werden noch Monate ins Land gehen. Das zugehöhrige Bebauungsplanverfahren allerdings startete zu Wochenbeginn.
Der Ortsrat Altenbruch unterstützt den Ausbau des örtlichen Campingplatzes. In einer Sitzung am Montagabend sprach sich das Gremium für die Aufstellung eines damit verbundenen Bebauungsplans aus. Jener bildet den planungsrechtlichen Grundstein für die Erweiterung des von der Nordseeheilbad GmbH betriebenen Areals am Weltschifffahrtsweg.
Schon in Vorjahren hatte der in Strandbad-Nähe gelegene Campingplatz eine Frischzellenkur erhalten: Ein neues Sanitär- und Empfangsgebäude hob die Anlage auf ein zeitgemäßeres Level. Moderne Wohnmobilstellplätze tragen seither den Ansprüchen von Durchgangscampern und Kurzzeiturlaubern Rechnung. Die Perspektive, den Platz vergrößern zu können, war über die Flächennutzungsplanung bereits im Jahr 2001 fixiert worden. Über die Aufstellung des Bebauungsplans Nummer 233 ("Campingplatz Altenbruch"), nimmt die Idee nun konkrete Formen an.
Neben Stellplätzen auch Raum für Tiny-Häuser
Wie Katharina Günther, Architektin beim mit der Bauleitplanung beauftragten Bremer Büro BPW Stadtplanung, in der Ortsratssitzung vortrug, besteht ein wesentlicher Aspekt des Vorhabens darin, neue Parzellen (rund einhundert Stück) für Camperinnen und Camper zu schaffen. Geschehen soll das auf einem östlich an den bestehenden Platz angrenzenden, zwei Hektar großen Areal, das nicht nur Stellplätze für Campingfahrzeuge, sondern (auf 0,5 Hektar) auch Raum für insgesamt 22 Tiny-Häuser bietet. Jene seien "alle mit Fahrgestellen versehen", so Günther - anderenfalls wäre ihre Aufstellung auf einem Campingplatz baurechtlich gar nicht zulässig. Besagtes "Sondergebiet Camping" soll darüber hinaus die campingplatztypische Infrastruktur beherbergen: Entsorgungsmöglichkeiten für Wohnmobile, einen Aufenthaltsraum. Möglicherweise auch einen Kinderspielplatz.
Spiel- und Freizeitmöglichkeiten sind auch auf der westlichen Seite der auf den Deich zulaufenden Zufahrtsstraße vorgesehen: Gegenüber dem "Haupteingang" könnte auf 1,35 Hektar ein privat geführter Fußballgolfplatz entstehen. Planerisch als "Sondergebiet Freizeitsport" eingeordnet, bietet die Grünfläche nach Günthers Worten aber auch alternative Nutzungsmöglichkeiten. Denkbar erscheinen zum gegenwärtigen Zeitpunkt Sportmöglichkeiten wie eine Adventure-Minigolf-Anlage, ein Barfußpfad, ein Sinnespark oder ein Parcours mit Outdoor-Fitnessgeräten.
Erweiterung soll Altenbruch touristisch stärken
In Wortmeldungen wurde immer wieder auf die Bedeutung des Projekts für den Ort hingewiesen. "Tourismus ist ein Schwerpunktthema für uns", rief Ortsbürgermeister Christoph Frauenpreiß in Erinnerung. Für die CDU-Fraktion unterstrich Michael Habben, dass die Campingplatz-Erweiterung zweifellos dazu diene, "dem Standort in seiner Rolle als Nordseebad Nachdruck zu verleihen". Sylvia Probst von der SPD brachte ihre Sorge um Fußgänger zum Ausdruck, die sich bei noch stärkerem Verkehrsaufkommen auf dem Strandzubringer vorsehen müssten. Probst sprach sich dafür aus, im Zuge der Baumaßnahmen eine Lösung für diese Klientel zu finden.
Bis zum ersten Spatenstich wird es freilich noch dauern: Aktuell steht man ganz am Anfang des Planungsverfahrens, erklärten die Planer. Der nächste Schritt wäre ein Auslegungsbeschluss (vermutlich im ersten Quartal kommenden Jahres). Der Satzungsbeschluss dürfte - so Günther - nach der Sommerpause 2027 folgen. Der Ortsrat votierte am Montagabend einstimmig für den Start des Bauleitplanverfahrens. Grünes Licht gab ferner der Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität, Bau und Demografie, dessen Mitglieder am gestrigen Dienstag zu einer Sitzung zusammengetreten waren. Final wird der Verwaltungsausschuss über den aktuell zur Debatte stehenden Verfahrensschritt abstimmen - voraussichtlich noch vor der politischen Sommerpause.
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