Cuxhavener OB-Kandidaten nehmen zu Europa Stellung
Vier OB-Kandidaten diskutieren über die Bedeutung Europas für Cuxhaven und betonen die Rolle der EU-Fördermittel. Von Hafenausbau bis Klimaschutzprojekte steht Europa im Mittelpunkt der Pläne für die Zukunft der Stadt.
Die Europa-Union Cuxhaven hatte vier der fünf Oberbürgermeisterkandidaten zur Podiumsdiskussion eingeladen. Vorsitzender Dietmar Rehfeldt begründete die Auswahl damit, ausschließlich Vertreter eingeladen zu haben, die im EU-Parlament vertreten seien.
Vor rund 75 Gästen bezogen Dienstagabend im Donners der amtierende OB Uwe Santjer (SPD), Thomas Brunken (CDU), Alexander Bremer (Die Cuxhavener) und Günter Wichert (FDP) Stellung, was ihnen Europa bedeutet und welche Rolle die EU in und für Cuxhaven spielt. In den Redebeiträgen wurde deutlich, wie vielfältig Europa in Cuxhaven verankert ist - und dies weit über den Hafen hinaus.
Moderiert wurde die Veranstaltung von CNV-Redaktionsleiter Ulrich Rohde, der ausdrücklich Fragen aus dem Publikum zuließ. Dies nutzten allerdings einige ältere Herren, langatmig ihre eigenen Statements abzugeben.
Auf europäische Fördermittel angewiesen
Die OB-Kandidaten selbst hatten anderthalb Stunden Zeit, sich zu präsentieren. Uwe Santjer mahnte vor dem Hintergrund des Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt: "Wer europafeindlich wählt, wählt gegen den Hafen und gegen Erneuerbare Energie. Europa sichert uns den Hafenausbau und den Umschlag." Europa nannte er das größte Friedensprojekt. Santjer erinnerte an die Menschen verschiedener Nationalitäten, die man benötige, sowie die Bedeutung von Schüleraustauschen und Städtepartnerschaften. Und er verdeutlichte, dass die Stadt angesichts anstehender Projekte vom Ahoi-Bad über Feuerwehrwache bis hin zur BBS-Sanierung weiter auf europäischen Förderbedarf angewiesen sei.
Dass zusätzlich zum Cuxhavener Hafen EU-Fördermittel in zahlreichen Cuxhavener Einrichtungen steckten - vom Wattenmeer-Besucherzentrum bis Museum Windstärke 10, thematisierte Thomas Brunken. Allerdings fehle noch ein Europaplatz. Für Brüssel wünsche er sich schnellere Entscheidungen, man müsse bei Entschlüssen zum Mehrheitsprinzip kommen. Er sprach sich dafür aus, weitere EU-Mittel für den Tourismus zu generieren, insbesondere für den weiteren Ausbau des Ganzjahrestourismus.
Als ein "glühender Europäer" gab sich Günter Wichert. Die Freizügigkeit des Reisens. Und er appellierte gelassener, mit der viel zitierten Bürokratie umzugehen. Schließlich steckten beispielsweise hinter genormten Gurken logistische Logik oder der feste Plastikflaschenverschluss, der dem Umweltschutz geschuldet sei. Wichert sprach sich an diesem Abend allerdings auch dafür aus, nicht immer nach den Fördergelder zu schauen, sondern wichtige Projekte wie die Feuerwache müsste die Stadt selbst als Pflichtaufgabe hinbekommen.
"Wir brauchen mehr Europa in Cuxhaven", fand Alexander Brmer und sprach sich für ein städtisches Europabüro aus, das Förderprogramme dahingehend anschaut, ob es gut für Cuxhaven und seine Einwohner sei. Im Laufe der Diskussion sprach er sich dafür aus, die Themen Hafen, Klimawandel, Küste und Tourismus als Gesamtkomplex zu betrachten.
Welche konkreten Projekte die OB-Kandidaten denn hätten, um Cuxhaven klimafreundlicher hinzubekommen?, wollte einer der wenigen jüngeren Zuschauer wissen. Thomas Brunken erinnerte an bestehende EU-Regelwerke von Vogelschutz bis Eindämmung des Hochwasserrisikos und möchte 1000 Bäume pflanzen. Alexander Bremer sieht die Energiespundwand als ein Muster für andere Städte und wünscht sich Solar auf allen öffentlichen Gebäuden. Günter Wichert unterstrich, dass er bereits ein müllfreies Sahlenburger Dorffest erreicht habe und sprach sich dafür aus, Eigentümer in der Stadt zur Fassadenbegrünung zu ermuntern.
Durchaus selbstkritisch gab sich Uwe Santjer, wie man es schaffe, wegzukommen von fossiler Energie: "Wir müssen da besser und schneller werden." Auch er wünsche sich mehr Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden und weitere Bäume. Der amtierende OB erinnerte daran, dass Cuxhaven Biosphärenstadt, ein Klima-Anpassungskonzept oder den Deichbau in Sahlenburg beschlossen habe.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.