Friedenskonzert in Cuxhaven: Musik vereint und inspiriert
Wenn das Jugendsinfonieorchester der Ukraine in der Kulturkirche Süderwisch aufspielt, wird mehr als nur Musik geboten: Es beginnt ein Jubiläum, das die Kraft der Musik und die Hoffnung auf Frieden eindrucksvoll vereint.
Sie sind zwischen zwölf und 25 Jahre alt, stammen aus allen Teilen der Ukraine und haben bereits im Concertgebouw Amsterdam, beim Lucerne Festival und im Konzerthaus Berlin gespielt. Am Sonntag, 18. Oktober, kommen acht von ihnen nach Cuxhaven. Um 16 Uhr präsentiert die Stadt in der Kulturkirche Süderwisch das "Concert for Peace" mit Solisten des Jugendsinfonieorchesters der Ukraine ("YSOU"). Das Konzert gehört zur Reihe "Stadtklang", die Matthias Christian Kosel als künstlerischer Leiter verantwortet. Und es ist mehr als ein Gastspiel: Mit dem Friedenskonzert beginnt das zehnjährige Jubiläum des Orchesters, und auch die große Jubiläumstour 2027 soll in Cuxhaven starten.
Zwei Meisterwerke und acht Stimmen
Das Programm vereint zwei Werke, die vom Glück des gemeinsamen Musizierens erzählen. Ludwig van Beethoven schrieb sein Septett in Es‑Dur, op. 20 an der Schwelle zum 19. Jahrhundert. Klarinette, Horn und Fagott treffen darin auf Violine, Bratsche, Violoncello und Kontrabass. Das Stück sprüht vor Witz und Spielfreude. Es wurde zu Beethovens Lebzeiten so populär, dass der Komponist später fast eifersüchtig auf den eigenen Erfolg wurde. Wolfgang Amadeus Mozart komponierte sein Klarinettenquintett in A‑Dur, KV 581, im Jahr 1789 für seinen Freund, den Klarinettisten Anton Stadler. Hier singt die Klarinette über einem Streichquartett, warm, schwebend und von einer Innigkeit, die bis heute berührt. Die Veranstalter versprechen einen Nachmittag voller Ausdruckskraft, Virtuosität und musikalischer Leidenschaft.
Ein Orchester als Schutzraum
Gegründet hat das Orchester 2016 die international gefeierte ukrainische Dirigentin Oksana Lyniv. Vorbild war das Bundesjugendorchester in Deutschland. Das Ziel: junge Talente aus der gesamten Ukraine fördern und die Musikkultur des Landes in die Welt tragen. Schon 2017 gab das "YSOU" gemeinsam mit dem Bundesjugendorchester seine ersten Konzerte in Lwiw, Kiew, Berlin und beim Beethovenfest Bonn. Es folgten Auftritte beim Festival "LvivMozArt", in der Ukrainischen Nationalphilharmonie in Kiew, in der Nationaloper Odessa und im Musikverein Graz.
Deutsche Partner begleiten das Projekt von Anfang an, allen voran das Beethovenfest Bonn, das Bundesjugendorchester und die Deutsche Welle. Seit Russland die Ukraine überfallen hat, ist das Orchester für viele seiner Mitglieder weit mehr als eine Ausbildungsstätte. Es bietet ihnen einen geschützten Raum, in dem sie künstlerisch wachsen, neue Perspektiven gewinnen und Gemeinschaft erleben. Tourneen und Friedenskonzerte, etwa in der Kölner Philharmonie oder beim Schleswig-Holstein Musik Festival, haben dem Ensemble große Aufmerksamkeit verschafft.
Von Lwiw an die Cuxhavener Küste
Im April 2023 übernahmen die Berliner Philharmoniker die Schirmherrschaft. Seither hat das "YSOU" in vielen großen Sälen Europas gespielt, im "Bozar" in Brüssel, bei der Slowakischen Philharmonie, in der Bamberger Konzerthalle, im Teatro Grande di Brescia und im Auditorium Manzoni in Bologna. Es gastierte beim Beethovenfest Bonn, beim Bachfest Leipzig, bei den Münchner Opernfestspielen, beim Berlioz-Festival und beim Audi-Sommerkonzert. Nun richtet sich der Blick auf die Elbmündung.
Wenn die acht jungen Musikerinnen und Musiker in der Kulturkirche Süderwisch Beethoven und Mozart anstimmen, beginnt in Cuxhaven ein Jubiläum, das ein Zeichen setzt: für die Kraft der Musik und für den Frieden. Karten gibt es bei der Kulturinformation im Schlossgarten 2, telefonisch unter (0 47 21) 6 22 13 sowie online unter www.reservix.de. (red/jp)
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