So schön sieht Artenschutz aus: Ehrentag im Naturgarten des Naturschutzbunds Cuxhaven
Der durch Ehrenamtliche gestaltete Naturgarten des Naturschutzbunds Cuxhaven zeigt eindrucksvoll, wie Artenschutz vor der eigenen Haustür gelingen kann. Anlässlich des bundesweiten Ehrentags waren die Türen am Sonntag für Besucher weit geöffnet.
Es war Cuxhavens dritte Aktion zum Ehrentag: Um zu zeigen, was ehrenamtliches Engagement auf die Beine stellen kann, hatte der Naturschutzbund Cuxhaven (Nabu) am Sonntag in den Naturgarten an der Brockeswalder Chaussee eingeladen. Der Tag war gleichzeitig ein Plädoyer für mehr Natur- und Artenschutz vor der eigenen Haustür.
Artenschutz kann wunderschön aussehen: Dafür ist die Anlage am Rande der Kleingartenanlage Westerwisch ein einziges Plädoyer. Überall auf dem Gelände blühte es. Auf gemähten Rasenwegen konnten sich Gäste - auch bestens kulinarisch versorgt durch die Ehrenamtlichen des Nabu - die einzelnen Bereiche erschließen und Ideen sammeln. Kreuz und quer ging es zum prächtigen Wildstaudenbeet, es konnten alte Obstbäume und Beerensträucher umrundet und das "Sandarium" mit der Totholzpyramide erkundet werden. Das Gelände bietet aber auch einen Käferkeller und eine Brennnessel-Ecke als Tummelplatz für Schmetterlinge.

Das Gartenteam um Barbara Mohrmann hat passend zu dem fetten Marschboden des Grundstücks die richtigen Wildstauden und -gräser herausgesucht. Auch in der vorgefundenen Grabenstruktur verbarg sich großes Potenzial. Unzählige Arten finden hier Unterschlupf, Nahrung, Abkühlung und Trinkwasser.
Namen, die viele nicht mehr kennen

Mit großer Leidenschaft empfingen die Nabu-Mitglieder ihre Gäste, zeigten ihnen Details und nannten Pflanzennamen, die manch einer noch nie gehört hatte: Natternkopf, Blutweiderich, Habichtskraut. Es gab mehrere Mitmachstationen, an denen Vogeltränken gebastelt oder ein Vogelquiz absolviert werden konnte oder wo sich die Nabu-Arbeitsgruppen vorstellten.

Der Garten soll Artenschutz sichtbar und nachvollziehbar machen. "Das Schöne ist, dass dafür jeder schnell etwas tun kann, ohne dass daraus ein Politikum wird", sagte Tom Oehne. "In Deutschland gibt es zig Millionen von Gärten, das ist ein Riesenpotenzial." Und selbst die eine Wildstaude (seine Anregung: Natternkopf) auf dem Balkon könne schon viel bewegen.

Es kann mit Mini-Schritten beginnen
Einzelne Rasenabschnitte nicht zu mähen, Stein- oder Totholzhaufen zu errichten - so könne der Weg zum naturnäheren Garten beginnen. Solche Ecken sind zum Beispiel als Rastplatz und "Trittstein" für Insekten wichtig. Diese grünen Inseln dienten nicht nur der Artenvielfalt, sondern auch der Abkühlung unserer Städte, so Tom Oehne: "Während ein kurz gemähter Rasen vertrocknet, steht die daneben liegende Wiese noch in voller Blüte. Deutlicher kann es doch nicht sein." Er streift mehrmals im Jahr auch mit der Kamera durch den Naturgarten.
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