Farbenfrohes Finale am Deich: Das Höhenfeuerwerk beim Sommerabend am Meer ist für viele Cuxhavenerinnen und Cuxhavener fester Bestandteil des Sommers. Auch im kommenden Jahr soll es einen Abschluss dieser Art geben. Foto: Potschka
Farbenfrohes Finale am Deich: Das Höhenfeuerwerk beim Sommerabend am Meer ist für viele Cuxhavenerinnen und Cuxhavener fester Bestandteil des Sommers. Auch im kommenden Jahr soll es einen Abschluss dieser Art geben. Foto: Potschka
Zündstoff vor dem Wahlkampf

Sorge um Sommerabend am Meer in Cuxhaven - wegen des umstrukturierten Feuerwerks

von Jens Potschka | 07.09.2026

Kurz vor der Kommunalwahl sorgt Cuxhavens Feuerwerk beim Sommerabend am Meer 2026 im Rat für hitzige Diskussionen. Ein fehlender Ponton entfacht Fragen nach Traditionserhalt, während mehr Transparenz und klare Zusagen gefordert werden.

Es war die letzte öffentliche Sitzung des alten Rates vor der Kommunalwahl am kommenden Sonntag, 13. September 2026, und die CDU-Fraktion nutzte sie ausgiebig. Gleich vier Anfragen hatte sie eingereicht, eine davon zur Ausschreibung eines neuen Wirtschaftsförderers samt Geschäftsführung der "Cuxhafen GmbH".

Dazu blieb es allerdings bei einem kurzen Hinweis von Oberbürgermeister Uwe Santjer, es handle sich um eine Personalie, die nicht öffentlich verhandelt werde. Ausführlicher wurde es beim Dauerbrenner Feuerwerk.

Sorge um alte Tradition

Nach dem Sommerabend am Meer 2026 hätten sich zahlreiche Cuxhavenerinnen und Cuxhavener bei der CDU beschwert, das Höhenfeuerwerk sei in diesem Jahr anders ausgefallen als gewohnt. CDU-Ratsherr Thiemo Röhler machte daraus eine Grundsatzfrage: Er sorge sich um eine der letzten großen Traditionsveranstaltungen der Stadt. Ähnlich wie schon bei Osterfeuern und Schützenfesten sei die Sorge groß, dass auch dieses Fest schleichend verschwinde.

Der Sommerabend am Meer ist eine Traditionsveranstaltung in Cuxhaven. Foto: Koppe

Streit um fehlenden Ponton

Oberbürgermeister Uwe Santjer erklärte die Umstellung technisch und nüchtern. Der übliche Ponton für die Pyrotechnik habe in diesem Jahr in Bremerhaven festgelegen, seine kurzfristige Verlegung hätte rund 15.000 Euro gekostet. Die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH (NHC) um ihren Geschäftsführer Olaf Raffel habe deshalb eine Ersatzfläche genutzt, die sich als zu klein erwiesen habe. Uwe Santjer nannte das Ergebnis nachvollziehbar, aber nicht zufriedenstellend. Er kündigte an, dass die Suche nach einem geeigneten Ponton für das kommende Jahr bereits laufe.

SPD-Ratsherr Gunnar Wegener mahnte, Traditionen dürften sich durchaus weiterentwickeln. Grünen-Vertreter Robert Babacé sprach dem Team um Kurdirektor Olaf Raffel sein Vertrauen aus. Thiemo Röhler ließ dennoch nicht locker und verlangte eine klare Zusage für ein traditionelles Höhenfeuerwerk im kommenden Jahr. Santjer bestätigte, es werde wieder ein Feuerwerk geben, wollte sich auf die genaue Form aber nicht festlegen.

Inzwischen gibt es auch eine Lasershow beim Sommerabend am Meer. Foto: Potschka

Gestreift wurde auch das Themenfeld um die Vergabe von Leader-Fördermitteln der Jahre 2025 und 2026. Uwe Santjer zählte eine Reihe kleinerer und größerer Projekte auf, vom Lastenrad-Unterstand über digitale Infostelen bis zum Kunstrasenplatz von Schwarz-Weiß Cuxhaven.

CDU fordert mehr Transparenz

CDU-Ratsherr Enak Ferlemann bedankte sich für die Auskunft, kritisierte aber, dass solche Informationen bislang nicht routinemäßig veröffentlicht würden. Er forderte einen regelmäßigen öffentlichen Bericht über beantragte und bewilligte Fördermittel. Dass die CDU ausgerechnet in der letzten Sitzung vor der Wahl auf Feuerwerk, Transparenz und Fördermittel drängte, dürfte im Ratssaal kaum jemandem entgangen sein. Entsprechend raunten einige Ratsmitglieder "Wahlkampf" in den Saal.

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