Cuxhavener Initiative fordert: "Der Kettensäge weniger Raum geben"
Die "Initiative Stadtgrün" verteidigt die von der Stadt erlassene Baumschutz-Allgemeinverfügung - und spricht sich für mehrere Ergänzungen aus.
Mitglieder der unter dem Dach der BUND Kreisgruppe arbeitenden "Initiative Stadtgrün" begrüßen die kurz vor dem Jahreswechsel von der Stadt erlassene Allgemeinverfügung, mit deren Hilfe Bäume im Stadtgebiet besser geschützt werden sollen. "Wir sind der Meinung, dass Bäume Gemeinwohl werden sollten", betonen drei Sprecherinnen der Initiative, die das Verwaltungshandeln gegen Kritik aus den Reihen der Rats-CDU verteidigen.
"Wir gehen davon aus, dass dieser Verfügung rechtens ist", betonten Elke Schröder-Roßbach, Gabriele Grubel und Christine Scobie-Stoppkotte, aus deren Sicht der Erlass geeignet ist, ein "Vakuum" zu füllen, bevor eine noch zu beschließende neue Baumschutzsatzung den Schutzstatus für zahlreiche im Stadtgebiet wachsende Gehölze erhöht. Was diese Satzung angehe, gebe es aus Sicht der Initiative Stadtgrün aber durchaus Ergänzungsbedarf, argumentierte Schröder-Roßbach.
Ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter (rund ein Dutzend, was den harten Kern anbelangt) sehen es durchaus kritisch, dass die Stadtverwaltung zumindest nach den innerhalb der Allgemeinverfügung publizierten Richtlinien die alleinige Instanz sein soll, die über Ausnahmegenehmigungen für eine Entnahme von Bäumen befindet. Wenn es um Entscheidungen von großer Tragweite geht, muss nach Dafürhalten der "Stadtgrün"-Vertreterinnen der Rat gehört werden - und zwar in öffentlicher Sitzung.
"Als Erstes sind die Bäume weg gewesen"
Negativ-Beispiele aus der Vergangenheit sind aus Gabriele Grubels Sicht Projekte wie die Bebauung der Duhner Spitze: "Als Erstes sind die Bäume weg gewesen", rief Grubel in Erinnerung. Auf dem Gelände waren - lange vor Baubeginn - zahlreiche Schwarzkiefern gefällt worden. Dass sich vergleichbare Handstreich-Aktionen wiederholen, soll die Allgemeinverfügung (genau wie eine spätere Satzung) vereiteln. Schwarzkiefer und Eibe zu benennen, sei jedoch nicht genug, meint die Initiative Stadtgrün unter Bezug auf den Verfügungstext. "Was ist mit Lärche oder Douglasie?!"
Sämtliche Nadelgehölze sollten unter Schutz gestellt werden, argumentieren die Sprecherinnen, aus deren Sicht der Kettensäge historisch gesehen zu viel Raum gegeben worden ist.
Nachbesserungsbedarf sieht Elke Schröder-Roßbach außerdem beim Thema Hecken: Letztere zu entfernen ist nach aktuellem Stand tabu, sofern sie eine Länge von fünf und eine Höhe von 1,50 Meter erreicht haben. Nachdem es im Rahmen von Pflegemaßnahmen aber durchaus üblich sei, Hecken "auf den Stock zu setzen", ließen sich die Verwaltungsvorgaben leicht aushebeln: Einmal gestutzt, liege eine Hecke unterhalb der neuralgischen Grenze und sei somit nicht länger geschützt.
Richtmaße laut "Stadtgrün" keine örtliche Spezialität
Dass die Verwaltung den Schutzstatus an bestimmte Maße (nämlich an einen Stammumfang von 80 Zentimetern bei Laubbäumen und Waldkiefern und von 60 Zentimetern bei Eibe und Weißdorn) geknüpft hatte, war von der CDU-Ratsfraktion in der ersten Januarwoche als wenig zielführend, wenn nicht gar kontraproduktiv kritisiert worden. Für Christine Scobie-Stoppkotte liegt diese Einschätzung fernab der Realität: In anderen Kommunen seien solche Schutzvorgaben längst Gang und gäbe, betonte sie am gestrigen Montag. Gabriele Grubel findet, dass man beim Thema Stadtgrün selbst auf Kreisebene heute schon weiter ist als in Cuxhaven. "Zum Beispiel, was Dachbegrünung und Ähnliches angeht."
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