Ortsbürgermeister Ingo Grahmann freute sich sehr über das von Hilke Kohfahl mitgebrachte Alex-Kirchhof-Werk. Das maritime Motiv bildet einen Kontrast zu den vielfach bekannten Impressionen aus der Heide. Foto: Reese-Winne
Ortsbürgermeister Ingo Grahmann freute sich sehr über das von Hilke Kohfahl mitgebrachte Alex-Kirchhof-Werk. Das maritime Motiv bildet einen Kontrast zu den vielfach bekannten Impressionen aus der Heide. Foto: Reese-Winne
Für den Ortsrat und alle Bürger

Ein weiteres Alex-Kirchhof-Gemälde findet den Weg zurück nach Cuxhaven-Altenwalde

von Maren Reese-Winne | 04.03.2025

Die Sammlung des Ortsrats Altenwalde ist um ein Stück reicher: Den Besuch beim Tag der Ehemaligen der Cuxhavener Gymnasien nutzte Hilke Kohfahl (Abi 1980), um dem Ortsbürgermeister Ingo Grahmann ein Bild des Heidemalers Alex Kirchhof zu übergeben.

Eines allerdings, das sich deutlich von den Werken unterscheidet, die schon im Saal der Verwaltungsstelle zu sehen sind: Es zeigt ein hölzernes Segelboot wahrscheinlich auf der Elbe, ausgeführt in Öl und in hellen Farben, wie sie auch in eine moderne Einrichtung passen würden. Am Horizont sind weitere Segel zu erkennen.

Zu schade ist das aus ihrem Elternhaus stammende Bild auf jeden Fall, um nicht anderen gezeigt zu werden, fand Hilke Kohfahl. Über einen Artikel in den Cuxhavener Nachrichten fand sie heraus, dass in Altenwalde das Gedenken an Alex Kirchhof gepflegt wird.

Maler zeigt hier eine andere Facette

Ingo Grahmann war schon Feuer und Flamme, nachdem er ein Foto des Gemäldes gesehen hatte, zeigt es doch wieder eine andere Facette des Malers, der nach dem Zweiten Weltkrieg lange einsam in der Heide bei Holte-Spangen gelebt und dabei vor allem Impressionen dieser stillen Landschaft festgehalten hatte.

Immer mehr davon sind inzwischen im Büro des Ortsbürgermeisters und im Veranstaltungssaal zu sehen. "Die Unterschrift ist dieselbe", dies fiel Hilke Kohfahl und ihrem Ehemann beim Betrachten der Bilder auf den ersten Blick auf. Hilke Kohfahl, die Kunstlehrerin in Lüneburg ist und selbst malt, gefallen an dem von ihr mitgebrachten Bild vor allem die Spachteltechnik und die teilweise nur millimetergroßen Details, von denen Alex Kirchhof nicht ein einziges zufällig gewählt hat.

Vision vom Ausstellungsraum lebt wieder auf

Ingo Grahmann bedankte sich im Namen des gesamten Ortsrats und ganz Altenwaldes sehr herzlich für das Geschenk, das in Zukunft bei den öffentlichen Ortsratssitzungen zu sehen sein wird. Die Pläne für den Hort der Kreuzkirche lassen außerdem eine langgehegte Vorstellung aufleben - die Idee eines Ausstellungsraums in der ehemaligen Verwaltungsstelle. Platz dafür könnte es geben, wenn die Hortkinder voraussichtlich im Sommer ihr neues Quartier im alten Pfarrhaus bezogen haben werden. 

Gegen den strengen Vater durchgesetzt

Der 1895 in Cuxhaven geborene Alex Kirchhof machte zunächst auf Geheiß seines Vaters eine Kaufmannslehre in Dorum, begann jedoch schon in dieser Zeit zu malen und nahm schließlich an der Landeskunstschule in Hamburg ein Studium auf. Nach seiner Rückkehr im Jahr 1939 begann er als technischer Zeichner beim Überlandwerk in Cuxhaven, wurde dann aber kurz nach Kriegsbeginn eingezogen.

Einfaches Quartier des Malers in der Holter Heide. Foto: Sammlung Ortsrat Altenwalde

Nach 1945 baute er sich in der Einsamkeit der Holter Heide eine Hütte aus Fischkistenbrettern und Dachpappe, um sich ganz der Malerei zu widmen. Zehn Jahre lebte er in der Einsamkeit; die Motive lagen vor seiner Tür. Schwerkrank zog er dann 1956 bis zu seinem Tod im Dezember 1961 in den Ortskern Altenwaldes, und zwar in die "Villa Afrika" rechts neben der Kirche auf dem heutigen "Netto"-Grundstück, wo er bis zum Schluss weiterarbeitete und von vielen Mitmenschen umsorgt wurde.

Wohnhaus mit geheimnisvollem Namen: Villa Afrika in Altenwalde. Foto: Sammlung Ortsrat Altenwalde

Eigene Werke zur Bezahlung eingesetzt

Nicht selten geschah es, dass er sich mit Werken verschiedenster Größe bedankte oder hiermit Waren und Dienstleistungen bezahlte. Viele der Bilder befinden sich noch in Privatbesitz.

Auf den Bildern Kirchhofs ist gut die Veränderung der Altenwalder Heide zu erkennen: Von der Altenwalder Burg herab konnte der Blick damals noch weit über die Elbmündung und das Hadelner Land hinweg schweifen; anders als mit dem dichten Bewuchs heute.

1995 - zum 100. Geburtstag des in Altenwalde begrabenen Malers - veranstaltete der Ortsrat eine Ausstellung in der Altenwalder Geschäftsstelle der Stadtsparkasse. In demselben Jahr wurde eine Straße nach ihm benannt.

Heidemaler Alex Kirchhof (1895-1961). Foto: Sammlung Ortsrat Altenwalde

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

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