Diskussion: Wohin steuern Stadt und Landkreis Cuxhaven?
Beim Wirtschaftsgespräch des Unternehmensverbands Cuxhaven Elbe-Weser-Dreieck (UVC) wurden Entwicklungschancen und "Baustellen" der Region in den Fokus genommen.
Wo Kreis und Stadt stehen und wie sie sich entwickeln - diese Fragen bildeten den Hintergrund eines "Wirtschaftsgesprächs", zu dem der Unternehmensverband Cuxhaven (UVC) am Dienstag Repräsentanten beider Verwaltungen sowie Stimmen aus der Hafen- und der Tourismuswirtschaft eingeladen hatte. Moderiert wurde die knapp 90-minütige Podiumsdiskussion von CN/NEZ-Redaktionsleiter Ulrich Rohde, der seine Gesprächspartner mit einer Themenpalette konfrontierte, die bei der Siedlungsentwicklung begann und bei möglichen Nachnutzungen des Bauhafens endete.
Einen "Splash-Park" könne er sich am oberen Ende der Grimmershörnbucht schwerlich vorstellen: Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer bezog sich mit dieser Einschätzung auf frühere Ideen, den Bauhafen in ein Wasserrutschen-Paradies zu verwandeln. Nach seinen Worten ist ein Tauschgeschäft, das unter anderem vorsieht, den Steinumschlag aus dem Bau- in den Neuen Fischereihafen zu verlegen, noch nicht so weit gediehen, dass man für die an der Kugelbake gelegene Wasserfläche ein freizeitorientiertes Nachnutzungskonzept "in der Tasche" habe.
NPorts-Niederlassungsleiter Knut Kokkelink wurde unter dem Oberthema "Hafentausch" auf ein Bauvorhaben am Südostende der Bucht angesprochen: Zuhörer sorgten sich wegen einer von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung geplanten Halle. Die WSV werde bei der Bauplanung allerdings nicht nach dem Motto "quadratisch, praktisch, gut" verfahren, beruhigte Kokkelink, nach dessen Worten in Fragen der Optik sehr wohl dem Umfeld (nämlich der von Einheimischen als "Wohnzimmer" genutzten Bucht) Rechnung getragen werde. Bedenken hinsichtlich einer aus der Hallennutzung resultierenden Verkehrsbelastung versuchte der NPorts-Vertreter zu zerstreuen. "Das sind täglich drei bis vier LKW; aus meiner Sicht kein Problem."
Begonnen hatte das UVC-Wirtschaftsgespräch mit einer Frage nach den für die Stadt prognostizierten Einwohnerzuwächsen. Der OB sprach von rund 2000 zu erwartenden neuen Arbeitsplätzen im Hafen, trat aber der Vorstellung entgegen, dass sich die Bevölkerungszahl in der Stadt exponentiell ändern werde. Gleichwohl wurden Wohnraum und die begleitende Infrastruktur von Santjer als zentrale Themen genannt. Auf eine Frage nach Leerstand (im gewerblichen Bereich) verwies der Oberbürgermeister auf eine Quote, die sich im Durchschnittsbereich bewegen soll. Hallenkapazitäten liegen nach seinen Worten vor Ort sogar unterhalb der Nachfrage.
Zuhörer wünschen mehr Druck beim Netzausbau
Ein Einspeisepunkt sei gestrichen worden - "gar nicht gut", konstatierte Kreisrat Frank Berghorn unter dem Aspekt des für den Offshore-Windenergie-Standort bedeutsamen Netzausbaus. "Druck zu machen" in diesem Punkt sei durchaus erforderlich, kam es aus den Reihen des im Saal des Strandhotels Duhnen versammelten Publikums. Auf eine um das Thema Tourismusfinanzierung kreisende Debatte anspielend fragte Moderator Ulrich Rohde nach einem von der hiesigen Tourismuswirtschaft unterstützten Zwei-Säulen-Modell. Schnell sei klar geworden, so entgegnete Kurdirektor Olaf Raffel, dass Cuxhaven nach dem Ende einer aktuell noch greifenden Sonderregelung nicht einfach auf eine drastisch erhöhte Bettensteuer (als alleiniges Finanzierungskonzept) setzen könne. Favorisiert werde eine Kombi-Lösung aus Gästebeitrag und Übernachtungssteuer - ein Vorschlag, dem gegenüber sich die Landesregierung laut OB einigermaßen offen gezeigt hat. Unter Voraussetzung, dass man diesen Weg in Cuxhaven tatsächlich einschlagen will.
Unter dem Stichwort Tourismus sprach Olaf Raffel die Notwendigkeit an, den Blick für neue Urlauberzielgruppen zu schärfen - wobei Gäste nach seinen Worten in kommenden Jahrzehnten "mehr Zeit und wahrscheinlich weniger Geld" investieren können.
Stadtteilkonzepte weiter auf der Agenda
Auf das Reizthema "Parkraumbewirtschaftung" angesprochen, verteidigte Raffel ein automatisiertes Erfassungssystem, dessen "Kinderkrankheiten" (unter anderem Thema im Bereich Messeplatz) ganz einfach überwunden werden müssten. Eine Landesgartenschau in Cuxhaven sah der Oberbürgermeister als Chance - nachdem viele Attraktionen bereits vorhanden seien und Projekte, die im Falle eines Zuschlags bis 2034 (mit Fördermitteln) umgesetzt werden sollen, ohnehin in Angriff genommen werden müssen.
Auf der Agenda der Stadtverwaltung stehen nach wie vor Stadtteilkonzepte, etwa die beiden Masterpläne für Döse und Duhnen. Teilweise beinhalten sie auf Lösungsansätzen für die lokale Verkehrssituation - ein Thema, das beim UVC-Wirtschaftsgespräch auch noch unter ganz anderen Vorzeichen diskutiert wurde. Kreisrat Frank Berghorn erklärte dazu, dass der Landkreis den Ausbau der öffentlichen E-Ladesäulen-Infrastruktur durch Lizenzvergaben an private Betreiber forcieren wird. In der Stadt Cuxhaven passiere Ähnliches, so Berghorn. "Der Bedarf ist da."
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