Vorstandsmitglied Fred Schneider und die Wohnstätten-Vorstandsvorsitzende Yana Arbeiter vor dem Gebäude an der Ecke Bauvereinstraße/Hörn. Das inzwischen vollsanierte Haus ist das älteste Objekt der von 116 Jahren geründeten Genossenschaft. Foto: Koppe
Vorstandsmitglied Fred Schneider und die Wohnstätten-Vorstandsvorsitzende Yana Arbeiter vor dem Gebäude an der Ecke Bauvereinstraße/Hörn. Das inzwischen vollsanierte Haus ist das älteste Objekt der von 116 Jahren geründeten Genossenschaft. Foto: Koppe
Bauen und Wohnen

Gründungshaus der Cuxhavener Wohnstätten wurde komplett saniert

von Kai Koppe | 26.04.2024

Der zweitgrößte Wohnungsanbieter in der Stadt macht vor, wie's gehen kann: Ein in ihrem Besitz befindliches Mehrfamilienhaus unterzog die Cuxhavener Wohnstätten eG in relativ kurzer Zeit einer Frischzellenkur.

Nachdem nicht nur dem Faktor Wohnqualität, sondern auch dem Nachhaltigkeitsaspekt Rechnung getragen wurde, darf die Maßnahme als Musterbeispiel für Sanierung im Bestand gelten.

"Fast schon ein Neubau" sei das Wohnstätten-Gründungshaus nach der erfolgreich abgeschlossenen Modernisierungsoffensive: Das unterstrich die Vorstandsvorsitzende Yana Arbeiter in der zurückliegenden Woche bei einem Besichtigungstermin: Am Donnerstag durften Genossenschaftsmitglieder einen Blick in die komplett sanierten Wohnungen in der Bauvereinstraße 1 und 2 werfen.

Das Resultat der just in time abgeschlossenen Arbeiten kann sich sehen lassen: Vom Keller bis zum Dach wurde alles auf Vordermann gebracht, insgesamt 17 Wohnungen, die sich auf zwei Hausnummern verteilen, entsprechen nun den Vorstellungen von zeitgemäßem Wohnen. Nicht nur, dass die Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen wegen der vielen Fenster, der Bodengestaltung oder des vielfach auch offene Küchen erlaubenden Zuschnitts "modern" wirken: Details wie in die Wand eingelassene Router-Anschlussmöglichkeiten oder die (für ein Plus an Wärme) elektrisch beheizbaren Bäder stehen für einen Wohnkomfort, den man hinter einer aus dem Jahr 1909 stammenden Fassade nicht zwingend vermuten würde.

"Wohnraum soll kein Luxusgut sein"

Den Charakter des historischen Gründungshauses zu bewahren und notwendige technische, aber auch räumliche Veränderungen in die vorhandenen Bausubstanz zu integrieren - darin bestand nach Arbeiters Worten die Herausforderung der Sanierungsmaßnahme, mit welcher die Wohnstätten vor einem Jahr (nach Planungen durch die Cuxhavener Architekten Reisdorff und Ludmann) begonnen hatten. Prämisse war aber auch, dass die Wohnungen (vier Zweizimmer-Einheiten sind aktuell noch zu haben) gemäß des Selbstverständnisses der Genossenschaft erschwinglich bleiben: "Wohnraum soll kein Luxusgut sein", betonte Yana Arbeiter, bevor sie das zum 1. Juni bezugsfertige Objekt über eine Hausbegehung präsentierte. 

Was die Geldbeutel künftiger Mieterinnen und Mieter schonen wird, ist vor allem das Wärmekonzept des renovierten Gebäudes, das Diplom-Ingenieur Uwe Lilienthal am Donnerstag als "Zusammenspiel" unterschiedlicher Facetten beschrieb: Einerseits investierten die Wohnstätten im Zuge der 2,7 Millionen Euro teueren Gesamtmaßnahme  in die Gebäudedämmung. Andererseits setzen sie auf eine mit einem Pufferspeicher gekoppelte Luft-Wasser-Wärmepumpe. Laut Lilientahl bedarf es unter dem Strich nur einer moderaten Vorlauftemperatur (45 Grad Celsius), um die Wohnräume selbst auch an Wintertagen auf Zimmertemperatur zu bringen. 

Bei einer Hausführung erklärt Diplom-Ingenieur Uwe Lilienthal die Funktionsweise einer Luft-Wasser-Wärmepumpe (rechts im Bild: die zugehörige Außeneinheit). Das System trägt seinen Teil dazu bei, die Mietnebenkosten deutlich zu senken. Foto: Koppe

Klimaneutralität als Ziel im Blick

Das Einsparvolumen, das mit dem jüngsten Energiekonzept und einer vorherigen, bereits Mitte der 90er-Jahre durchgeführten Maßnahme erzielt wurde, bezifferte er mit circa 70 Kilowatt. Nach den Worten der Vorstandsvorsitzenden wird sich dieser Effekt unmittelbar bei den Mietnebenkosten bemerkbar machen. "Wir haben uns gedacht: Wenn schon, dann machen wir es richtig", sagte Arbeiter, auf die erfolgte energetische Sanierung bezogen: Weil das Warmwasser für Bäder und Küchen zwar nicht über Wärmetauscher, aber wohnungsbezogen über einen elektrischen Durchlauferhitzer erzeugt wird, sind Bauvereinstraße 1 und 2 ab sofort nicht mehr von fossilen Brennstoffen abhängig. "Das Ziel der Klimaneutralität haben wir immer im Blick", betonte Arbeiter, als sie Gäste, Kollegen und die an der Modernisierung beteiligten Partner begrüßte.

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Kai Koppe

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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