Wie eine Sanierung der Wasserflächen im Schlossgarten von Cuxhaven aussehen könnte
Dank einer Förderzusage in Millionenhöhe steht der Schlossgarten Ritzebüttel vor einem gewaltigen Umbruch. Doch wie lassen sich Denkmalschutz und ökologische Anforderungen in Einklang bringen? Die Lösung erfordert kreative Ansätze.
Der Schlossgarten Ritzebüttel, ein Juwel Cuxhavener Geschichte und Kultur, steht vor einer bedeutenden Erneuerung. Dank einer erfolgreichen Bewerbung um Fördermittel aus dem Programm "Natürlicher Klimaschutz in Kommunen” des Bundesumweltministeriums kann die Stadt Cuxhaven eine umfassende Sanierung der Wasseranlagen und angrenzenden Uferbereiche realisieren.
Im Festsaal des Schlosses Ritzebüttel herrschte reges Interesse, als Anja Stute, Fachbereichsleiterin der städtischen Naturschutzbehörde, auf der jüngsten Jahresversammlung des Vereins "Bürger für das Schloss Ritzebüttel" die aktuellen Pläne zur ökologischen Sanierung der Wasserflächen rund um das denkmalgeschützte Schloss-Ensemble präsentierte.

"Es ist ein Projekt von großer Tragweite - ökologisch, kulturell und stadtklimatisch", so Stute zu Beginn ihres Vortrags. Mithilfe des Förderprogramms der KfW-Bank soll die aufwendige Renaturierung des teils stark verlandeten Grabensystems umgesetzt werden.
2,8 Millionen Fördermittel bereitgestellt
"Die Gewässersanierung ist kein neues Thema", erläuterte Stute, "seit mehr als einem Jahrzehnt steht es auf der Agenda." Nun aber eröffne sich durch die Förderzusage die Chance auf eine nachhaltige Umgestaltung - mit einer beeindruckenden Förderquote von 90 Prozent. Demnach stehen für die Planung und Sanierung 2,78 Millionen Euro zur Verfügung.

Geplant ist ein ganzheitliches Konzept, das weit über das bloße Ausbaggern der Gräben hinausgeht. Ziel ist eine ökologische Aufwertung des Gewässersystems im denkmalgeschützten Schlossgarten - durch Verbesserung der Fließgeschwindigkeit, Erhalt von Biotopstrukturen und Optimierung der natürlichen Regenwasserrückhaltung.
Sensibler Baumbestand erfordert Fingerspitzengefühl
"Wir wollen nicht nur Sedimente entfernen, sondern auch Lebensräume schaffen und den ökologischen Zustand insgesamt verbessern", erklärte Stute. Dazu gehören auch aufwendige Vermessungen, kartografische Erhebungen und baumgenaue Erfassungen.
Besonders komplex gestaltet sich die Maßnahme aufgrund der denkmalpflegerischen Rahmenbedingungen. "Der gesamte Schlossgarten ist Landschaftsschutzgebiet, mit einem sensiblen Baumbestand und archäologisch relevanten Flächen, das verlangt viel Fingerspitzengefühl", erklärt Anja Stute.

Ein "klassischer Bagger-Einsatz" komme deshalb im Schlossgarten nicht infrage. Stattdessen soll die Sanierung auf technologische Innovationen wie Saugbagger sowie "Big-Pack"-Lösungen zur Sedimentlagerung setzen.
Aktuell läuft das europaweite Ausschreibungsverfahren zur Erstellung des Sanierungskonzepts, für das drei qualifizierte Büros in der engeren Wahl sind. "Uns ist wichtig, dass am Ende ein belastbares, fachlich fundiertes Konzept steht, das alle ökologischen, hydraulischen und denkmalschutzrechtlichen Anforderungen integriert", betonte Stute.
Beitrag zum kommunalen Klimaschutz
Die Umsetzung des Projekts soll in mehreren Schritten erfolgen. Noch in diesem Jahr sind wasserökologische Untersuchungen sowie erste konkrete Planungsmaßnahmen vorgesehen. "Wir haben ein ambitioniertes Ziel, aber auch ein realistisches - mit Weitblick für die kommenden Jahrzehnte", so Anja Stute.

Der Schlossverein zeigte sich beeindruckt von der detaillierten Vorbereitung. Vorsitzende und Mitglieder lobten den Einsatz der Stadtverwaltung. Mit dem Sanierungsvorhaben wird nicht nur ein städtebauliches Kleinod bewahrt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum kommunalen Klimaschutz geleistet.
Mit der bevorstehenden Sanierung der Wasserflächen im Schlossgarten Ritzebüttel setzt Cuxhaven ein deutliches Zeichen für den Erhalt seines kulturellen Erbes und die Anpassung an zukünftige klimatische Herausforderungen.