Eröffnungsgäste der im Oktober 1989 ausgerichteten Messe "Fishtec": Das Veranstaltungszentrum in Döse verwandelte sich in einen Besuchermagneten für Fachpublikum aus ganz Europa. Foto: CNV-Archiv
Eröffnungsgäste der im Oktober 1989 ausgerichteten Messe "Fishtec": Das Veranstaltungszentrum in Döse verwandelte sich in einen Besuchermagneten für Fachpublikum aus ganz Europa. Foto: CNV-Archiv
Lokale Messen im Rückblick

Die "Fishtec" zog einst Gäste aus ganz Europa nach Cuxhaven 

von Kai Koppe | 08.05.2026

Cuxhaven als Messestandort zu reaktivieren, ist eine politische Forderung. Doch welche Veranstaltungen hatte die Stadt eigentlich früher in diesem Segment zu bieten?  

Die Stadt als Messestandort zu revitalisieren, ist eine Idee der Ratsgruppe CDU/Die Demokraten. In einem Antrag nannten deren Mitglieder einige Veranstaltungsnamen, die in früheren Jahren für turnusmäßig wiederkehrende Messe-Events standen. Anlass für die CN/NEZ-Redaktion, in die Cuxhavener "Messegeschichte" einzutauchen.

Als die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen steckte, machte in Cuxhaven die "CuxBit" von sich reden. Namentlich angelehnt an eine große "Schwester" (die CeBIT in Hannover), war sie mehr als nur eine lokale Gewerbeschau. Die CuxBit gab einen Überblick über Jobchancen, sie war ein Forum zum Erfahrungsaustausch - und gipfelte nicht selten in einer LAN-Party in der damals noch bestehenden Kurparkhalle.

Herber Rückschlag im dritten Jahr

Echtes Messeflair bot die "Fishtec", die im Jahr 1989 Politik, aber auch ein internationales Fachpublikum in und um die Kugelbake-Halle versammelte. "Vorgestellt wurden Cuxhavener Firmen wie der Seefischmarkt Cuxhaven, das Verpackungsunternehmen Schmalbach-Lubeca sowie bedeutende Schiffsausrüster wie Krupp-Atlas-Elektronik und die Schiffsmaschinenfabrik Jeppesen-Wärtsilä aus Dänemark", hieß es in einem Artikel, der anlässlich der Eröffnung der "Fishtec" 1989 in den Cuxhavener Nachrichten erschien. Der Verfasser vermerkte den Besuch diverser Fischereiminister, nämlich aus Island, Großbritannien, Irland, Dänemark, Italien und Frankreich, und beleuchtete die Messeauftritte mehrerer im Bereich Aquakultur forschender Hochschulen.

Knapp drei Jahre (und eine Folgeveranstaltung) später war diese ambitionierte, in Zusammenarbeit mit einer Tochterfirma der Deutschen Messe AG aus der Taufe gehobene Schau allerdings bereits Geschichte. Grund: Die in Bremen ausgerichtete "Fisch international" (sie besteht bis heute) hatte ihr Portfolio auf Bereiche ausgedehnt, die dem Spektrum der Cuxhavener Veranstaltung entsprachen und der "Fishtec" damit sprichwörtlich das Wasser abgegraben. Dazu kam, dass der Standort Döse nicht ansatzweise mit den 16.000 Quadratmeter umfassenden Hallenkapazitäten auf dem Bremer Messegelände konkurrieren konnte. Eine sich abzeichnende Rezession nahm die Messe AG-Tochter Heckmann ebenfalls zum Anlass, um von einer Fortführung der "Fishtec" abzuraten. "So bitter es für die Stadt Cuxhaven als jungem Messestandort auch sein mag: Wenn sich realistisch langfristig nur eine von beiden Messen halten kann, muss die Entscheidung wohl für eine Zusammenlegung an dem Ort ausfallen, der mit der erforderlichen Infrastruktur in Form überdachter Ausstellungsflächen aufwarten kann", hieß es in einer Pressemitteilung der Stadt aus dem Herbst 1992.

Holzbläser und ein Tupperware-Menü

Ungeachtet dieses Rückschlags wurde an der Idee, den Namen der Stadt durch Fach- und Branchenausstellungen bekannter zu machen, festgehalten. So wurde das Messezentrum in Döse unter anderem zum Schauplatz der "Ömug", ein Akronym für "Ökologie, Meer, Umwelt und Gesundheit". Die dreitägige Publikumsmesse war ein Forum für grüne Verbraucherthemen und wurde in ihrer 1996er-Ausgabe von einer Reihe von Sonderaktionen flankiert. Besucher konnten zum Beispiel den Eintrittspreis mit der Abgabe von Altkleidern begleichen, Holzbläsern lauschen oder ein Tupperware-Menü kosten. Um wiederverwertbare Gefäße ging es bei Letzterem, passend zu einer während der "Ömug" gestarteten Aktion "Einweggeschirr aus Plastik in Cuxhaven? Nein danke".

Anders als einige "Eintagsfliegen" im Cuxhavener Messegeschäft kann die Messe "Cux Bau" im Rückblick als Klassiker (und im Elbe-Weser-Dreieck als die zeitweilig prominenteste Veranstaltung rund um das Thema Bauen und Wohnen) gelten. Ende der 80er Jahre aus der Taufe gehoben, entpuppte sich die Messe rasch als Besuchermagnet - weswegen es durchaus Stimmen gab, die für eine jährlich stattfindende "Cux Bau" plädierten. Im Endeffekt wurde die Veranstaltung im Zwei-Jahres-Rhythmus wiederholt - im Wechsel mit der "Cux Schau", auf der Besucher eine "bunte Vielfalt an Waren und Dienstleistungen" (CN, 21.02.2009) erwartete. Die "Cux Bau" wiederum hatte Bestand, bis in den Jahren 2018/19 die Kugelbake-Halle umgebaut wurde.

"Cux Art" hält die Tradition hoch

Als Nachfolgeveranstaltung positionierte sich im Jahr 2025 die HFZ ("Haus - Familie - Zukunft"), die den Fokus allerdings auf das Thema energetische Sanierung richtet. Auch wurde nicht die Kugelbake-Halle als Veranstaltungsort ausgewählt. Über die Bühne ging die HFZ in den Hapag-Hallen, die in Vorjahren bereits die Messe "Ideenhaven" oder die Veranstaltung "Cuxhaven meets Wasserstoff" beherbergt hatte. In der Kugelbake-Halle wiederum werden sich am übernächsten Wochenende Kunstliebhaberinnen und -liebhaber über den Weg laufen: Anlass ist die im Jahr 2019 in Cuxhaven ins Leben gerufene Kunstmesse "Cux Art".

Rund ums Bauen und Wohnen drehte sich die vor rund zehn Jahren auf Eis gelegte Messe "Cux Bau" (hier ein Bild aus dem Jahr 2014). Foto: Potschla.
Mehr eine Leistungsschau als eine Messe nach überregionalen Maßstäben: Die ebenfalls in der Kugelbake-Halle beheimatete "Cux Schau". Foto: CNV-Archiv

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