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Zehn Pferde finden Platz auf dem Hof von Kathrin Pennekamp. Foto: privat
Zehn Pferde finden Platz auf dem Hof von Kathrin Pennekamp. Foto: privat
Mensch und Tier helfen

Cuxhavenerin im Süden: Sie will ihre "Husteponys" eines Tages an die Nordsee bringen

von Märthe Werder | 08.10.2026

Die gebürtige Cuxhavenerin Kathrin Pennekamp leitet in Baden-Württemberg den Hof "Husteponys". Eines Tages will sie ihr Projekt an die Nordsee bringen und zurück in die Heimat ziehen. Das steckt hinter den "Husteponys".

Seit 16 Jahren lebt Kathrin Pennekamp in Baden-Württemberg. Dort leitet sie inzwischen den Hof "Husteponys". Im Herzen bleibt Pennekamp jedoch Cuxhavenerin - eines Tages will sie ihr Projekt an die Nordsee bringen und selbst zurückkehren.

Sie ist in Stickenbüttel aufgewachsen, in Duhnen zur Schule gegangen und in Holte-Spangen geritten. Inzwischen lebt die 45-Jährige seit 16 Jahren in der Nähe von Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Bereits 14 Mal war die gebürtige Cuxhavenerin in Island und entdeckte dort ihre Leidenschaft für Islandpferde. Vor sieben Jahren holte sie ihren eigenen Wallach, Bersi, direkt von der Insel. "Der hat vor drei Jahren die Diagnose Equines Asthma bekommen", erzählt sie. Ihr Pferd hat angefangen zu husten, hatte Atemnot und musste viele Medikamente nehmen, dennoch wurde es nicht besser. "Der Tierarzt hat gesagt, wir könnten ihm nicht mehr helfen. Wir müssten darüber nachdenken, ihn zu erlösen", erinnert sich Pennekamp zurück. Doch damit war sie nicht einverstanden: Sie begab sich auf die Suche nach einem passenden Stall - vergeblich. Dann die nächste Idee: "Ich stelle ihn an die Nordsee. Cuxhaven ist ja auch ein Luftkurort." Doch auch hier gab es keine spezialisierten Ställe. "Vor allem wollte ich mein Pferd nicht in andere Hände geben."

Kathrin Pennekamp bei einem ihrer Besuche in Island. Foto: privat

Platz für zehn Husteponys

Als Pennekamp einen kleinen Stall bei sich in der Nähe pachten konnte, ergriff sie die Gelegenheit. "Dann hat sich das irgendwie vervielfältigt. Ich habe so viele Anfragen bekommen", sagt sie. So ist "Hustepony" entstanden. "Mein Pferd habe ich auch immer Hustepony genannt." Inzwischen gibt es den Hof seit drei Jahren - seit Juli ist Pennekamp selbstständig. "Die Kinder von Cuxhaven, die können schon was reißen," betont sie. Zuvor hat die gebürtige Cuxhavenerin als Vertriebsjuristin gearbeitet. "Letztes Jahr gab es bei Mercedes Abfindungsangebote", erklärt sie und sah die Chance.

Bei "Husteponys" können die Pferde regelmäßig inhalieren. Foto: privat

Inzwischen bietet ihr Hof Platz für zehn Husteponys. "Wir sind letztes Jahr in einen größeren Stall gezogen." Normalerweise kommen Pferde viel mit Stroh und Heu in Kontakt. Auf dem Hof von Pennekamp gibt es keine Einstreu in den Boxen, auf dem Reitplatz gibt es keinen Sand, sondern Textilschnitzel. Weiterhin werden keine Hoflader zum Reinigen verwendet. "Das ist alles Handarbeit. Ich kann nicht mit einem Dieselfahrzeug durch einen Asthmastall fahren." Zudem wird das Heu bei knapp 100 Grad bedampft: "Damit dann wirklich alle Bakterien, alle Keime und der Staub gebunden werden", erläutert die Hofbesitzerin. Sie baut für das Wohl der Pferde auf verschiedene Säulen: die Haltungsoptimierung, gutes Training und ein stressfreies Leben. "Das sind die ganz kleinen Stellschrauben bei uns, die wir über drei Jahre immer weiter optimiert haben." "Husteponys" ist in Baden-Württemberg damit der einzige so hoch spezialisierte Asthmatiker-Stall.

Seit drei Jahren gibt es den Hof "Husteponys". Foto: privat

"Ich habe mein Lebenswerk gefunden"

Pennekamp achtet sehr auf Hygiene: "Ich habe schon mal gehört, dass die Meinung kursiert, dass man bei Husteponys vom Boden essen könnte", sagt sie und lacht. Die ganze Arbeit, die die Hofbesitzerin alleine bewerkstelligt, macht sich bezahlt: "Bei uns ist Asthma kein Thema mehr", schildert sie über ihr eigenes Pferd. "Ich kann auch mit ihm, der hochgradiger Asthmatiker ist, durch den Wald galoppieren." Mensch und Tier zu helfen, sei das Schönste daran. "Das ist das Herz des Ganzen. Dass man sieht, auf welche Reise sie gehen und dass man so viel zurückbekommt." Es sei wunderbar zu beobachten, wie der Blick von der Krankheit wieder zum Blick fürs Pferd werde.

Kathrin Pennekamp ist schon in ihrer Kindheit geritten. Foto: privat

Den Hof hat Pennekamp für 15 Jahre gepachtet, sie hofft, dass sie "Husteponys" noch vergrößern kann. "Und dass es auch bis an die Nordsee kommt." Die Verbindung zu Cuxhaven habe sie nie vergessen: Ihre Eltern leben hier und sie verbringt jede Ferien an der Nordsee. "Selbstverständlich werde ich wieder zurückziehen. Das war tatsächlich auch Bedingung, als ich meinen Mann geheiratet habe", gibt sie lachend zu. Die Entscheidung, ihren alten Job aufgegeben zu haben, bereut die 45-Jährige nicht. "Ich habe mein Lebenswerk gefunden."

Jedes Pferd hat seine eigene Heuraufe zum Fressen. Foto: privat

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Märthe Werder

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