Geduld und Blick fürs Detail: Tom Oehne zeigt Cuxhavens wilde Küstenheide
Tom Oehne fängt mit seiner Kamera die wilde Schönheit der Cuxhavener Küstenheide ein. Seine Ausstellung im Nabu-Umweltzentrum zeigt beeindruckende Naturmomente, die zum Staunen und Nachdenken anregen. Und jeder fragt sich: "Wie bekommt er das hin?"
Wenn Tom Oehne mit seiner Kamera in die Cuxhavener Küstenheiden aufbricht, kann er sich zweier Dinge gewiss sein: Bequem wird's nicht - und schnell erst recht nicht, denn bei genau richtigen Lichtverhältnissen den einen Naturmoment zu erwischen, kann Stunden dauern. Oder Tage. Aber es lohnt sich.
Das zeigen die Ergebnisse, die jetzt im Nabu-Umweltzentrum in der Bahnhofstraße zu sehen sind. Zuschauer bleiben vor den Fotos stehen und fragen sich: "Wie hat er das jetzt hingekriegt?" Dabei ist der Cuxhavener nicht einmal Profi-Fotograf.
Beruflich beschäftigt er sich aber sehr wohl mit schönen Dingen: Als Interior Designer unterhält er mit Frau Sandra Maria Lörch den Instagram-Kanal @mimameise (122.000 Follower), betreibt zwei Online-Shops auf der Plattform Etsy und hat sich einem Wohnstil verschrieben, der in dem 2024 bei Busse & Seewald erschienenen wunderschönen Buch "Altbauliebe an der Nordsee" festgehalten ist.
Zu Hause auf dem naturnah und bunt bepflanzten Balkon mitten in der Stadt finden Insekten Rastplätze und Nahrung; in seiner Freizeit unterstützt Tom Oehne als Vorstandsmitglied den Naturschutzbund (Nabu) Cuxhaven; praktisch unter anderem im Naturgarten in der Brockeswalder Chaussee. Vereinskollegin Wiltrud Streich war es, die ihn fragte, ob es jetzt nicht auch mal höchste Zeit für eine Ausstellung wäre.
Bilder machen Lust darauf, sofort loszuziehen
Tom Oehne hat für die Ausstellung "Wilde Küstenheide" Fotos aus zehn Jahren herausgesucht, die Lust darauf machen, sofort selbst loszuziehen: Nahaufnahmen von glitzerndem Sonnentau, ein mit einem Baumstamm verschmelzender Kauz, eine mystische Waldlandschaft, Schmetterlinge in allen Farben und immer wieder Schlangen.
Mit denen kennt er sich besonders gut aus; er unterstützt ehrenamtlich den hiesigen Nationalparkranger Sebastian Keller beim Reptilienmonitoring. Schon sein Vater war beim Eremiten und Heidemaler Alex Kirchhof in der Wildnis Holte-Spangens Malschüler und wurde von diesem auf die Lebensräume der Schlangen aufmerksam gemacht. "Genau 50 Meter vom Pfadfinderheim entfernt (da, wo Alex Kirchhof einst gewohnt hatte, d. Red.) habe ich dann meine erste Kreuzotter gefunden", erzählt Tom Oehne. Auch in alten Berichten und durch Gespräche mit der Bevölkerung hat er sich die Landschaft erschlossen.
Aufmerksamkeit für bedrohte Lebensräume
Mit der Ausstellung will er nicht nur die Schönheit der Natur zeigen, sondern auch Aufmerksamkeit für den Schutz wichtiger Lebensräume zum Erhalt der Biodiversität (Artenvielfalt) erzeugen. Finanziert wird die Ausstellung von der Bingo-Umweltlotterie. Kooperationspartner sind der Nabu Cuxhaven, Ringfoto Schattke und der Nationalpark Wattenmeer.
Im Watt-BZ in Sahlenburg soll die Ausstellung auch als nächstes - ab dem 10. Januar - gezeigt werden. Schon am 31. August können Interessierte um 19 Uhr im Nabu-Umweltzentrum einen Vortrag zur Ausstellung hören. Dabei werden Tom Oehne und Sebastian Keller über das Langzeitmonitoring der Kreuzottern sprechen (Eintritt frei). Fotos können in verschiedenen Formaten bei Ringfoto Schattke erworben werden.
Zahlreiche Gäste, unter ihnen Oberbürgermeister Uwe Santjer und Stadtbaurat Andreas Eickmann, die die Bedeutung dieser Kulturlandschaft für Cuxhavens Bevölkerung unterstrichen, drängten sich bei der Eröffnung im Umweltzentrum. Dr. Maike Isermann von der Nationalparkverwaltung berichtete über die jüngsten Unterhaltungsarbeiten zum Schutz der Heide hinter dem Arenscher Bauhof und erbat Hilfe für die Beseitigung des restlichen Traubenkirschen-Aufwuchses.

CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.